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[[Bild:040522_sw.jpg|thumb|250px|Das Siegestor]]
[[Bild:MueSiegestorTram031963c.jpg|thumb|Das Siegestor in den [[1960er]]-Jahren]]
[[Bild:040522_sw.jpg|thumb|Das Siegestor]]
[[Bild:German postcard - 076.jpg|thumb|Um 1900]]
[[Bild:German postcard - 076.jpg|thumb|Um 1900]]
Das '''Siegestor''' in [[München]], ein Triumphbogen vom Typus des Konstantinsbogens in Rom, des Marble Arch in London, des Arc de Triomphe in Paris und des Brandenburger Tors in Berlin, steht zwischen [[Universität]] und [[Ohmstraße]]. Es ist jeweils Ausgangs- und Endpunkt der [[Leopoldstraße]] und der [[Ludwigstraße]]. Damit trennt das Siegestor die beiden Münchner Stadtviertel [[Maxvorstadt]] und [[Schwabing]].
[[Bild:Siegestor2010c.jpg|thumb|2010]]
Das '''Siegestor''' in [[München]], ein Triumphbogen vom Typus des ''Konstantinsbogens'' in Rom, des ''Marble Arch'' in London, des ''Arc de Triomphe'' in Paris und des ''Brandenburger Tors'' in Berlin, steht zwischen [[Universität]] und [[Ohmstraße]]. Es ist Ausgangs- bzw. Endpunkt der [[Leopoldstraße]] und der [[Ludwigstraße]]. Am Siegestor endet vom [[Odeonsplatz]] kommend die Ludwigstraße durch den [[Stadtteil]] [[Maxvorstadt]] nach genau 1 Kilometer (1000 Meter). Die Leopoldstraße nach [[Schwabing]] beginnt offiziell hier.


Der [[1852]] fertiggestellte, noch von [[Ludwig I. (Bayern)|Ludwig I.]] in Auftrag gegebene Bau (Entwurf: [[Friedrich von Gärtner]]) war ursprünglich ''dem bayerischen Heere zum Ruhme'' gewidmet. Heute ist das ''Siegestor'' ein Mahnmal für den Frieden. Nach der starken Beschädigung im [[Zweiter Weltkrieg|2. Weltkrieg]] wurde das Tor - ähnlich wie die {{WL2|Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche}} in Berlin - absichtlich nur teilweise wieder aufgebaut und mahnt den Betrachter mit der Inschrift „Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend“. In den vergangenen Jahren wurden vor allem die erhaltenen Skulpturen perfekt restauriert.
==Geschichte==
[[Bild:Siegestor2010c.jpg|thumb|250px|Das Siegestor aufn. 2010]]
Der [[1852]] fertiggestellte, noch von [[Ludwig I. (Bayern)|Ludwig I.]] in Auftrag gegebene Bau (Entwurf: [[Friedrich von Gärtner]]) war ursprünglich ''dem bayerischen Heere zum Ruhme'' gewidmet. Heute ist das Siegestor ein Mahnmal für den Frieden. Nach der starken Beschädigung im [[Zweiter Weltkrieg|2. Weltkrieg]] wurde das Tor - ähnlich wie die {{WL2|Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche}} in Berlin - absichtlich nur teilweise wieder aufgebaut und mahnt den Betrachter mit der Inschrift „Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend“. In den vergangenen Jahren wurden vor allem die erhaltenen Skulpturen perfekt restauriert.
[[Bild:Siegestor062010a.jpg|thumb|250px|Das Siegestor aufn. 2010]]
[[Bild:Siegestor188x.jpg|thumb|250px|Das Siegestor aufn. Vor 1877]]
[[Bild:ArcoDellaPace1883a.jpg|thumb|250px|Die Vorlage in Milano aus dem Jahre 1825. aufn. 1883]]


