115
Bearbeitungen
Girus (Diskussion | Beiträge) KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
K (→Erzählungen) |
||
| Zeile 16: | Zeile 16: | ||
Wolf vermerkt: Ein Leichenacker sei auf der Hofstatt nie gewesen, auch nicht in seinem alten Stadtplan oder einer alten Urkunde verzeichnet, auch seien die Gebeine nicht in geordneter Reihe, wie in allen christlichen Leichenäckern, eingegraben. Seit Menschen Gedenken erzählte die Volkssage in München, dass es an diesem Platz geistere, und man Hingerichtete, ihre Köpfe unterm Arm tragend, nachts dort habe umherwandeln sehe und dergleichen Aberglauben mehr, wie sie bei allen Richtstätten berichtet werden. Herzog Rudolf schenkte um das Jahr 1300 den Platz, wo heute die Hofstatt steht, seinem damaligen Stadtrichter Hartwich dem Schleißbecken, (in den Urkunden meist, Schleßbecken oder Slaespecken geschrieben), der sein Stammschloss zu Schleißbach, gleich außerhalb dem Markte Mainburg in der Hallertau hatte, dann von München wegkam und um 1302 als Richter zu Kitzbühel und einige Jahre später als solcher zu [[Wolfratshausen]] erscheint. Um diese Zeit war aber der Platz der heutigen Hofstatt schon nicht mehr außerhalb der alten Stadt gelegen, sondern alle diese Vororte und Höfe waren durch eine neue Burgmauer mit Toren, Türmen, Zwinger, Graben usw. mit der [[Altstadt]] zu einem Ganzen vereinigt. | Wolf vermerkt: Ein Leichenacker sei auf der Hofstatt nie gewesen, auch nicht in seinem alten Stadtplan oder einer alten Urkunde verzeichnet, auch seien die Gebeine nicht in geordneter Reihe, wie in allen christlichen Leichenäckern, eingegraben. Seit Menschen Gedenken erzählte die Volkssage in München, dass es an diesem Platz geistere, und man Hingerichtete, ihre Köpfe unterm Arm tragend, nachts dort habe umherwandeln sehe und dergleichen Aberglauben mehr, wie sie bei allen Richtstätten berichtet werden. Herzog Rudolf schenkte um das Jahr 1300 den Platz, wo heute die Hofstatt steht, seinem damaligen Stadtrichter Hartwich dem Schleißbecken, (in den Urkunden meist, Schleßbecken oder Slaespecken geschrieben), der sein Stammschloss zu Schleißbach, gleich außerhalb dem Markte Mainburg in der Hallertau hatte, dann von München wegkam und um 1302 als Richter zu Kitzbühel und einige Jahre später als solcher zu [[Wolfratshausen]] erscheint. Um diese Zeit war aber der Platz der heutigen Hofstatt schon nicht mehr außerhalb der alten Stadt gelegen, sondern alle diese Vororte und Höfe waren durch eine neue Burgmauer mit Toren, Türmen, Zwinger, Graben usw. mit der [[Altstadt]] zu einem Ganzen vereinigt. | ||
Hartwich legte an dem Platz der Hofstatt auf seine Kosten acht Häuser an, von denen er eines einige Jahre auch selbst bewohnte, die übrigen sieben aber an Handwerker und andere vermietete. Über 200 Jahre lang hieß man es daselbst "auf des Schleißbecken Hofstatt", trotzdem die Schleißbecken nur kurze Zeit dort ihren Besitz hatten. Schon Hartwichs Sohn Heinrich, Ritter von Schleißbach, der 1343 starb und in der Augustinerkirche begraben wurde, musste einige Häuser in der Hofstatt verkaufen. Dessen Sohn Thomas, der ganz verarmte, musste [[1366]] das letzte ihm dort gebliebene Haus an Private veräußern. Aber nach und nach kamen die Schleißbecker doch in Vergessenheit und es blieb nur der Name "auf der Hofstatt". | Hartwich legte an dem Platz der Hofstatt auf seine Kosten acht Häuser an, von denen er eines einige Jahre auch selbst bewohnte, die übrigen sieben aber an Handwerker und andere vermietete. Über 200 Jahre lang hieß man es daselbst "auf des Schleißbecken Hofstatt", trotzdem die Schleißbecken nur kurze Zeit dort ihren Besitz hatten. Schon Hartwichs Sohn Heinrich, Ritter von Schleißbach, der 1343 starb und in der [[Augustinerkirche]] begraben wurde, musste einige Häuser in der Hofstatt verkaufen. Dessen Sohn Thomas, der ganz verarmte, musste [[1366]] das letzte ihm dort gebliebene Haus an Private veräußern. Aber nach und nach kamen die Schleißbecker doch in Vergessenheit und es blieb nur der Name "auf der Hofstatt". | ||
In seiner Topographischen Geschichte Münchens, weist Dr. [[Georg Kaspar Nagler]] darauf hin, dass im 13. Jahrhundert außerhalb des alten Stadtgrabens die Bürger ihre Obst- und Gemüsegärten hatten und dabei oft größere oder kleinere "Hofstätten". | In seiner Topographischen Geschichte Münchens, weist Dr. [[Georg Kaspar Nagler]] darauf hin, dass im 13. Jahrhundert außerhalb des alten Stadtgrabens die Bürger ihre Obst- und Gemüsegärten hatten und dabei oft größere oder kleinere "Hofstätten". | ||
Bearbeitungen