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[[Bild:HauptbahnhofPano2008b.jpg|thumb|Das Vorfeld des Hauptbahnhofs (2008)]]
[[Bild:HauptbahnhofPano2008b.jpg|thumb|Das Vorfeld des Hauptbahnhofs (2008)]]


In [[München]] gibt es zahlreiche '''Eisenbahnstrecken''', die in der Regel am Münchner [[Hauptbahnhof]] zusammenlaufen und dort enden. Insgesamt kann man das als ein sternförmig aufgebautes Netz mit dem Hauptbahnhof in der Mitte bezeichnen. Betreiberin und Eigentümerin ist heute die ''DB Netz AG'', ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der [[Deutsche Bahn|Deutschen Bahn AG]].
Die '''Eisenbahn''' ist ein Verkehrsmittel der Erschließung ländlich gelegener Gebiete in die Landeshauptstadt [[München]]. Der [[Hauptbahnhof]] ist hierbei das Zentrum. Beinahe alle Linien beginnen und enden in München. Betreiberin und Eigentümerin der Schieneninfrastruktur ist heute die ''DB InfraGO AG'', dem Tochterunternehmen der [[Deutsche Bahn|Deutschen Bahn AG]]. Das Stellwerk für den Großteil dieses Bahnnetzes befindet sich an der [[Richelstraße]].
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aktuell:  Dampflokfahrten
Mit einer historischen Dampflok fahren und dabei den Nikolaus treffen: Das geht am Samstag und auch am Sonntag bei einer Aktion des ''Bayerischen Eisenbahnmuseums''. Eine Lok aus den Vierzigerjahren startet jeweils '''um 10:00, 11:30, 13:30 und 15:00 Uhr am [[Ostbahnhof]]''' zu einer einstündigen Fahrt. Erwachsene können dabei für 20 Euro mitfahren, Kinder ab vier Jahren für zwölf Euro.
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== Geschichte ==
==Historie der Eisenbahn==


Hier nun ein kleiner Einblick in die Entstehungsgeschichte der Eisenbahn im Einzugsgebiet München.
Hier nun ein kleiner Einblick in die Entstehungsgeschichte der Eisenbahn im Einzugsgebiet München.
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Wichtige Vorarbeiten dazu leistete [[Joseph von Baader]] (1763—1835), der insbesondere auch den zweifelnden König von den Möglichkeiten der Technik überzeugen konnte. Baader hatte ihm bereits [[1825]] im [[Nymphenburger Schlosspark]] eine ''Versuchseisenbahn'' aufgebaut.
Wichtige Vorarbeiten dazu leistete [[Joseph von Baader]] (1763—1835), der insbesondere auch den zweifelnden König von den Möglichkeiten der Technik überzeugen konnte. Baader hatte ihm bereits [[1825]] im [[Nymphenburger Schlosspark]] eine ''Versuchseisenbahn'' aufgebaut.


[[1836]] kam es am 28. September zu ersten staatlichen "Fundamentalbestimmungen für sämtliche Eisenbahnstatuten" in Bayern, in denen vor allem geregelt wurde, dass die privaten Bahndienstleister den besonderen Schutz bedürfen und Bahntechnisch auf der Normalspur mit Dampftriebfahrzeugen durchgeführt wird.  
[[1836]] kam es am 28. September zu ersten staatlichen "Fundamentalbestimmungen für sämtliche Eisenbahnstatuten" in Bayern, in denen vor allem geregelt wurde, dass die privaten Bahndienstleister (heute Fahrdienstleiter) dem besonderen Schutze bedürfen und der Bahnbetrieb auf normalspurigen Gleisanlagen mit Dampfloks durchgeführt wird.  