== Aussehen und Gestalt ==
== Aussehen und Gestalt ==
Das Siegestor<br>
Das Bauwerk aus gelblich-weißem Kalkstein - der Grundstock und Unterbau ist aus Ziegeln gefertigt - erhebt sich zwischen der Pappelallee, ähnlich dem Triumphbogen des Constantinus in Rom und schließt hier die Perspektive der prächtigen [[Ludwigstraße]] und bildet den Übergang hinein nach [[Schwabing]].
Dieses schöne Bauwerk aus gelblich weissem Kalkstein, der Grundstock und Unterbau ist aus Ziegeln gefertigt, erhebt sich zwischen der Pappelallee, ähnlich dem Triumpfbogen des Constantinus in Rom und schliesst hier die Perspektive der prächtigen [[Ludwigstraße]], und auch den Übergang hinein nach [[Schwabing]].<br> Der Bau wurde nach den Plänen [[Friedrich von Gärtner]], 1844 begonnen, und nach dessen Tode von Eduard Metzger fortgeführt und 1850 vollendet. König Ludwig I. widmete es seinen Kriegern als ein Denkmal ihrer siegreichen Tapferkeit. Ludwig I. hatte bei seinen Reisen durch Italien im Jahre 1836 auch in Milano halt gemacht, und dabei das damals neu aufgestellte Tor bei Sempione bewundern können. Wenn man "unsere" Fotoansicht mit dem Münchner Durchgang vergleicht, wird man eine erstaunliche Übereinstimmung feststellen können.
 
Im Jahre 1852 wurde die Plattform mit einer, auf einem von vier Löwen gezogenen Siegeswagen, einer Quadriga die über 20 Tonnen wiegt, in Erz gegossen Bavaria geziert.
Der Bau wurde nach den Plänen Friedrich von Gärtner [[1844]] begonnen, nach dessen Tode von Eduard Metzger fortgeführt und [[1850]] vollendet. König Ludwig I. widmete es seinen Kriegern als ein Denkmal ihrer siegreichen Tapferkeit. Ludwig I. hatte bei seinen Reisen durch Italien im Jahre [[1836]] auch in Mailand halt gemacht und dabei das damals neu aufgestellte Tor bei Sempione bewundern können. Wenn man "unsere" Fotoansicht mit dem Münchner Durchgang vergleicht, wird man eine erstaunliche Übereinstimmung feststellen können.  
Die Breite des Baues beträgt 24 Meter, die Höhe bis zur Plattform 20,70 Meter. Drei Portale führen hindurch;  
 
auf jeder der breiten Seiten stehen aus Säulen, welche auf Pilastern ruhen, vier Victorien  
Im Jahre [[1852]] wurde die Plattform mit einer in Erz gegossenen, sehr wehrhaften [[Bavaria]] verziert, die auf einem von vier [[Löwe]]n gezogenen Siegeswagen, einer Quadriga, steht. Diese Skulptur wiegt ca. 20 Tonnen.  
von weissem Marmor; an den Zwickeln des grossen Portalbogens fliegende Victorien in Relief ausgeführt.
 
Dei Wandflächen sind mit Reliefs geschmückt, welche das Tor umgeben; sie stellen in den unteren  
Die Breite des Baues beträgt 24 Meter, die Höhe bis zur Plattform 20,70 Meter. Drei Portale führen hindurch; auf jeder der breiten Seiten stehen auf Säulen, die auf Pilastern ruhen, vier Victorien aus weißem [[Marmor]]; an den Zwickeln des großen Portalbogens sind fliegende Victorien als Relief ausgeführt.
Kriegszenen, die Kämpfer in antiker Waffentracht und Kampfesweise dar, und zwar von der Aussenseite des Hauptportals  
 
