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Im Dezember 1878 begann M. Liebermann mit der Arbeit an ''Der zwölfjährige Jesus im Tempel.'' Erste Skizzen für dieses Werk hatte er bereits in den Synagogen von Amsterdam und Venedig angefertigt. Nie zuvor inszenierte er ein Bild unter größerem Arbeitsaufwand: Die Studien der Synagogeninterieurs verband er mit individuellen Figuren, von denen er vorher Aktstudien fertigte, um sie dann bekleidet zusammenzuführen. Das Sujet tauchte er in beinahe mystisches Licht, das vom Jesuskind als der leuchtenden Mitte auszugehen scheint. | Im Dezember 1878 begann M. Liebermann mit der Arbeit an ''Der zwölfjährige Jesus im Tempel.'' Erste Skizzen für dieses Werk hatte er bereits in den Synagogen von Amsterdam und Venedig angefertigt. Nie zuvor inszenierte er ein Bild unter größerem Arbeitsaufwand: Die Studien der Synagogeninterieurs verband er mit individuellen Figuren, von denen er vorher Aktstudien fertigte, um sie dann bekleidet zusammenzuführen. Das Sujet tauchte er in beinahe mystisches Licht, das vom Jesuskind als der leuchtenden Mitte auszugehen scheint. | ||
Gegen dieses Bild brandete reichsweit in der Presse eine Welle der Empörung auf. Während sich Prinzregent [[Luitpold]] auf die Seite Liebermanns stellte, schrieb die Augsburger Allgemeine, der Künstler habe „den hässlichsten, naseweisesten Judenjungen, den man sich denken kann“, gemalt. In der Öffentlichkeit wurde Liebermann als „Herrgottsschänder“ systematisch verunglimpft. | Gegen dieses Bild brandete reichsweit in der konservativen Presse eine Welle der Empörung auf. Während sich Prinzregent [[Luitpold]] auf die Seite Liebermanns stellte, schrieb die Augsburger Allgemeine, der Künstler habe „den hässlichsten, naseweisesten Judenjungen, den man sich denken kann“, gemalt. In der deutschen Öffentlichkeit wurde Liebermann als „Herrgottsschänder“ systematisch verunglimpft. | ||
Liebermann stellte das Werk mit großem Erfolg 1881 in Den Haag und drei Jahre später in Paris aus. Jedoch führte die anhaltende Polemik im eigenen Land dazu, dass er den Jesusknaben 1884 übermalte. Die nackten Füße bedeckte er mit Sandalen, den kurzen Kittel verwandelte er in ein fließendes, wadenlanges Gewand, aus dem dunklen wurde goldenes Haar | |||
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