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Der Stifter ''Sigismund Reinhard'' wird von Reben umkränzt auf der Rückseite genannt. Der Sockel auf einem von den Seiten zugänglichen Postament steht über vier halbkreisförmigen Muscheln in die das Quellwasser aus mehreren Röhren aus dem Sockel zunächst hineinfließt. Und von dort geht es über viele Stufen in das langgezogene Becken (für das Flussbett) hinunter. Die Rheinbegradigung, etwa hundert Jahre vorher begonnen, war zu diesem Zeitpunkt noch keine 30 Jahre abgeschlossen und als Sieg der Technik über die Natur in der Rheinebene im allgemeinen Bewusstsein präsent. | Der Stifter ''Sigismund Reinhard'' wird von Reben umkränzt auf der Rückseite genannt. Der Sockel auf einem von den Seiten zugänglichen Postament steht über vier halbkreisförmigen Muscheln in die das Quellwasser aus mehreren Röhren aus dem Sockel zunächst hineinfließt. Und von dort geht es über viele Stufen in das langgezogene Becken (für das Flussbett) hinunter. Die Rheinbegradigung, etwa hundert Jahre vorher begonnen, war zu diesem Zeitpunkt noch keine 30 Jahre abgeschlossen und als Sieg der Technik über die Natur in der Rheinebene im allgemeinen Bewusstsein präsent. | ||
Die Anlage wurde am 30. Juli [[1902]] in Straßburg auf dem Broglieplatz vor dem Theater enthüllt, und der Öffentlichkeit präsentiert. Nach dem Kriegsende wurde er ab 1918 bis 1919 im nunmehrigen Strasbourg im Rahmen des Versailler-Vertrags als "deutsches Werk" Stück für Stück abgetragen. In den Jahren ab [[1928]] wurde von deutscher Rheinseite aus versucht, den Brunnen im Tausch mit der Figur "Meiselocker" (also einem Vogelhändler) zurückzukaufen. Zwischen den beiden Städten kam es soweit zur Einigung, dass die beiden Skulpturen, links und rechts der Brunnenanlage, nicht zurück nach München geschickt wurden. Sie fanden ihre Aufstellung in einem Gebäude in der Brandgasse 4 in Straßburg. Für den Erwerb der Brunnen, dem Sockel mit den Fischkopfwasserläufen, die Becken und einigen anderen Bauteilen musste die Stadt München selber aufkommen. Auf den Kauf des grossen Huaptbeckens so wie alle Ballustraden hatte man bei einem Kaufpreis von über 54.000 Reichsmark verzichtet. Die beiden grossen Puttenfiguren, zur linken und rechten Seite, wurden deshalb von Ernst Weber in Kunststein reproduziert. Sie zeigen vier Putten, die zu zweit einen großen Fisch bändigen. | Die Anlage wurde am 30. Juli [[1902]] in Straßburg auf dem Broglieplatz vor dem Theater enthüllt, und der Öffentlichkeit präsentiert. Nach dem Kriegsende wurde er ab 1918 bis 1919 im nunmehrigen Strasbourg im Rahmen des Versailler-Vertrags als "deutsches Werk" Stück für Stück abgetragen. In den Jahren ab [[1928]] wurde von deutscher Rheinseite aus versucht, den Brunnen im Tausch mit der Figur "Meiselocker Brunnen" (also einem Vogelhändler) zurückzukaufen. Zwischen den beiden Städten kam es soweit zur Einigung, dass die beiden Skulpturen, links und rechts der Brunnenanlage, nicht zurück nach München geschickt wurden. Sie fanden ihre Aufstellung in einem Gebäude in der Brandgasse 4, Im Gebäude der Musikhochschule in Straßburg. Für den Erwerb der Brunnen, dem Sockel mit den Fischkopfwasserläufen, die Becken und einigen anderen Bauteilen musste die Stadt München selber aufkommen. Auf den Kauf des grossen Huaptbeckens so wie alle Ballustraden hatte man bei einem Kaufpreis von über 54.000 Reichsmark verzichtet. Die beiden grossen Puttenfiguren, zur linken und rechten Seite, wurden deshalb von Ernst Weber in Kunststein reproduziert. Sie zeigen vier Putten, die zu zweit einen großen Fisch bändigen. | ||
==Die Hauptfigur== | ==Die Hauptfigur== | ||
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==Der Neubeginn in München== | ==Der Neubeginn in München== | ||
Am 13. Juli [[1932]] feierte die Stadt den wiedererstandenen Brunnen auf der nördlichen [[Museumsinsel]] (also auf der dem Museum abgewandten Seite, etwa gegenüber dem [[Müllersches Volksbad|Volksbad]]). | Am 13. Juli [[1932]] feierte die Stadt den wiedererstandenen Brunnen auf der nördlichen [[Museumsinsel]] oder auch als "Auf Der Insel" bekannt (also auf der dem Museum abgewandten Seite, etwa gegenüber dem [[Müllersches Volksbad|Volksbad]]). | ||
Die umlaufende Ballustrade wurde nicht wieder aufgebaut. Im Rahmen der Bauarbeiten zur Verbreiterung der [[Ludwigsbrücke]]n im Jahre 1934 und 1935 hat man dann auch die Anlage rund um den Brunnen neu angelegt. | Die umlaufende Ballustrade wurde nicht wieder aufgebaut. Im Rahmen der Bauarbeiten zur Verbreiterung der [[Ludwigsbrücke]]n im Jahre 1934 und 1935 hat man dann auch die Anlage rund um den Brunnen neu angelegt. | ||
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*Theodor Georgii: ''Der Steinwerfer auf dem Wasserpferd'', Süddeutsche Zeitung, Sa/So, 13/14 September 1952. (Wiedererstehung des Wittelsbacher Brunnens. Wir kommen bald darauf zurück.) | *Theodor Georgii: ''Der Steinwerfer auf dem Wasserpferd'', Süddeutsche Zeitung, Sa/So, 13/14 September 1952. (Wiedererstehung des Wittelsbacher Brunnens. Wir kommen bald darauf zurück.) | ||
*Richard Bauer, Eva Graf: "Stadt im Überblick - München im Luftbild", Hugendubel, München, 1986. ISBN 3-88034-306-3 (Abb. S.49 - Baustelle Ludwigsbrücken). | *Richard Bauer, Eva Graf: "Stadt im Überblick - München im Luftbild", Hugendubel, München, 1986. ISBN 3-88034-306-3 (Abb. S.49 - Baustelle Ludwigsbrücken). | ||
*D.A.Checalley,Timm Weski: ''Denkmäler in Bayern - Landeshuaptstadt München - Südwest'', Lipp Verlag, München, 2004. ISBN 3-87490-584-5 (S.73 - Auf der Insel, Brunnen) | |||
==Weblinks== | ==Weblinks== | ||
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