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2. Weltkrieges am 1.9.1939 wuchs der junge Georg allein auf sich gestellt auf, sein Vater wurde seit Kriegsbeginn eingezogen, seine Mutter wurde verpflichtet, tagsüber Schreibarbeiten bei der Polizei auszuführen. So ging er oft zu seinen Großeltern Maria und Ludwig Erlacher, die in der Ismaninger Str. 77, München ein Schreibwarengeschäft betrieben und die auch dort wohnten. In unmittelbarer Nähe zur Ismaninger Straße befand sich auch das KZ Außenlager der SS in der [[Möhlstraße]]. | 2. Weltkrieges am 1.9.1939 wuchs der junge Georg allein auf sich gestellt auf, sein Vater wurde seit Kriegsbeginn eingezogen, seine Mutter wurde verpflichtet, tagsüber Schreibarbeiten bei der Polizei auszuführen. So ging er oft zu seinen Großeltern Maria und Ludwig Erlacher, die in der Ismaninger Str. 77, München ein Schreibwarengeschäft betrieben und die auch dort wohnten. In unmittelbarer Nähe zur Ismaninger Straße befand sich auch das KZ Außenlager der SS in der [[Möhlstraße]]. | ||
Schorschi sympatisierte mit den Juden und zeigte seiner Cousine Bobby geb. Conrad (*1931 München), dass er unter seinem Hemd einen gelben Judenstern trug, den er sich auf sein Unterhemd genäht hat. Auf diese weise versuchte er wohl seine Verbundenheit mit den Juden zu zeigen. | Schorschi sympatisierte mit den Juden und zeigte seiner Cousine Bobby Hein geb. Conrad (*1931 München), dass er unter seinem Hemd einen gelben Judenstern trug, den er sich auf sein Unterhemd genäht hat. Auf diese weise versuchte er wohl seine Verbundenheit mit den Juden zu zeigen. | ||
Als Georg Pöltl am 13. 2. 1945 einem jüdischen Mädchen Essbares reichte, wurde er beobachtet und ins KZ Dachau eingeliefert. Seine Häftlingsnummer war '''140997'''. Auszug aus einer Nachkriegsabschrift der Originalhäftlingskartei aus dem Konzentrationslager Dachau zeigt, dass Georg Pöltl in Schutzhaft und unter '''NAL''' eingestuft wurde. | Als Georg Pöltl am 13. 2. 1945 einem jüdischen Mädchen Essbares reichte, wurde er beobachtet und ins KZ Dachau eingeliefert. Seine Häftlingsnummer war '''140997'''. Auszug aus einer Nachkriegsabschrift der Originalhäftlingskartei aus dem Konzentrationslager Dachau zeigt, dass Georg Pöltl in Schutzhaft und unter '''NAL''' eingestuft wurde. | ||
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Anfang April 1945 fuhren seine Mutter Maria Pöltl und deren Schwester Karoline Wittmann, geb. Erlacher (*1913 München †1978) nach Dachau zum KZ und wollten dort für Georg Pöltl ein Esspacket abgeben. Darauf hin wurde den Beiden von der Lagerverwaltung mitgeteilt, sie können das Packet wieder mitnehmen und eine Handvoll Asche dazu. An diesem Schicksal ihres einzigen Kindes ist seine Mutter Maria Pöltl letztendlich zerbrochen. | Anfang April 1945 fuhren seine Mutter Maria Pöltl und deren Schwester Karoline Wittmann, geb. Erlacher (*1913 München †1978) nach Dachau zum KZ und wollten dort für Georg Pöltl ein Esspacket abgeben. Darauf hin wurde den Beiden von der Lagerverwaltung mitgeteilt, sie können das Packet wieder mitnehmen und eine Handvoll Asche dazu. An diesem Schicksal ihres einzigen Kindes ist seine Mutter Maria Pöltl letztendlich zerbrochen. | ||
Karoline Wittmann hatte um 1940 anhand von ihren Zeichnungen um 1930 ihre Schwester mit ihrem Kind Georg auf der Akademie für bildende Künste in München in Öl gemalt. Dieses Bild befindet sich heute im Besitz der Bürgerstiftung für verfemte Kunst in Solingen und wurde 2013 in der Ausstellung im Deutschen Bundestag "Kunst in der Katastrophe" Katalog Seite 30 und Abb. Seite 31 sowie im Ephrahimpalais Berlin ausgestellt. Georg Pöltl hat kein Grab, nur dieses Ölbild zeigt von seiner Existenz und einige Formulare und Foto, die sich in der Nachlassverwaltung von Karoline Wittmann pm.wittmann@web.de befinden. siehe auch www.karoline-wittmann.de | Karoline Wittmann hatte um 1940 anhand von ihren Zeichnungen um 1930 ihre Schwester mit ihrem Kind Georg auf der Akademie für bildende Künste in München in Öl gemalt. Dieses Bild befindet sich heute im Besitz der Bürgerstiftung für verfemte Kunst in Solingen und wurde 2013 in der Ausstellung im Deutschen Bundestag "Kunst in der Katastrophe" Katalog Seite 30 und Abb. Seite 31 sowie im Ephrahimpalais Berlin ausgestellt. Georg Pöltl hat kein Grab, nur dieses Ölbild zeigt von seiner Existenz und einige Formulare und Foto, die sich in der Nachlassverwaltung von Karoline Wittmann pm.wittmann@web.de befinden. siehe auch www.karoline-wittmann.de | ||
==Literatur== | |||
*Expressive Gegenständlichkeit.Schicksale Figurativer Malerei und Graphik im 20. Jahrhundert: Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider, S.459,609-610,Abb. 580,Kettler-Kunst, ISBN 3-935019-20-3. | |||
*Entdeckte Moderne. Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider. Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider, Abb. 204, S.264, Kettler-Kunst, ISBN 978-3-941100-16-9 | |||
*Kunst in der Katastrophe. Katalog des Deutschen Bundestages,S.30, Abb. S.31, Jan. 2013 | |||
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