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Der '''Erste Weltkrieg''' wurde von [[1914]] bis [[1918]] vor allem in Europa geführt und es starben in ihm etwa 17 Millionen Menschen. Hinzu kamen viele Verletzte und Tote, die durch Kriegsfolgen, wie Mangelernährung, Hunger, Infektionen (Spanische Grippe) oder Kälte starben. Desweiteren steht sein Ende 1918 für den Sturz der deutschen und bayerischen [[Königtum Bayern|Monarchie]]. Dieser Krieg wirkte weltweit bis weit in die 1920er Jahre politisch und wirtschaftlich nach. Er wird auch als die ''Urkatastrophe des [[20. Jahrhundert]]s'' bezeichnet.  
Der '''Erste Weltkrieg''' wurde von [[1914]] bis [[1918]] vor allem in Europa geführt und es starben in ihm etwa 17 Millionen Menschen. Hinzu kamen viele Verletzte und Tote, die durch Kriegsfolgen, wie Mangelernährung, Hunger, Infektionen (Spanische Grippe) oder Kälte starben. Des Weiteren steht sein Ende 1918 für den Sturz der deutschen und bayerischen [[Königtum Bayern|Monarchie]]. Dieser Krieg wirkte weltweit bis weit in die 1920er-Jahre politisch und wirtschaftlich nach. Er wird auch als die ''Urkatastrophe des [[20. Jahrhundert]]s'' bezeichnet.  


==Einige Ursachen des ersten Weltkriegs==  
==Einige Ursachen des ersten Weltkriegs==  
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==Ausbruch des Weltkriegs==
==Ausbruch des Weltkriegs==
Am 1. August wurde in Deutschland die Mobilmachung angeordnet. Wie in anderen Städten im Deutschen Reich, wurde auch in [[München]] der Kriegsbeginn von den Menschen größtenteils mit überschwänglicher Begeisterung bejubelt. Am [[Odeonsplatz]] versammelten sich Münchner, jubelten und sangen: "Die Wacht am Rhein" oder "Deutschland, Deutschland über alles". Mitten in dieser Menschenmasse auf dem Odeonsplatz befand sich auch der damals noch völlig unbekannte [[Adolf Hitler]], wie ein zufälliges Foto bezeugt.
Am 1. August wurde in Deutschland die Mobilmachung angeordnet. Wie in anderen Städten im Deutschen Reich, wurde auch in [[München]] der Kriegsbeginn von den Menschen größtenteils mit überschwänglicher Begeisterung bejubelt. Am [[Odeonsplatz]] versammelten sich Münchner, jubelten und sangen: „Die Wacht am Rhein” oder „Deutschland, Deutschland über alles”. Mitten in dieser Menschenmasse auf dem Odeonsplatz befand sich auch der damals noch völlig unbekannte [[Adolf Hitler]], wie ein zufälliges Foto bezeugt.


Am 3. August erklärte das Deutsche Reich Frankreich den Krieg. Nach am selben Tag marschierten deutsche Truppen im neutralen Belgien ein. Daraufhin stellte Großbritannien an Deutschland ein Ultimatum wegen der Verletzung der belgischen Neutralität, das wenige Stunden später zur Kriegserklärung zwischen diesen beiden Ländern führte.
Am 3. August erklärte das Deutsche Reich Frankreich den Krieg. Nach am selben Tag marschierten deutsche Truppen im neutralen Belgien ein. Daraufhin stellte Großbritannien an Deutschland ein Ultimatum wegen der Verletzung der belgischen Neutralität, das wenige Stunden später zur Kriegserklärung zwischen diesen beiden Ländern führte.
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== Schlacht von Verdun==
== Schlacht von Verdun==
Die Schlacht von Verdun, die vom 21. Februar bis 19. Dezember 1916 geführt wurde, gilt als die grausamste aller Kampfhandlungen im ersten Weltkrieg. Monatelang schossen die Soldaten aus den Schützengräben aufeinander, ohne wirklich nennenswerte Geländegewinne zu machen. Wurden ein paar Meter gewonnen, so verlor man auch schnell wieder ein paar Meter und zwar auf beiden Seiten. Es war ein einziges zermürbendes Hin und Her. Dazu kam, dass die Schützengräben durch das Wetter mit der Zeit verschlammten, was die Bedingungen für die Soldaten noch zusätzlich verschlechterte. Es war eine der verlustreichsten Schlachten auf deutscher wie auf französischer Seite. Manche sagten damals auch die "Hölle von Verdun".
Die Schlacht von Verdun, die vom 21. Februar bis 19. Dezember 1916 geführt wurde, gilt als die grausamste aller Kampfhandlungen im ersten Weltkrieg. Monatelang schossen die Soldaten aus den Schützengräben aufeinander, ohne wirklich nennenswerte Geländegewinne zu machen. Wurden ein paar Meter gewonnen, so verlor man auch schnell wieder ein paar Meter und zwar auf beiden Seiten. Es war ein einziges zermürbendes Hin und Her. Dazu kam, dass die Schützengräben durch das Wetter mit der Zeit verschlammten, was die Bedingungen für die Soldaten noch zusätzlich verschlechterte. Es war eine der verlustreichsten Schlachten auf deutscher wie auf französischer Seite. Manche sagten damals auch die „Hölle von Verdun”.