beginnend und nach der Schmalseite zu folgend:<br> Berennung einer Festung mit Hilfe des in einem Widderkopfe endenden Mauerbrechers;<br> Kämpfe zwischen Reiterei und Fussvolk, Fussvolk und Fussvolk. Reiterei und Reiterei;<br> eine Schanze von Reiterei erstürmt, und erzwungener Übergang über eine Brücke.<br> Die oberen sechs Rundbilder, von denen 2 nicht mehr rekonstruiert wurden, zeigen in der selben Folge Sinnbilder des Friedens und der Betriebsamkeit in den Provinzen Bayerns, als:<br> Schwaben mit dem Attributen der Weberei und Spinnerei;<br> Oberpfalz mit Bergwerksbau und Hammerwerk;<br> Ober- und Mittelfranken mit Viehzucht, Hammerwerken und Fabriken;<br> Ober- und Niederbayern mit Viehzucht und Ackerbau;<br> Unterfranken mit dem Wein- und Getreidebau und der Schifffahrt;<br> Rheinpfalz mit Weinbau und Fischerei.<br> Die Inschrift der Aussenseite über dem Hauptportal lautete: - Dem bayerischen Heere - und die der Seite nach der Stadt zu: - Erbaut von Ludwig I., König von Bayern, MDCCCL. Die Bavaria auf der Plattform wurde nach Martin Wagner's in Rom kleineren Modellen frei in grossem Massstabe modelliert von Friedrich Brugger, die Löwen von Johann Halbig, der Erzguss ist von [[Ferdinand von Miller]]. Die Kosten für das ganze Bauwerk mit Erzgruppe betrugen 411,000 fl (1fl = Gulden). Seine eigentliche Einweihung erhielt der prächtige Triumphbogen erst am 16. Juli 1871 durch die aus Frankreich zurückkehrenden Truppen, die an diesem Tage ihren Einzug durch das "Siegestor" hielten. Ab dem Jahre 1889 verkehrten auch erstmals Straßenbahnen, direkt unter dem grossen Portal hindurchgeführt, die Ludwig- und Leopoldstraße entlang. Diese Linie wurde bis 1972 gefahren, um dann der neuen Ringstraße weichen zu müssen. Seither fahren keine Fahrzuege mehr direkt durch das Tor.
Die Wandflächen sind mit Reliefs geschmückt, die das Tor umgeben; sie stellen in den unteren Kriegsszenen dar, die Kämpfer in antiker Waffentracht und Kampfweise, und zwar von der Außenseite des Hauptportals beginnend und nach der Schmalseite zu folgend:
Eine kleine Bemerkung am Rande. Wer nach Bruchstücken des Siegestors suchen will, der wird in der Altstadt, gleich hinterm Rindermarkt, in der Nieserstraße (eher eine kleine Gasse) fündig werden. Dort hat man aus Gründen, die wohl nur den Planern zu erschliessen sind, einige durch kriegseinwirkung abgesprengte Quader aufgestellt.
:- Berennung einer Festung mit Hilfe des in einem Widderkopf endenden Mauerbrechers
:- Kämpfe zwischen Reiterei und Fußvolk, Fußvolk und Fußvolk, Reiterei und Reiterei
:- eine Schanze von Reiterei erstürmt und erzwungener Übergang über eine Brücke.
 
Die oberen sechs Rundbilder, von denen 2 nicht mehr rekonstruiert wurden, zeigen Sinnbilder des Friedens und der Betriebsamkeit in den Provinzen [[Bayern]]s:
:- Schwaben mit dem Attributen der Weberei und Spinnerei
:- Oberpfalz mit Bergwerksbau und Hammerwerk
:- Ober- und Mittelfranken mit Viehzucht, Hammerwerken und Fabriken
:- Ober- und Niederbayern mit Viehzucht und Ackerbau
:- Unterfranken mit dem Wein- und Getreidebau und der Schifffahrt
:- Rheinpfalz mit Weinbau und Fischerei.
 
Die Inschrift der Außenseite über dem Hauptportal lautete: - ''Dem bayerischen Heere'' - und die der Seite nach der Stadt zu: - ''Erbaut von Ludwig I., König von Bayern, MDCCCL'' - (=1850).
 
[[Bild:Muestequadriga201250b.jpg|thumb|Die Quadriga]]
[[Bild:Siegestor062010a.jpg|thumb|Das Siegestor (Aufn. 2010)]]
[[Bild:Siegestor188x.jpg|thumb|Das Siegestor (Aufn. vor 1877)]]
[[Bild:ArcoDellaPace1883a.jpg|thumb|Die Vorlage in Mailand aus dem Jahre 1825 (Aufn. 1883)]]
Die Bavaria auf der Plattform wurde nach Martin Wagners in Rom angefertigten kleineren Modellen frei in großem Maßstab von [[Friedrich Brugger]] modelliert, die [[Löwe|Löwen]] von [[Johann von Halbig]]. Der Erzguss erfolgte bei [[Ferdinand von Miller]].  
 
Die Kosten für das ganze Bauwerk mit Erzgruppe betrugen 411.000 Gulden. Seine eigentliche Einweihung erhielt der prächtige Triumphbogen erst am 16. Juli [[1871]] durch die aus Frankreich zurückkehrenden Truppen, die an diesem Tage ihren Einzug durch das Siegestor hielten. Ab dem Jahre [[1889]] verkehrten auch erstmals [[Tram|Straßenbahnen]], direkt unter dem großen Portal hindurchgeführt, die Ludwig- und [[Leopoldstraße]] entlang. Diese Linie wurde bis [[1972]] betrieben. Seither fahren keine Fahrzeuge mehr direkt durch das Tor.
 