Der Baubeginn der [[München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft|Bahnstrecke nach Augsburg]] war ebenfalls [[1838]]. Die erste Eisenbahn fuhr am 1. September [[1839]] aus dem (provisorischen) Münchner Bahnhof in Richtung [[Lochhausen]] ab. 1840 wurde dann die gesamte Strecke fertiggestellt. Die beiden Komitees von [[Augsburg]] und München hatten sich vereinigt und mit der Detailplanung und dem Streckenbau den Ingenieur [[Paul Camille Denis]] (1796—1872) beauftragt, der gerade die Nürnberg-Fürther Bahn fertiggestellt hatte.  
Der Baubeginn der [[München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft|Bahnstrecke nach Augsburg]] war ebenfalls [[1838]]. Die erste Eisenbahn auf dieser Strecke fuhr am 1. September [[1839]] aus dem (zunächst provisorischen) Münchner Bahnhof in Richtung [[Lochhausen]] ab. 1840 wurde dann die gesamte restliche Strecke fertiggestellt. Die beiden Komitees von {{WL2|Augsburg}} und München hatten sich vereinigt und mit der Detailplanung und dem Streckenbau den Ingenieur [[Paul Camille Denis]] (1796—1872) beauftragt, der gerade die Nürnberg-Fürther Bahn fertiggestellt hatte.  


[[Datei:Mueaubigermweg092009c90.jpg|thumb|Schrankenwärterhäuschen in Aubing.]]
[[Datei:Mueaubigermweg092009c90.jpg|thumb|Schrankenwärterhäuschen in Aubing.]]


Ausgangspunkt der Überlegungen war die Denkschrift Joseph Ritter von Baaders von [[1812]] „Zur Einführung der eisernen Kunststrassen im Königreich Bayern“. Ziel war nicht die Personenbeförderung, sondern die Industrie und den Handel zu beleben. 1841 begann bereits der Bau einer Fernbahn von für die Zeit gewaltiger Dimension. Sie sollte das Königreich einmal in Nord-Süd-Richtung durchqueren, von Hof über Nürnberg, Bamberg, Nördlingen und [[Augsburg]] weiter bis nach [[Lindau]] am Bodensee führen. Bis 1853 wurden diese insgesamt 566 Kilometer der [[Ludwig-Süd-Nord-Bahn]] ''Zug um Zug'', in kleinen Streckenabschnitten vortastend eröffnet.  
Ausgangspunkt der Überlegungen war die Denkschrift Joseph Ritter von Baaders von [[1812]] „Zur Einführung der eisernen Kunststrassen im Königreich Bayern“. Ziel war nicht die Personenbeförderung, sondern die Wirtschaft anzukurbeln. Im Jahr 1841 wurde hierzu bereits der Bau einer Fernbahn von für die Zeit großer Dimension begonnen. Sie sollte das Königreich Bayern in Nord-Süd-Richtung durchqueren und von Hof über Nürnberg, Bamberg, Nördlingen und Augsburg weiter bis nach [[Lindau]] am Bodensee führen. Bis 1853 wurden diese insgesamt 566 Kilometer der [[Ludwig-Süd-Nord-Bahn]] ''Zug um Zug'', also in kleinen Streckenabschnitten vortastend eröffnet.  


