Marienkapelle

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Grundriss der Frauenkirche, darin in rot Rekonstruktion des Grundrisses der alten Marienkapelle durch Walter Haas nach den Grabungsbefunden

Die Marienkapelle war die Vorläuferkirche der Frauenkirche in München.

Geschichte

Die Marienkapelle war nach St. Peter die zweite Pfarrkirche Münchens. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert. Seit Ludwig dem Bayern war sie Grablege der in München regierenden Herzöge aus dem Haus Wittelsbach. 1472 wurde sie abgerissen, um der heutigen Frauenkirche Platz zu machen.

Beschreibung

Die Marienkapelle war eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit einem spätromanischen Langhaus ohne Querschiff, einem gotischen Chor, der über die Seitenschiffe hinausragte, und einer Zweiturm-Westfassade. Sie lag im Bereich des Mittelschiffs und des südlichen Seitenschiffs der heutigen Frauenkirche. Mit einer lichten Länge von 60 m war sie mehr als halb so lang wie die heutige Frauenkirche mit 109 m.

Der Westabschluss der Marienkapelle lag ungefähr auf der Linie zwischen Nordwest- und Südwestportal der heutigen Frauenkirche. Vor der Zweiturm-Fassade lag eine Vorhalle mit vier Säulen, die ein Pultdach trugen. Der Chor, die gleiche Breite wie das Mittelschiff hatte, lag um drei Stufen höher als das Langhaus. Im Scheitel des Chores stand ein Hochaltar, vor dem Lettner im Langhaus ein Volksaltar, auch Kreuzaltar genannt, und in der Mitte des Chores das Hochgrab von Kaiser Ludwig dem Bayern und seiner ersten Frau Beatrix.

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