Georg Pöltl: Unterschied zwischen den Versionen

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==Leben==
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Georg Pöltl wurde am 1.12.1928 in München-[[Bogenhausen]] geboren, seine Mutter war Maria Pöltl, geb. Erlacher, sein Vater Georg Pöltl (* 1903 München, gefallen 15.2.1943 in den Kämpfen am Donez als Wachtmeister der Schp. der Res.) war von Beruf Friseurmeister und hatte einen Friseurladen in [[Trudering]]. Ab seinem 10. Lebensjahr und dem Ausbruch des  
Georg Pöltl wurde am 1.12.1928 in München-[[Bogenhausen]] geboren, seine Mutter war Maria Pöltl, geb. Erlacher (*22.2.1904 München †16.10.1984), sein Vater Georg Pöltl (* 1903 München, gefallen 15.2.1943 in den Kämpfen am Donez als Wachtmeister der Schp. der Res.) war von Beruf Friseurmeister und hatte einen Friseurladen in [[Trudering]]. Ab seinem 10. Lebensjahr und dem Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1.9.1939 wuchs der junge Georg allein auf sich gestellt auf, sein Vater wurde mit Kriegsbeginn eingezogen, seine Mutter wurde verpflichtet, tagsüber, teilweise bis in die Nacht hinein Schreibarbeiten bei der Polizei auszuführen. So ging er oft zu seinen Großeltern Maria und Ludwig Erlacher, die in der [[Ismaninger Straße]] 77 ein Schreibwarengeschäft betrieben und die auch dort wohnten. In unmittelbarer Nähe zur Ismaninger Straße befand sich auch das [[Nebenlager des Konzentrationslagers Dachau|KZ-Außenlager]] der SS in der [[Möhlstraße]].  
2. Weltkrieges am 1.9.1939 wuchs der junge Georg allein auf sich gestellt auf, sein Vater wurde mit Kriegsbeginn eingezogen, seine Mutter wurde verpflichtet, tagsüber Schreibarbeiten bei der Polizei auszuführen. So ging er oft zu seinen Großeltern Maria und Ludwig Erlacher, die in der [[Ismaninger Straße]] 77 ein Schreibwarengeschäft betrieben und die auch dort wohnten. In unmittelbarer Nähe zur Ismaninger Straße befand sich auch das [[Nebenlager des Konzentrationslagers Dachau|KZ-Außenlager]] der SS in der [[Möhlstraße]].  


Schorschi sympatisierte mit den Juden und zeigte seiner Cousine Bobby Hein geb. Conrad (*1931 München), dass er unter seinem Hemd einen gelben Judenstern trug, den er sich auf sein Unterhemd genäht hatte. Auf diese Weise versuchte er wohl seine Verbundenheit mit den Juden zu zeigen.  
Schorschi sympatisierte mit den Juden und zeigte seiner Cousine Gertraud (Bobby) Hein geb. Conrad (*1931 München), dass er unter seinem Hemd einen gelben Judenstern trug, den er sich auf sein Unterhemd genäht hatte. Auf diese Weise versuchte er wohl seine Verbundenheit mit den Juden zu zeigen.  


Als Georg Pöltl am 13.2.1945 einem jüdischen Mädchen Essbares reichte, wurde er beobachtet und ins KZ Dachau eingeliefert. Seine Häftlingsnummer war ''140997''. Auszug aus einer Nachkriegsabschrift der Originalhäftlingskartei aus dem Konzentrationslager Dachau zeigt, dass Georg Pöltl in Schutzhaft und unter ''NAL'' eingestuft wurde. NAL bedeutet, nicht aus dem Lager. Häftlinge, die für eine Vernehmung zweiten oder dritten Grades durch die Politische Abteilung oder zur Exekution bestimmt waren. Sein letzter Wohnsitz war München-Bogenhausen, [[Scheinerstraße]] 33.
Als Georg Pöltl am 13.2.1945 einem jüdischen Mädchen Essbares reichte, wurde er beobachtet und ins KZ Dachau eingeliefert. '''Seine Häftlingsnummer war 140997'''. Auszug aus einer Nachkriegsabschrift der Originalhäftlingskartei aus dem Konzentrationslager Dachau zeigt, dass Georg Pöltl in '''Schutzhaft und unter NAL''' eingestuft wurde. '''NAL bedeutet, nicht aus dem Lager. Häftlinge, die für eine Vernehmung zweiten oder dritten Grades durch die Politische Abteilung oder zur Exekution bestimmt waren.''' Sein letzter Wohnsitz war München-Bogenhausen, [[Scheinerstraße]] 33.