2015 wurde eine Diskussion begonnen, wie der Platz um das Siegestor herum neu gestaltet werden kann.
 
=== Ruinenteile ===
Eine kleine Bemerkung am Rande: Wer nach Bruchstücken des Siegestors suchen will, der wird in der Altstadt, gleich hinterm [[Rindermarkt]], in der [[Nieserstraße]] (eher eine kleine Gasse) fündig. Dort hat man aus Gründen, die wohl nur von den Planern zu beantworten sind, einige durch Kriegseinwirkung abgesprengte Quader aufgestellt.
 
{| border="1" cellpadding="5" cellspacing="0"
|-
! Medaillons
! ehemals im Tor
|-
 
|
[[Bild:MueFragment1ST2011a.jpg|thumb|Medallion vom Tor]]
|
[[Bild:MuestRundrelief4a.jpg|thumb|.....]]
|-
|
[[Bild:MuestRundrelief3a.jpg|thumb|.....]]
|
Jetziger Standort: In der [[Nieserstraße]] finden sich einige Fragmente des Siegestors
|}
[[Datei:Ludwig-_undLeopoldstrasse.jpg|thumb|330px|Luftbild zur '''Lage des Tors'''  (Von [[Karl Schillinger|K. S.]], 1985)]]
==Lage==
{{Lage|nord=48.15235|ost=11.58214}}


== Literatur und Quellen ==
== Literatur und Quellen ==
*Oswald Hederer: Die Ludwigsstrasse in München. Mandruck, München, 1942. 130 Seiten.
* Josef Pangkofer; ''Das Siegestor in München''. Georg Franz, München, 1851.
*Morin,Emil Auer: München im Jahre 1858/1873. Gustav Beck, München, 1874. 264 Seiten.
* Oswald Hederer: Die Ludwigsstrasse in München. Mandruck, München, 1942.
*Theodor Dombart: Schwabing - Briefliche Plaudereien. Bayerland Verlag, München, 1913. 150 Seiten.
* Morin: München im Jahre 1862. Gummi, München, 1862. (S128-130)
*Bildindex der Uni Marburg. Unendliche viele Ansichten des Siegestors, 1860 bis 1946.
* Morin,Emil Auer: München im Jahre 1873. Gustav Beck, München, 1874. (S148-149)
*Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv. Ansichten. Infos, Daten, Fakten.
* Theodor Dombart: Schwabing - Briefliche Plaudereien. Bayerland Verlag, München, 1913.
*Habel, Hallinger, Weski: Denkmäler in Bayern - Landeshauptstadt München. Lipp, München.
* Bildindex der Uni Marburg. (Fotoansichten ab 1860 bis 1946)
*Sammlung eigenes Bildmaterial.
* Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv. Ansichten. Infos, Daten, Fakten.
*Grosser Plan der Königlichen Haupt-und Residenz-Stadt München im Jahre 1852. Mey und Widemayer, München.
* Habel, Hallinger, Weski: Denkmäler in Bayern - Landeshauptstadt München. Lipp, München.
* Grosser Plan der Königlichen Haupt-und Residenz-Stadt München im Jahre 1852. Mey und Widemayer, München.
* Miller; ''Ferdinand von Miller sen. der Erzgießer''. (1904/1979) Die Reise eines Löwen. S.98/99.


== Weblinks==
== Weblinks==
*360°-Bild [http://deutschland-panorama.de/staedte/muenchen/ps/1_198_42.php (deutschland-panorama.de)]
*360°-Bild [http://deutschland-panorama.de/staedte/muenchen/ps/1_198_42.php (deutschland-panorama.de)]
*[http://tools.wikimedia.de/~magnus/geo/geohack.php?params=48_9_8.48_N_11_34_55.76_E_type:landmark_region:DE-BY Lage]
<br/>
* [https://www.ohlbaum.de/foto/muenchen-11/ Die vier Löwen auf dem Siegestor], Fotografie Isolde Ohlbaum, o. D.
 
{{Wikipedia-Artikel}}
{{SORTIERUNG:Siegestor}}
[[Kategorie:Denkmal]]
[[Kategorie:Denkmal]]
[[Kategorie:Sehenswürdigkeit]]
[[Kategorie:Sehenswürdigkeit]]
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