Frauenholz: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Jahre 1937 wurden die Baracken des Lagers '''Frauenholz''' gebaut. Die "Fliegertechnische Schule" der Wehrmacht hatte hier bis 1945 ihr Quartier. Der [[Zweiter Weltkrieg|II. Weltkrieg]] brachte für [[Oberschleißheim|Schleißheim]] und Umgebung u.a. viele [[Luftangriffe auf München|Luftangriffe]]. Im Januar 1940 wurde der Anflug des ersten feindlichen Flugzeuges gemeldet. Etwa 230 mal ertönte danach die Sirene in Schleißheim. Manche Baracken wurden zerbombt und brannten nieder. Sie wurden aber immer wieder aufgebaut. Am 22. Juli 1944 wurden 28 Opfer eines Fliegerangriffes, am 12. April 1945 14 Opfer auf dem Schleißheimer Friedhof Beerdigt. Noch am Sonntag, den 29. April 1945 mussten bei Neuherberg 21, meist blutjunge Soldaten ihr Leben lassen. Davon sind 11 Soldaten bis heute unbekannt geblieben.
Im Jahre 1937 wurden die Baracken des Lagers '''Frauenholz''' gebaut. Die "Fliegertechnische Schule" der Wehrmacht hatte hier bis 1945 ihr Quartier. Der [[Zweiter Weltkrieg|II. Weltkrieg]] brachte für [[Oberschleißheim|Schleißheim]] und Umgebung u.a. viele [[Luftangriffe auf München|Luftangriffe]]. Im Januar 1940 wurde der Anflug des ersten feindlichen Flugzeuges gemeldet. Etwa 230 mal ertönte danach die Sirene in Schleißheim. Manche Baracken wurden zerbombt und brannten nieder. Sie wurden aber immer wieder aufgebaut. Am 22. Juli 1944 wurden 28 Opfer eines Fliegerangriffes, am 12. April 1945 14 Opfer auf dem Schleißheimer Friedhof Beerdigt. Noch am Sonntag, den 29. April 1945 mussten bei Neuherberg 21, meist blutjunge Soldaten ihr Leben lassen. Davon sind 11 Soldaten bis heute unbekannt geblieben.


=== Displaced Persons Camp - Lager für DP´ s===
Nach Kriegsschluss 1945 wurden die Baracken der Fliegertechnischen Schule (das nunmehrige Lager Frauenholz also) für die in Deutschland noch lebenden Ausländer als Wohnungen bereitgestellt. Dieses DP-Lager ([[Displaced Persons|DP]] ist die Abkürzung des englischen Wortes für Verschleppte: "displaced persons") wurde in [[München]] allgemein das "Russenlager" genannt, weil die meisten Bewohner dieses Lagers aus russischen oder aus slawischen Gebieten stammten.
Nach Kriegsschluss 1945 wurden die Baracken der Fliegertechnischen Schule (das nunmehrige Lager Frauenholz also) für die in Deutschland noch lebenden Ausländer als Wohnungen bereitgestellt. Dieses DP-Lager ([[Displaced Persons|DP]] ist die Abkürzung des englischen Wortes für Verschleppte: "displaced persons") wurde in [[München]] allgemein das "Russenlager" genannt, weil die meisten Bewohner dieses Lagers aus russischen oder aus slawischen Gebieten stammten.


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Im April 1953 verließen die letzten DPs das Lager Frauenholz. Die meisten von ihnen zogen nach München Karlsfeld, Passau und Regensburg, wo man für sie Wohnblöcke errichtet hatte.
Im April 1953 verließen die letzten DPs das Lager Frauenholz. Die meisten von ihnen zogen nach München Karlsfeld, Passau und Regensburg, wo man für sie Wohnblöcke errichtet hatte.
 
=== Wohnanlage Frauenholz===
Nun kaufte die Stadt München von der Regierung das Lager (es sollen ca. 1,2 Mio. DM bezahlt worden sein), um hier Wohnungen für wohnungslose Münchner einzurichten. Die Baracken waren damals in einem äußerst miserablem Zustand. Bis zum Juli 1953 standen die Baracken noch leer, sie mussten erst instand gesetzt werden. Im Laufe des Jahres 1953 und 1954 wurden verschiedene Baracken ganz neu erstellt, die sogenannten Steinbaracken.
Nun kaufte die Stadt München von der Regierung das Lager (es sollen ca. 1,2 Mio. DM bezahlt worden sein), um hier Wohnungen für wohnungslose Münchner einzurichten. Die Baracken waren damals in einem äußerst miserablem Zustand. Bis zum Juli 1953 standen die Baracken noch leer, sie mussten erst instand gesetzt werden. Im Laufe des Jahres 1953 und 1954 wurden verschiedene Baracken ganz neu erstellt, die sogenannten Steinbaracken.


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Am November 1954 konnte der Kindergarten und 14 Tage später die Kinderkrippe eröffnet werden. Die Kinderkrippe hatte am 1. November 1956 die Einweihung eines Erweiterungsbaues, während der Kindergarten sich ebenfalls im Frühjahr 1957 durch einen Anbau vergrößerte. Im Laufe dieser Jahre ist die Bewohnerzahl der Wohnanlage auf ca. 4.000 angestiegen.
Am November 1954 konnte der Kindergarten und 14 Tage später die Kinderkrippe eröffnet werden. Die Kinderkrippe hatte am 1. November 1956 die Einweihung eines Erweiterungsbaues, während der Kindergarten sich ebenfalls im Frühjahr 1957 durch einen Anbau vergrößerte. Im Laufe dieser Jahre ist die Bewohnerzahl der Wohnanlage auf ca. 4.000 angestiegen.
=== Eingemeindung, Siedlung Hasenbergl ===
1962 wurde das Lager Frauenholz offiziell von Oberschleißheim nach München [[Eingemeindung|eingemeindet]]. Nach dem Bau der Siedlung [[Hasenbergl]] wurden die Baracken nach und nach abgerissen und die Bewohner in die neuen Wohnblöcke umgesiedelt. In der zweiten Hälfte der [[1960er]] Jahre endet die Geschichte des Lagers. Die heute an gleicher Stelle stehende Siedlung trägt auch den Namen Hasenbergl-Nord.


1962 wurde das Lager Frauenholz offiziell von Oberschleißheim nach München [[Eingemeindung|eingemeindet]]. Nach dem Bau der Siedlung [[Hasenbergl]] wurden die Baracken nach und nach abgerissen und die Bewohner in die neuen Wohnblöcke umgesiedelt. In der zweiten Hälfte der [[1960er]] Jahre endet die Geschichte des Lagers. Die heute an gleicher Stelle stehende Siedlung trägt auch den Namen Hasenbergl-Nord.


=== Woher der Name kommt und wohin die Straße führt===
Der Name „Frauenholz“ stammt vom gleichnamigen nördlich gelegenen Wald, abgeleitet von der dort im Jahr 1600 von Herzog Wilhelm V. errichteten Einsiedelei „Zu unserer lieben Frau“.
Der Name „Frauenholz“ stammt vom gleichnamigen nördlich gelegenen Wald, abgeleitet von der dort im Jahr 1600 von Herzog Wilhelm V. errichteten Einsiedelei „Zu unserer lieben Frau“.


;Siehe auch: Straße [[Am Frauenholz]]
;''Siehe auch:'' die Straße [[Am Frauenholz]]


==Quelle==
==Quelle==
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