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'''Hugo Erlanger''' ([[ | '''Hugo Erlanger''' (geb. am [[16. April]] [[1881]] in {{WL2|Augsburg}}; gest. [[1964]]) war als Vertreter für Herrenkleidung und Sportartikel tätig. | ||
Erlanger war nach dem [[ | Erlanger war 1938 nach dem [[1938 - Judenpogrom der NSDAP|Novemberpogrom]] einen Monat lang im [[KZ Dachau]] eingesperrt worden, kam aber als Weltkriegsteilnehmer wieder frei. Danach schützte ihn die Ehe mit seiner katholischen Ehefrau. | ||
== Leben == | == Leben == | ||
Bilddatei:Thierschstr._41_Muenchen-1.jpg Thierschstraße 41 ?? | Bilddatei:Thierschstr._41_Muenchen-1.jpg zur [[Thierschstraße]] 41 ?? | ||
Als Handelsvertreter für Textilien und Reisebedarf erwarb er Ende Oktober 1921 im [[München]]er Viertel [[Lehel]] das Haus Thierschstraße 41, das 1877/78 von Anna Schweyer, der Witwe eines Kupferschmieds, im Stil der [[Neorenaissance]] erbaut worden war. | Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] war Erlanger Kriegsfreiwilliger im [[Königlich Bayerisches 1. Schwere-Reiter-Regiment „Prinz Karl von Bayern“|1. Schweren Reiter Regiment]]. | ||
Als Handelsvertreter für Textilien und Reisebedarf erwarb er Ende Oktober 1921 im [[München]]er Viertel [[Lehel]] das Haus [[Thierschstraße]] 41, das 1877/78 von Anna Schweyer, der Witwe eines Kupferschmieds, im Stil der [[Neorenaissance]] erbaut worden war. | |||
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Zu seinen Mietern zählten Familie Maria und Ernst Reichert mit deren Untermieter [[Adolf Hitler]] (seit März 1920) und [[Dietrich Eckart]] (seit ihn seine Frau vor die Tür gesetzt hatte). Der Untermieter Hitler zog 1929 in eine Wohnung mit gefliestem Bad am [[Prinzregentenplatz (München)|Prinzregentenplatz]], wohin ihm die Reicherts folgten. | Zu seinen Mietern zählten Familie Maria und Ernst Reichert mit deren Untermieter [[Adolf Hitler]] (seit März 1920) und [[Dietrich Eckart]] (seit ihn seine Frau vor die Tür gesetzt hatte). Der Untermieter Hitler zog 1929 in eine Wohnung mit gefliestem Bad am [[Prinzregentenplatz (München)|Prinzregentenplatz]], wohin ihm die Reicherts folgten. | ||
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Erlanger war nach dem [[Novemberpogrome 1938|Novemberpogrom 1938]] einen Monat lang im [[KZ Dachau]], kam aber als Weltkriegsteilnehmer wieder frei. Danach schützte ihn seine katholische Ehefrau. | Erlanger war nach dem [[Novemberpogrome 1938|Novemberpogrom 1938]] einen Monat lang im [[KZ Dachau]], kam aber als Weltkriegsteilnehmer wieder frei. Danach schützte ihn seine katholische Ehefrau. | ||
Nach dem Krieg weigerte sich die Stadt, ihm das Haus zurückzugeben. Erst 1949 gab sie nach, doch musste Erlanger alle Schulden übernehmen und geriet in eine schwierige Lage. Sie besserte sich erst, als er 1955 eine [[Pension (Altersversorgung)|Pension]] als Entschädigung für den Verlust seines Geschäfts erhielt. Das Haus Thierschstraße 41 erbten seine zweite Frau und sein Sohn, die es im folgenden Jahr | Nach dem Krieg weigerte sich die Stadt, ihm das Haus zurückzugeben. Erst 1949 gab sie nach, doch musste Erlanger alle Schulden übernehmen und geriet in eine schwierige Lage. Sie besserte sich erst, als er 1955 eine [[Pension (Altersversorgung)|Pension]] als Entschädigung für den Verlust seines Geschäfts erhielt. Das Haus Thierschstraße 41 erbten seine zweite Frau und sein Sohn, die es im folgenden Jahr verkauften. | ||
== Literatur == | == Literatur == | ||
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== Weblinks == | == Weblinks == | ||
* [http://www.rijo.homepage.t-online.de/pdf_2/DE_MU_JU_gewerbe.pdf Verzeichnis der gewerbepolizeilich gemeldeten jüdischen Gewerbetreibenden in München] | * [http://www.rijo.homepage.t-online.de/pdf_2/DE_MU_JU_gewerbe.pdf Verzeichnis der gewerbepolizeilich gemeldeten jüdischen Gewerbetreibenden in München] | ||
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Nach dem Krieg weigerte sich die Stadt, ihm das Haus zurückzugeben. Erst 1949 gab sie nach, doch musste Erlanger alle Schulden übernehmen und geriet in eine schwierige Lage. Sie besserte sich | |||
Nach dem Krieg weigerte sich die [[Stadtverwaltung|Stadt München]], ihm das Haus zurückzugeben. Erst 1949 gab sie nach, doch musste Erlanger alle Schulden übernehmen und geriet in eine schwierige Lage. Sie besserte sich etwas, als er 1955 eine Pension als Entschädigung für den Verlust seines Geschäfts erhielt. Das Haus [[Thierschstraße]] 41 erbten seine zweite Frau und sein Sohn, die es im folgenden Jahr verkauften. | |||
== Literatur == | == Literatur == | ||
* Wolfram Selig: ''Arisierung in München''; 2004; S. 101 | * Wolfram Selig: ''Arisierung in München''; 2004; S. 101 | ||
* ''Der Wiedergutmachungs- und Entschädigungsfall'', Vortrag von Hugo Erlanger in München | * ''Der Wiedergutmachungs- und Entschädigungsfall'', Vortrag von Hugo Erlanger in München | ||
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[[Kategorie:Unternehmer]] | |||
[[Kategorie:Nationalsozialismus (Opfer)]] | |||
[[Kategorie:Geboren 1881]] | |||
[[Kategorie:Gestorben 1964]] | |||
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