Wohl durch katastrophale hygienischen Bedingungen im [[KZ Dachau]], die dort 1945 herrschten, bekam er die Ruhr. Nach Auskunft von dem Mithäftling Rudolf Bierle und Kugler († 1946 München) wurde Georg Pöltl wohl noch lebend ins Krematorium gebracht. Neuere Erkenntnisse sprechen davon, dass noch im Februar 1945 das Krematorium geschlossen wurde, Georg Pöltl an der Ruhr und Unterernährung im KZ Dachau im Alter von 16 Jahren am 4.4.1945 starb und seine Leiche in einem Massengrab liegt.
Wohl durch katastrophale hygienischen Bedingungen im [[KZ Dachau]], die dort 1945 herrschten, bekam er die Ruhr. Nach Auskunft von dem Mithäftling Rudolf Bierle und Kugler († 1946 München) wurde Georg Pöltl wohl noch lebend ins Krematorium gebracht. Neuere Erkenntnisse sprechen davon, dass noch im Februar 1945 das Krematorium geschlossen wurde, Georg Pöltl an der Ruhr und Unterernährung im KZ Dachau im Alter von 16 Jahren am 4.4.1945 starb und seine Leiche in einem Massengrab verscharrt wurde.


Anfang April 1945 fuhren seine Mutter Maria Pöltl und deren Schwester Karoline Wittmann, geb. Erlacher (* 1913 München, † 1978) nach Dachau zum KZ und wollten dort für Georg Pöltl ein Esspaket abgeben. Darauf hin wurde den Beiden von der Lagerverwaltung mitgeteilt, sie können das Paket wieder mitnehmen und eine Handvoll Asche dazu. An diesem  Schicksal ihres einzigen Kindes ist seine Mutter Maria Pöltl letztendlich zerbrochen.
Anfang April 1945 fuhren seine Mutter Maria Pöltl und deren Schwester Karoline Wittmann, geb. Erlacher (* 1913 München, † 1978) nach Dachau zum KZ und wollten dort für Georg Pöltl ein Esspaket abgeben. Darauf hin wurde den Beiden von der Lagerverwaltung mitgeteilt, sie können das Paket wieder mitnehmen und eine Handvoll Asche dazu. An diesem  Schicksal ihres einzigen Kindes ist seine Mutter Maria Pöltl letztendlich zerbrochen - bis zu ihrem Tod 1984 wollte sie den Tod ihres einzigen Kindes nicht wahrnehmen und bekam Weinkrämpfe, wenn man auf ihren Sohn zu sprechen kam.


Karoline Wittmann hatte um 1940 anhand von ihren Zeichnungen um 1930 ihre Schwester mit ihrem Kind Georg auf der [[Akademie der Bildenden Künste]] in München in Öl gemalt. Dieses Bild befindet sich heute im Besitz der Bürgerstiftung für verfemte Kunst in Solingen und wurde 2013 in der Ausstellung im Deutschen Bundestag "Kunst in der Katastrophe" Katalog Seite 30 und Abb. Seite 31 sowie im Ephrahimpalais Berlin ausgestellt. Georg Pöltl hat kein Grab, nur dieses Ölbild zeugt von seiner Existenz und einige Formulare und Fotos, die sich in der Nachlassverwaltung von Karoline Wittmann pm.wittmann@web.de befinden.
Karoline Wittmann hatt um 1940 ihre Schwester mit ihrem Schorschi im Arm auf der [[Akademie der Bildenden Künste]] in München in Öl gemalt. Vorlage war eine Zeichnung aus 1930. Dieses Bild befindet sich heute im Besitz der Bürgerstiftung für verfemte Kunst in Solingen und war ausgestellt im Januar 2013 in der Ausstellung im Deutschen Bundestag "Kunst in der Katastrophe" Katalog Seite 30 und Abb. Seite 31 sowie im Ephrahimpalais Berlin in der Ausstellung "verfemt, verfolgt - vergessen? Kunst im Nationalsozialismus vom 15.3.-28.7.2013. Georg Pöltl hat kein Grab, nur dieses Ölbild zeigt ihn als Baby in den Armen der Mutter.Die Unterlagen zu Georg Pöltl hat die  Nachlassverwaltung von Karoline Wittmann pm.wittmann@web.de




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