Arisierung: Unterschied zwischen den Versionen

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Damit wird das Gegenwort zum Begriff ''Jude'' - der so genannte ''Arier'' - benutzt, um die schrittweise Enteignung über Berufs- und Praxisverbote; "'''Arisierung'''" (Übergabe) und "Liquidierung" (Auflösung) jüdischer Unternehmen und Geschäfte, insbesondere von Freiberuflern hinter einem Fremdwort zu verstecken. Oft ging es um alte Konkurrenz-Streitigkeiten, die nun mit einem Parteibuch der Nazis entschieden wurden. Allerdings war das Wort seinerzeit (1933 bis 1942) kein fremder Begriff sondern jedem Erwachsenen der Raubcharakter des Vorgehens klar.
Das Tarnwort Arisierung wird als Gegenwort zum Begriff ''Jude'' - der so genannte ''Arier'' - benutzt, um die schrittweise Enteignung über Berufs- und Praxisverbote; "'''Arisierung'''" (Übergabe) und "Liquidierung" (Auflösung) jüdischer Unternehmen und Geschäfte, insbesondere von Freiberuflern hinter einem Fremdwort zu verstecken. Oft ging es um alte Konkurrenz-Streitigkeiten, die nun mit einem Parteibuch der Nazis entschieden wurden. Allerdings war das Wort seinerzeit (1933 bis 1942) kein fremder Begriff sondern jedem Erwachsenen der Raubcharakter des Vorgehens klar. Einher ging es in vielen Beispielen, besonders nach 1938, mit der Inhaftierung und Folterung der Opfer im [[KZ Dachau]].


In der Ausstellung des Stadtmuseums gibt es dazu auch den
Audioguide "Arisierung in München"
Einem Projekt von Schülerinnen und Schülern der [[Städtische Berufsschule für den Einzelhandel München Mitte|Städtischen Berufsschule für den Einzelhandel]].
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Auf den Spuren der Geschichte
"Arisierung" in München
Anfang des Jahres 1938 gehörten in München etwa 1.700 Geschäfte jüdischen Besitzern. Von Konkurrenten und Antisemiten wurden sie schon in den wirtschaftlich schwierigen 1920er Jahren angefeindet.
Von: Elke Dillmann
Stand: 22.07.2013
"Judenboykott" am 1. April 1933 - das Geschäft Bamberger und Hertz, Kaufingerstraße 22.  | Bild: Stadtarchiv München, Fotosammlung
Doch seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 sahen sich diese Geschäftsleute dem gezielten Boykott ihrer Betriebe ausgesetzt. Ab 1938 wurden sie durch zahlreiche Gesetze und Verordnungen systematisch aus dem Wirtschaftsleben verdrängt.
"Arisierung" - ein Begriff der Nationalsozialisten
Audiorundgang spürt der vielschichtigen Geschichte der "Arisierung" in München nach, betrachtet die Lebenswege der Besitzer und Profiteure und beschreibt, was an den Orten der ehemaligen jüdischen Geschäfte heute zu finden ist.
Audioguide "Arisierung in München"
Ein Projekt der Schülerinnen und Schüler der Städtischen Berufsschule für den Einzelhandel München Mitte.
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Faltplan "Arisierung" [ns-dokumentationszentrum-muenchen.de]
Nach der Pogromnacht im November 1938 wurden die jüdischen Besitzer gezwungen, ihre Geschäfte oft entschädigungslos aufzugeben. Den staatlich organisierten Raub bezeichneten die Behörden beschönigend als "Arisierung".
Ehemaliges Kaufhaus Bamberger und Hertz in München | Bild: Stadtarchiv München, Fotosammlung / Pk-Stb-01757 / Fotograf: unbekannt
"Arisierung" in München: Bamberger, Hertz und Hirmer. Heute: Kaufhaus Hirmer, Kaufinger Straße 28
Ehemaliges Kaufhaus Uhlfelder München | Bild: Stadtarchiv München, Fotosammlung, Pett1-3091 / Fotograf: unbekannt
"Arisierung" in München: Kaufhaus Uhlfelder: fast spurlos verschwunden. Heute: Münchner Stadtmuseum.
Ehemaliges Kaufhaus Hermann Tietz in München | Bild: Stadtarchiv München, Fotosammlung / PkStb-01769 / Fotograf: unbekannt
"Arisierung" in München: Ohne Ende Hertie - aus Hermann Tietz wird Hertie.
Ehemalige Holzhandlung der Gebrüder Freundlich in München  | Bild: Stadtarchiv München, Fotosammlung / Pett1-3091 / Fotograf: Pettendorfer
"Arisierung" in München: Die Holzhandlung Freundlich. Ein Versuch, der Arisierung zu entgehen
Ehemaliges Geschäftshaus Bach in München | Bild: Stadtarchiv München, Fotosammlung / Pk-Stb-01776 / Fotograf: unbekannt
"Arisierung" in München: Aus Isidor Bach wird Konen. Heute: Kaufhaus Konen, Sendlinger Straße 3
Audio Kopfhörer | Bild: colourbox.com
"Arisierung" in München: Rosenthal: Der Untergang einer Buchhändlerdynastie. Heute: Geschäftshaus Brienner Str. 26
Ehemaliges Kaufhaus Heinrich Cohen - Kleiderbesätze in München | Bild: Stadtarchiv München, Fotosammlung / Str-0511 / Fotograf: unbekannt
"Arisierung" in München: Aus Cohen wird Stihler. Ein Profiteur
Audio Kopfhörer | Bild: colourbox.com
"Arisierung" in München: Das Einheitspreisgeschäft Isaak Gottlieb - Werbeanzeige von 1933. Heute: Mc Donalds
Ehemaliges Kaufhaus Bamberger und Hertz in München | Bild: Stadtarchiv München, Fotosammlung / Pk-Stb-01757 / Fotograf: unbekannt
"Arisierung" in München: Bamberger, Hertz und Hirmer. Heute: Kaufhaus Hirmer, Kaufinger Straße 28
Ehemaliges Kaufhaus Uhlfelder München | Bild: Stadtarchiv München, Fotosammlung, Pett1-3091 / Fotograf: unbekannt
"Arisierung" in München: Kaufhaus Uhlfelder: fast spurlos verschwunden. Heute: Münchner Stadtmuseum.
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Der Audiorundgang spürt der vielschichtigen Geschichte der "Arisierung" in München nach, betrachtet die Lebenswege der Besitzer und Profiteure und beschreibt, was an den Orten der ehemaligen jüdischen Geschäfte heute zu finden ist.
Audioguide "Arisierung in München"
Ein Projekt der Schülerinnen und Schüler der Städtischen Berufsschule für den Einzelhandel München Mitte.
<!-- --> Städtische Berufsschulen für den Einzelhandel [bseinzelh.musin.de]
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=== Literatur ===
=== Literatur ===


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