Dort verlor auch der Münchner Maler [[Franz Marc]], der sich freiwillig für den Krieg gemeldet hatte, mit 36 Jahren sein Leben.  
Dort verlor auch der Münchner Maler [[Franz Marc]], der sich freiwillig für den Krieg gemeldet hatte, mit 36 Jahren sein Leben.  
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Einige Tage zuvor befahl ungeachtet der laufenden deutschen Waffenstillstandsbemühungen die kaiserliche Admiralität am 24. Oktober 1918 für den 29. Oktober das Auslaufen der Flotte zu einer verzweifelten Schlacht („ehrenvoller Untergang“) gegen die eindeutig überlegene britische Royal Navy. Daraufhin kam es zu Meutereien der Schiffsbesatzungen in mehreren Häfen. Innerhalb weniger Tage kam es reichsweit zur Revolution, der so genannten ''[[Novemberrevolution]]'' unter Rufen nach Frieden, Demokratie und Brot. In zahlreichen deutschen Städten wurden ''Arbeiter- und Soldatenräte'' gegründet.  
Einige Tage zuvor befahl ungeachtet der laufenden deutschen Waffenstillstandsbemühungen die kaiserliche Admiralität am 24. Oktober 1918 für den 29. Oktober das Auslaufen der Flotte zu einer verzweifelten Schlacht („ehrenvoller Untergang“) gegen die eindeutig überlegene britische Royal Navy. Daraufhin kam es zu Meutereien der Schiffsbesatzungen in mehreren Häfen. Innerhalb weniger Tage kam es reichsweit zur Revolution, der so genannten ''[[Novemberrevolution]]'' unter Rufen nach Frieden, Demokratie und Brot. In zahlreichen deutschen Städten wurden ''Arbeiter- und Soldatenräte'' gegründet.  


Im Laufe des Jahres 1918 war man zunehmend der Meinung, der Kaiser interessiere sich nicht mehr für die Not, die seine Bevölkerung durch den Krieg erleiden musste. Denn die Versorgungslage in den Großstädten war lange Zeit katastrophal. Im Winter 1916/17 gab es aufgrund der schlechten Ernte der Bauern nur Steckrüben in allen Variationen zu essen, auch in München. Deshalb wurde er im Volksmund "Dotschenwinter" genannt. Auch die USA verlangten die Abdankung des Kaisers als Bedingung für Friedensverhandlungen. Doch Kaiser Wilhelm II. lehnte dies zunächst strikt ab.
Im Laufe des Jahres 1918 war man zunehmend der Meinung, der Kaiser interessiere sich nicht mehr für die Not, die seine Bevölkerung durch den Krieg erleiden musste. Denn die Versorgungslage in den Großstädten war lange Zeit katastrophal. Im Winter 1916/17 gab es aufgrund der schlechten Ernte der Bauern nur Steckrüben in allen Variationen zu essen, auch in München. Deshalb wurde er im Volksmund „Dotschenwinter” genannt. Auch die USA verlangten die Abdankung des Kaisers als Bedingung für Friedensverhandlungen. Doch Kaiser Wilhelm II. lehnte dies zunächst strikt ab.
   
   
[[Kurt Eisner]] rief in [[München]] den [[Freistaat Bayern]] aus. Kurz zuvor floh der bayerische [[König]] [[Ludwig III.]] aus München. Danach kam es im Frühjahr 1919 zur [[Münchner Räterepublik]].  
[[Kurt Eisner]] rief in [[München]] den [[Freistaat Bayern]] aus. Kurz zuvor floh der bayerische [[König]] [[Ludwig III.]] aus München. Danach kam es im Frühjahr 1919 zur [[Münchner Räterepublik]].  


