Untergiesing-Harlaching: Unterschied zwischen den Versionen

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Auf dem Gebiet von Harlaching zeugen archäologische Funde von ersten menschlichen Siedlungen bereits in der Eisenzeit. Mehrere Grabfunde aus verschiedenen Epochen weisen auf eine dünne, aber anhaltende keltische Besiedlung hin. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich um 1150 als ''Hadaleichingen''. Der Name deutet auf den Personennamen ''Hadaleih''. Es wird vermutet, dass um 600 ein germanischer Sippenchef die Ansiedlung gegründet oder übernommen hat, die seither seinen Namen trägt. Ein neuerer Ableitungsversuch bezieht sich auf die Bezeichnung ''Harlachen'' für Waldlichtung und geht von der Annahme eines unechten ''-ing'' Ortsnamens aus. Gegen diese These spricht allerdings die Tatsache, dass die früheste überlieferte Namensform nicht ''Harlach-'' sondern ''Hadaleih-'' lautet, mit den Varianten ''Hadeleich-en'', ''Hadelah-ingen'' und ''Hadelich-ingen''.
Auf dem Gebiet von Harlaching zeugen archäologische Funde von ersten menschlichen Siedlungen bereits in der Eisenzeit. Mehrere Grabfunde aus verschiedenen Epochen weisen auf eine dünne, aber anhaltende keltische Besiedlung hin. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich um 1150 als ''Hadaleichingen''. Der Name deutet auf den Personennamen ''Hadaleih''. Es wird vermutet, dass um 600 ein germanischer Sippenchef die Ansiedlung gegründet oder übernommen hat, die seither seinen Namen trägt. Ein neuerer Ableitungsversuch bezieht sich auf die Bezeichnung ''Harlachen'' für Waldlichtung und geht von der Annahme eines unechten ''-ing'' Ortsnamens aus. Gegen diese These spricht allerdings die Tatsache, dass die früheste überlieferte Namensform nicht ''Harlach-'' sondern ''Hadaleih-'' lautet, mit den Varianten ''Hadeleich-en'', ''Hadelah-ingen'' und ''Hadelich-ingen''.


Der alte Ortskern lag um das Wallfahrtsziel [[Wallfahrtskirche St. Anna|St.-Anna-Kircherl]] am [[Harlachinger Berg]], das 1315 erstmalig als zum Kloster [[Tegernsee]] gehörig erwähnt wurde. Die wenigen Häuser waren von Wäldern und Wiesen umgeben. Zur ersten Gemeindebildung mit Festlegung eines Patrimonialgerichtes kam es 1818 zusammen mit [[Geiselgasteig]], [[Grasbrunn|Harthausen]], [[Hellabrunn|Hellbrunn]], [[Laufzorn]], [[Siebenbrunn]] und [[Wörnbrunn]]. Später wurde Harlaching für kurze Zeit Teil der Gemeinde [[Giesing]]. Am 01. Oktober 1854 wurde das Gebiet mit etwa 50 Einwohnern und seinen schon damals beliebten Ausflugszielen wie der [[Menterschwaige]] als Stadtteil zu München [[Eingemeindung|eingemeindet]].
Der alte Ortskern lag um das Wallfahrtsziel [[Wallfahrtskirche St. Anna|St.-Anna-Kircherl]] am [[Harlachinger Berg]], das 1315 erstmalig als zum Kloster [[Tegernsee]] gehörig erwähnt wurde. Die wenigen Häuser waren von Wäldern und Wiesen umgeben. Zur ersten Gemeindebildung mit Festlegung eines Patrimonialgerichtes kam es 1818 zusammen mit [[Geiselgasteig]], Harthausen, [[Hellabrunn|Hellbrunn]], [[Laufzorn]], [[Siebenbrunn]] und [[Wörnbrunn]]. Später wurde Harlaching für kurze Zeit Teil der Gemeinde [[Giesing]]. Am 01. Oktober 1854 wurde das Gebiet mit etwa 50 Einwohnern und seinen schon damals beliebten Ausflugszielen wie der [[Menterschwaige]] als Stadtteil zu München [[Eingemeindung|eingemeindet]].


Ab etwa 1900 begann eine zunehmend rasante Bautätigkeit auf den ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen. Am Anfang stand die nach Plänen der Architekten [[Gabriel von Seidl]] und [[Max Littmann]] Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Areal des früheren ''Harlachinger Schlosses'' errichtete ''Gartenstadt Harlaching'', die bis heute ihren grünen Charakter bewahren konnte. 1910 wurde nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde Grünwald und vielen Grundbesitzern die [[Tram]]linie zwischen dem Stadtzentrum Münchens und dem Marktplatz von Grünwald als ''Isartal-Außenlinie'' (heute Linien 15/25) eröffnet. Damit nahm die Beliebtheit von Wochenendausflügen ins Isartal zwischen Flaucher und Grünwald sprunghaft zu, und auch der Siedlungsdruck wuchs. 1911 wurde zudem in den Isarauen der [[Tierpark Hellabrunn]] eröffnet, der weitere Besucher anzog. Alt-Harlaching mit der Menterschwaige ist heute ein aus der Gartenstadtidee entstandenes, weiträumiges und repräsentatives Villenviertel mit den höchsten Mietpreisen in München.  
Ab etwa 1900 begann eine zunehmend rasante Bautätigkeit auf den ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen. Am Anfang stand die nach Plänen der Architekten [[Gabriel von Seidl]] und [[Max Littmann]] Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Areal des früheren ''Harlachinger Schlosses'' errichtete ''Gartenstadt Harlaching'', die bis heute ihren grünen Charakter bewahren konnte. 1910 wurde nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde Grünwald und vielen Grundbesitzern die [[Tram]]linie zwischen dem Stadtzentrum Münchens und dem Marktplatz von Grünwald als ''Isartal-Außenlinie'' (heute Linien 15/25) eröffnet. Damit nahm die Beliebtheit von Wochenendausflügen ins Isartal zwischen Flaucher und Grünwald sprunghaft zu, und auch der Siedlungsdruck wuchs. 1911 wurde zudem in den Isarauen der [[Tierpark Hellabrunn]] eröffnet, der weitere Besucher anzog. Alt-Harlaching mit der Menterschwaige ist heute ein aus der Gartenstadtidee entstandenes, weiträumiges und repräsentatives Villenviertel mit den höchsten Mietpreisen in München.  
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