Zahnbrechersiedlung: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Zahnbrechersiedlung''' ist eine der ersten Siedlungen im Münchner Stadtteil [[Johanneskirchen]].
Die '''Zahnbrechersiedlung''' ist eine der ersten Siedlungen im Münchner Stadtteil [[Johanneskirchen]].


Der Landtagsabgeordnete Dr. Dr. Franz Xaver Zahnbrecher (1882–1935) war ab August 1932 Vorsitzender der von ihm ins Register eingetragenen „Siedlergenossenschaft München-Johanneskirchen eGmbH“. Er versuchte ab Oktober 1932 erstmals, das Gelände der heutigen Gartenstadt Johanneskirchen, die 41,2 Tagwerk große Pfarrwiese – von der Kirchenpfründe [[St. Lorenz]] (Oberföhring) zu erwerben. Der Kirchengrund sollte als zweite Siedlung in Johanneskirchen mit 90 bis 120 Siedlerstellen bebaut werden.  
Der Landtagsabgeordnete Dr. Dr. {{WL2|Franz Xaver Zahnbrecher}} (1882–1935) war ab August 1932 Vorsitzender der von ihm ins Register eingetragenen „Siedlergenossenschaft München-Johanneskirchen eGmbH“. Er versuchte ab Oktober 1932 erstmals, das Gelände der heutigen Gartenstadt Johanneskirchen, die 41,2 Tagwerk große Pfarrwiese – von der Kirchenpfründe [[St. Lorenz]] (Oberföhring) zu erwerben. Der Kirchengrund sollte als zweite Siedlung in Johanneskirchen mit 90 bis 120 Siedlerstellen bebaut werden.  


Im September 1932 berichteten Münchner Zeitungen über den Bau einer Siedlung mit 120 Einfamilienhäusern in Johanneskirchen. Dr. Dr. Franz Xaver Zahnbrecher hatte die Idee, eine für diese Zeit typische Reichskleinsiedlung zu errichten, in Verbindung mit der Gründung einer »Ein- und Verkaufsgenossenschaft«, deren erster Vorstand er wurde. Es sollten Doppelhäuser mit einer Wohnfläche von 70 m² gebaut werden. Im Erdgeschoss befand sich eine Wohnküche mit 10 Quadratmetern, ein Wohnzimmer mit 14 Quadratmetern, ein Schlafzimmer mit 12 m² und ein Abort. Im Dachgeschoss war ein Raum mit 24 m², eine Kammer und ein Speicher vorgesehen. Im Keller befanden sich Werkstätte, Obstkeller und Waschküche mit verzinkter Badewanne. Zu jeder Doppelhaushälfte gehörte ein Grundstück mit 1100 bis 1200 m², der Preis für Haus und Grund sollte 3630 Reichsmark betragen.
Im September 1932 berichteten Münchner Zeitungen über den Bau einer Siedlung mit 120 Einfamilienhäusern in Johanneskirchen. Dr. Dr. Franz Xaver Zahnbrecher hatte die Idee, eine für diese Zeit typische Reichskleinsiedlung zu errichten, in Verbindung mit der Gründung einer „Ein- und Verkaufsgenossenschaft“, deren erster Vorstand er wurde. Es sollten Doppelhäuser mit einer Wohnfläche von 70 m² gebaut werden. Im Erdgeschoss befand sich eine Wohnküche mit 10 , ein Wohnzimmer mit 14 , ein Schlafzimmer mit 12 m² und ein Abort. Im Dachgeschoss war ein Raum mit 24 m², eine Kammer und ein Speicher vorgesehen. Im Keller befanden sich Werkstätte, Obstkeller und Waschküche mit verzinkter Badewanne. Zu jeder Doppelhaushälfte gehörte ein Grundstück mit 1100 bis 1200 m², der Preis für Haus und Grund sollte 3630 Reichsmark betragen.


Grundsteinlegung war am »Tag der nationalen Arbeit«, am 1. Mai 1933, die ersten Häuser wurden im Winter 1933/34 bezogen<ref>Nordostkultur München: [http://www.nordostkultur-muenchen.de/architektur/zahnbrechersiedlung.htm Zahnbrechersiedlung]</ref>. Franz Xaver Steinbrecher fiel bei den Nazis schnell in Ungnade, wurde der Untreue und Unterschlagung beschuldigt und zeitweise im KZ Dachau eingesperrt<ref>Nordostkultur München: [http://www.nordostkultur-muenchen.de/architektur/zahnbrechersiedlung_2.htm Zahnbrechersiedlung (Forts.)]</ref>.
Grundsteinlegung war am „Tag der nationalen Arbeit“, am 1. Mai 1933, die ersten Häuser wurden im Winter 1933/34 bezogen<ref>Nordostkultur München: [http://www.nordostkultur-muenchen.de/architektur/zahnbrechersiedlung.htm Zahnbrechersiedlung]</ref>. Franz Xaver Steinbrecher fiel bei den Nazis schnell in Ungnade, wurde der Untreue und Unterschlagung beschuldigt und zeitweise im KZ Dachau eingesperrt<ref>Nordostkultur München: [http://www.nordostkultur-muenchen.de/architektur/zahnbrechersiedlung_2.htm Zahnbrechersiedlung (Forts.)]</ref>.


Erst ab 1983 entstand auf dem Gelände neben der alten Siedlung die Gartenstadt Johanneskirchen. Die Pfarrpfründestiftung St. Lorenz stellte auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters [[Erich Kiesl]] den Grund im Erbbaurecht zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Die Bayerische Grundstücksverwertung GmbH übernahm die Trägerschaft.  
Erst ab 1983 entstand auf dem Gelände neben der alten Siedlung die Gartenstadt Johanneskirchen. Die Pfarrpfründestiftung St. Lorenz stellte auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters [[Erich Kiesl]] den Grund im Erbbaurecht zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Die Bayerische Grundstücksverwertung GmbH übernahm die Trägerschaft.  
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