Die Revolution erfasste am 9. November auch Berlin, wo der Reichskanzler Prinz Max von Baden die Abdankung des Kaisers und den Thronverzicht des preussischen Königs und des Kronprinzen bekanntgab. Wenig später tritt auch er selbst von seinem Amt zurück. [[Friedrich Ebert]] ([[SPD]]) wurde neuer Reichskanzler, ab 11. Februar 1919 war er Reichspräsident. Philipp Scheidemann (auch SPD, er folgte Ebert als Reichskanzler nach) rief am selben Tag von einem Seitenfenster des Reichstags vor der dort versammelten Menschenmasse die ''Republik'' aus.
Die Revolution erfasste am 9. November auch Berlin, wo der Reichskanzler Prinz Max von Baden die Abdankung des Kaisers und den Thronverzicht des preußischen Königs und des Kronprinzen bekanntgab. Wenig später tritt auch er selbst von seinem Amt zurück. [[Friedrich Ebert]] ([[SPD]]) wurde neuer Reichskanzler, ab 11. Februar 1919 war er Reichspräsident. Philipp Scheidemann (auch SPD, er folgte Ebert als Reichskanzler nach) rief am selben Tag von einem Seitenfenster des Reichstags vor der dort versammelten Menschenmasse die ''Republik'' aus.


Noch am selben Tag rief Karl Liebknecht, ehemals SPD, dann in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) "die freie sozialistische Republik Deutschlands" aus, was aber folgenlos blieb, da Liebknechts Gruppe nicht an der Schaltstelle der Macht war. Im Januar 1919 wurde er zusammen mit Rosa Luxemburg (KPD), nachdem der Spartakusaufstand niedergeschlagen war, von Militärs ermordet.
Noch am selben Tag rief Karl Liebknecht, ehemals SPD, dann in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) „die freie sozialistische Republik Deutschlands” aus, was aber folgenlos blieb, da Liebknechts Gruppe nicht an der Schaltstelle der Macht war. Im Januar 1919 wurde er zusammen mit Rosa Luxemburg (KPD), nachdem der Spartakusaufstand niedergeschlagen war, von Militärs ermordet.


Außerdem akzeptierte das Militär nun Friedrich Ebert und sagte ihm seine Unterstützung zu, für Ordnung im Reich zu sorgen. Das Militär war damals ein entscheidender Machtfaktor. Es war relativ selbständig gegenüber dem Staat. So war dies für Ebert ausschlaggebend, das Land vom Kriegszustand in den Frieden überführen zu können, obwohl es trotzdem nicht gelang, die bürgerkriegsähnlichen Zustände in den Straßen der Städte zu beenden.
Außerdem akzeptierte das Militär nun Friedrich Ebert und sagte ihm seine Unterstützung zu, für Ordnung im Reich zu sorgen. Das Militär war damals ein entscheidender Machtfaktor. Es war relativ selbständig gegenüber dem Staat. So war dies für Ebert ausschlaggebend, das Land vom Kriegszustand in den Frieden überführen zu können, obwohl es trotzdem nicht gelang, die bürgerkriegsähnlichen Zustände in den Straßen der Städte zu beenden.


Am 10. November 1918 floh Kaiser Wilhelm II. ins holländische Exil. Es entstand unter der Führung der SPD der "Rat der Volksbeauftragten", der das Land übergangsweise regierte, bis durch die Nationalversammlung in Weimar 1919 eine demokratische Verfassung gegeben und somit ein neuer Staat, die sogenannte [[Weimarer Republik]] gegründet wurde. Im Januar 1919 fanden die ersten demokratischen Wahlen in Deutschland zur Nationalversammlung statt. Erstmals hatten auch Frauen das Recht zu wählen und sich als Abgeordnete wählen zu lassen. Wegen der Unruhen in Berlin tagte die Nationalversammlung in Weimar.  
Am 10. November 1918 floh Kaiser Wilhelm II. ins holländische Exil. Es entstand unter der Führung der SPD der „Rat der Volksbeauftragten”, der das Land übergangsweise regierte, bis durch die Nationalversammlung in Weimar 1919 eine demokratische Verfassung gegeben und somit ein neuer Staat, die sogenannte [[Weimarer Republik]] gegründet wurde. Im Januar 1919 fanden die ersten demokratischen Wahlen in Deutschland zur Nationalversammlung statt. Erstmals hatten auch Frauen das Recht zu wählen und sich als Abgeordnete wählen zu lassen. Wegen der Unruhen in Berlin tagte die Nationalversammlung in Weimar.  


