Maurice Bavaud

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Maurice Bavaud (* 15. Januar 1916 in Neuenburg, Schweiz; † 14. Mai 1941 in Berlin-Plötzensee) war techn. Zeichner und Schüler einer Missionarsausbildung. Er unternahm einen Attentatsversuch im November 1938 auf Hitler.

Kindheit

Aufgewachsen ist er in Neuenburg als Sohn eines Postangestellten und einer Geschäftsfrau. Er hatte fünf jüngere Geschwister. Er abdolvierte eine Lehre als technischer Zeichner und besuchte danach das katholische Gymnasiums mit Internat in Saint-Ilan bei Saint-Brieuc in der Bretagne. Nach drei Jahren brach der 22-jährige überraschend die Ausbildung ab und kehrte 1938 in die Heimat zurück.

1938: Maurice Bavauds Attentatsversuch

Maurice Bavaud wollte Hitler beim jährlichen NS-Gedenkmarsch am 9. November 1938 zur Münchner Feldherrnhalle mit einer Pistole erschießen. Dazu gab er sich als begeisterter Nazi aus, um als Zuschauer einen Platz auf der Ehrentribüne zu bekommen. Das Attentat scheiterte, da Hitler von Bavaud zu weit entfernt war.

Auch in den nächsten Tagen konnte Bavaud nicht nahe genug an Hitler herantreten, so dass er aufgab und mit dem Zug nach Paris ausreisen wollte. Da er keine Fahrkarte hatte, wurde er schon in Augsburg festgenommen.

1939

In einem geheimen Prozess vor dem Volksgerichtshof am 18. Dezember 1939 gab er als Motiv an, Hitler töten zu wollen, da jener eine Gefahr für die Menschheit, für die Unabhängigkeit der Schweiz und für den Katholizismus in Deutschland sei. Bavaud wurde zum Tode verurteilt. Das Verfahren selbst war rechtswidrig.

1941

Bavaud wurde im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee am 14. Mai 1941 um sechs Uhr früh mit einer Guillotine enthauptet.

Rehabilitation

Die Rehabilitation in der Schweiz zog sich bis 1989 hin. Ein Gedenkstele für Maurice Bavaud steht in seinem Heimatort Hauterive (bei Neuchatel).

1956 annulliert das Berliner Kammergericht den Schuldspruch. Die Bundesrepublik Deutschland sprach den Hinterbliebenen nach zwei Gerichtsverfahren eine Wiedergutmachung von 40.000 Schweizer Franken zu. Danach geriet er für Jahre in öffentliches Vergessen.

Medien, Literatur

  • Peter Maxwill: Der Theologe, der den Tyrannen jagte. (Veröffentlicht bei Spiegel am 6.11.2013. Mit Bildern)
  • Film: "Es ist kalt in Brandenburg" vom Filmkollektiv Zürich AG (Hans Stürm, Villi Hermann und Niklaus Meienberg).

Bücher

  • Niklaus Meienberg: Es ist kalt in Brandenburg. Ein Hitler-Attentat. Limmat Verlag, Zürich, 1980, 186 Seiten.
  • Rolf Hochhuth: „Tell 38“. Rowohlt-Verlag, Hamburg, 1979; 160 Seiten.


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