Heinrich Zisch
Heinrich Zisch (* 28. September 1869 in Landshut; † 23. Juli 1947 in München) war ein deutscher Vereinspräsident.
Leben
Am 28. September 1869 wurde er in Landshut als einziger Sohn des Steinmetzen Karl Zisch und seiner Ehefrau Anna geboren. Nach seiner Schulausbildung arbeitete er als Commis, Buchhalter, Vertreter und Kaufmann. 1875 zog er mit seinen Eltern nach München. Von 1891 bis 1894 lebte er in Dillingen an der Donau, danach kehrte er nach München zurück.
1886 wurde er Mitglied des TSV 1860 München. Bei den „Löwen“ wurde er 1895 Turnwart und Vorturner und war später Turnratsmitglied.[1] 1908 wählte man ihn zum Vorsitzenden der neu gegründeten Sportabteilung. Ab 1910 war er Leiter der Fußballabteilung. Damit der Verein den bislang nur gepachteten Sportplatz an der Grünwalder Straße käuflich erwerben konnte, gab er 1922 dem Verein ein Darlehen. Er erreichte auch ein durch eine Hypothek gesichtetes Darlehen für den Stadionbau bei der städtischen Sparkasse. Im März 1924 wurde er Vorsitzender des Sportvereins 1860 München und am 9. April 1929 auch des Turnvereins 1860 München.[2]
Als Bauherr und Besitzer des Stadions firmierte der SV 1860 München, während der TV 1860 München Grundstückseigentümer war.[3] Wegen finanzieller Probleme der beiden Vereine trat Heinrich Zisch im Sommer 1932 als Vorsitzender beider Vereine zurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sich Zisch für den Wiederaufbau des Vereins, ohne aber eine Funktion zu übernehmen. Am 23. Juli 1947 starb er in München. Zisch war verheiratet.
Ehrungen
1927 erhielt des Stadion der „Sechzger“ den Namen Heinrich-Zisch-Stadion[4]. Am 13. August 1939 wurde es aber durch die Stadt anlässlich der Wiedereröffnung in „Städtischer Sportplatz an der Grünwalder Straße 10“ umbenannt.[5] 1956 wurde ein Weg hinter der Westkurve des Stadions in „Heinrich- Zisch-Weg“ benannt.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Salzburg und Nachbarländer. Personalnachrichten. In: Salzburger Volksblatt, 28. September 1939, S. 14 (online bei ANNO)
- ↑ Anton Löffelmeier: Die "Löwen" unterm Hakenkreuz, Verlag "Die Werkstatt GmbH", Göttingen 2009- ISBN 978-3-89533-645-4, S. 15 und S. 36
- ↑ Roman Beer: Kultstätte an der Grünwalder Straße. Die Geschichte eines Stadions – erweiterte zweite Auflage. Die Werkstatt, Göttingen, 2011. Gebunden, 238 Seiten ISBN 978-3-89533-780-2 S. 45
- ↑ Roman Beer: Kultstätte an der Grünwalder Straße. Die Geschichte eines Stadions – erweiterte zweite Auflage. Die Werkstatt, Göttingen, 2011. Gebunden, 238 Seiten ISBN 978-3-89533-780-2, S.44
- ↑ Anton Löffelmeier: Die "Löwen" unterm Hakenkreuz, Verlag "Die Werkstatt GmbH", Göttingen 2009- ISBN 978-3-89533-645-4, S. 124