Gab es in Deutschland während des Krieges keinerlei Kampfhandlungen in Deutschland (kein Feindsoldat war auf deutschen Boden), so wird in Folge der Konterrevolution in einigen deutschen Städten wie in einem Bürgerkrieg gekämpft. Auch in München gab es durch die Reichstruppen, die gegen die Aufstände vorgingen, hunderte Tote.
Gab es in Deutschland während des Krieges keinerlei Kampfhandlungen in Deutschland (kein Feindsoldat war auf deutschem Boden), so wird in Folge der Konterrevolution in einigen deutschen Städten wie in einem Bürgerkrieg gekämpft. Auch in München gab es durch die Reichstruppen, die gegen die Aufstände vorgingen, hunderte Tote.


==Schwierige Anfangsjahre der Republik==
==Schwierige Anfangsjahre der Republik==
Die neue Regierung bzw. die Weimarer Republik hatte es mit vielen Feinden von links (Kommunisten) und von rechts (Nationalisten und militärischen Untergrundorganisationen) zu tun. Letztere verübten Attentate auf Politiker (z.B. auf Matthias Erzberger und [[Walther Rathenau]]). Außerdem verbreiteten Teile des Militärs die sogenannte Legende vom "Dolchstoß", in der behauptet wurde, "dass die deutschen Soldaten im Felde unbesiegt geblieben seien und sie durch Waffenstillstansverhandlungen einen Dolchstoß von vaterlandslosen Zivilisten in den Rücken erhalten hätten". Aber in Wahrheit waren die deutschen Soldaten ausgelaugt, am Ende ihrer Kräfte und deshalb kriegsmüde. Trotzdem hielt sich dieses Gerücht in einigen Teilen der Bevölkerung hartnäckig. Vor allem die republikfeindlichen Parteien nahmen diese Lüge wohlwollend auf. Die demokratischen Parteien wurden aufgrund der Dolchstoßlegende auch als "Novemberverbrecher" bezeichnet. Damit wurden die Attentate als gerechtfertigte Sache hingestellt. Somit wurde bewusst ein republikfeindliches Klima geschaffen. Auch der Friedensvertrag von Versailles trug dazu bei. Gegen Putschversuche musste die demokratische Regierung bestehen.
Die neue Regierung bzw. die Weimarer Republik hatte es mit vielen Feinden von links (Kommunisten) und von rechts (Nationalisten und militärischen Untergrundorganisationen) zu tun. Letztere verübten Attentate auf Politiker (z.B. auf Matthias Erzberger und [[Walther Rathenau]]). Außerdem verbreiteten Teile des Militärs die sogenannte Legende vom „Dolchstoß”, in der behauptet wurde, „dass die deutschen Soldaten im Felde unbesiegt geblieben seien und sie durch Waffenstillstansverhandlungen einen Dolchstoß von vaterlandslosen Zivilisten in den Rücken erhalten hätten”. Aber in Wahrheit waren die deutschen Soldaten ausgelaugt, am Ende ihrer Kräfte und deshalb kriegsmüde. Trotzdem hielt sich dieses Gerücht in einigen Teilen der Bevölkerung hartnäckig. Vor allem die republikfeindlichen Parteien nahmen diese Lüge wohlwollend auf. Die demokratischen Parteien wurden aufgrund der Dolchstoßlegende auch als "Novemberverbrecher" bezeichnet. Damit wurden die Attentate als gerechtfertigte Sache hingestellt. Somit wurde bewusst ein republikfeindliches Klima geschaffen. Auch der Friedensvertrag von Versailles trug dazu bei. Gegen Putschversuche musste die demokratische Regierung bestehen.
Erst Mitte der 1920er Jahre wird sich die Republik durch einen kurzen wirtschaftlichen Aufschwung für nur wenige Jahre politisch einigermaßen stabilisieren. Denn mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 steht die Republik erneut vor großen Herausforderungen.
 
Erst Mitte der 1920er-Jahre wird sich die Republik durch einen kurzen wirtschaftlichen Aufschwung für nur wenige Jahre politisch einigermaßen stabilisieren. Denn mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 steht die Republik erneut vor großen Herausforderungen.


== Literatur==
== Literatur==
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