Die [[Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen]] wurden [[1844]] gegründet. Durch das Gesetz vom 23. Mai [[1846]] wurde die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft verstaatlicht. 1909 folgte die Verstaatlichung der bayerischen Pfalzbahn zur „[[Königlich Bayerischen Eisenbahndirektion Ludwigshafen]]“.
Die [[Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen]] wurden [[1844]] gegründet. Durch das Gesetz vom 23. Mai [[1846]] wurde die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft verstaatlicht. 1909 folgte die Verstaatlichung der bayerischen Pfalzbahn zur „[[Königlich Bayerischen Eisenbahndirektion Ludwigshafen]]“.
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Es folgten Gleise nach [[Landshut]], [[Miesbach]] und [[Starnberg]]. [[1855]] war es dann ''öffentliche Meinung'', dass der Bau von Eisenbahnen statt dem Staat besser privaten Gesellschaften überlassen werde. Ein Gesetz von 1869 über die Bewilligung von zehn neuen Hauptbahnstrecken enthielt auch Bestimmungen über den Bau der damals so genannten Vizinalbahnen, der Nebenstrecken als reine Privatbahnen. Geldmangel zwang die Regierung damals, den Eisenbahnbau im Osten des Landes an private Gesellschaften zu vergeben. Als ''Vizinalbahn'' wurden in Bayern Nebenbahnen zur Erschließung des ländlichen Raums bezeichnet. Der Name wurde aus dem lateinischen Wort ''vicinus'' (deutsch: „benachbart, nahe“) gebildet. Um möglichst vielen Ortschaften einen Bahnanschluss zu ermöglichen, wurde in Bayern am 29. April [[1869]] das Vizinalbahngesetz als Grundlage dazu verabschiedet. [[1875]] machte man dies rückgängig und überführte die „Königlich privilegierte Aktiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen“ ebenfalls in die Staatsbahn.  
Es folgten Gleise nach [[Landshut]], [[Miesbach]] und [[Starnberg]]. [[1855]] war es dann ''öffentliche Meinung'', dass der Bau von Eisenbahnen statt dem Staat besser privaten Gesellschaften überlassen werde. Ein Gesetz von 1869 über die Bewilligung von zehn neuen Hauptbahnstrecken enthielt auch Bestimmungen über den Bau der damals so genannten Vizinalbahnen, der Nebenstrecken als reine Privatbahnen. Geldmangel zwang die Regierung damals, den Eisenbahnbau im Osten des Landes an private Gesellschaften zu vergeben. Als ''Vizinalbahn'' wurden in Bayern Nebenbahnen zur Erschließung des ländlichen Raums bezeichnet. Der Name wurde aus dem lateinischen Wort ''vicinus'' (deutsch: „benachbart, nahe“) gebildet. Um möglichst vielen Ortschaften einen Bahnanschluss zu ermöglichen, wurde in Bayern am 29. April [[1869]] das Vizinalbahngesetz als Grundlage dazu verabschiedet. [[1875]] machte man dies rückgängig und überführte die „Königlich privilegierte Aktiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen“ ebenfalls in die Staatsbahn.  


Als ''[[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-Bahn]]'' hatten Österreich und Bayern am 21. Juni 1851 in einem Staatsvertrag die Errichtung von Eisenbahnen zwischen beiden Ländern beschlossen. Vereinbart wurden die Strecken von München über Salzburg nach [[Wien]], von [[Rosenheim]] über Kufstein nach Innsbruck und die Fortführung der von Nürnberg kommenden Strecke über Regensburg nach Linz. So folgten die Strecke München-Staatsgrenze bei Kufstein ([[1858]]) und  München-Salzburg („[[Maximiliansbahn|Maximilians-Bahn]]“, [[1860]]). Bereits 1882 hatte übrigens die bayerische Staatseisenbahn in München ein erstes kleines Museum für bayerische Eisenbahngeschichte eingerichtet, das später Grundstock des Reichsbahn-Museums in Nürnberg wurde.  
Als ''[[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-Bahn]]'' hatten Österreich und Bayern am 21. Juni 1851 in einem Staatsvertrag die Errichtung von Eisenbahnen zwischen beiden Ländern beschlossen. Vereinbart wurden die Strecken von München über Salzburg nach {{WL2|Wien}}, von [[Rosenheim]] über Kufstein nach Innsbruck und die Fortführung der von Nürnberg kommenden Strecke über Regensburg nach Linz. So folgten die Strecke München-Staatsgrenze bei Kufstein ([[1858]]) und  München-Salzburg („[[Maximiliansbahn|Maximilians-Bahn]]“, [[1860]]). Bereits 1882 hatte übrigens die bayerische Staatseisenbahn in München ein erstes kleines Museum für bayerische Eisenbahngeschichte eingerichtet, das später Grundstock des Reichsbahn-Museums in Nürnberg wurde.  


Der [[Münchner Nordring]] ist eine in Teilen nur von Güterzügen befahrene Eisenbahnumgehungsbahn am nördlichen Rand der Landeshauptstadt. Sie hat im Güterverkehr Bedeutung, auch weil der [[Rangierbahnhof München Nord]] an der Strecke liegt (Ausbau ab 1901).
Der [[Münchner Nordring]] ist eine in Teilen nur von Güterzügen befahrene Eisenbahnumgehungsbahn am nördlichen Rand der Landeshauptstadt. Sie hat im Güterverkehr Bedeutung, auch weil der [[Rangierbahnhof München Nord]] an der Strecke liegt (Ausbau ab 1901).
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[[1971]] wurde die Bundesbahndirektion Augsburg in die [[Bundesbahndirektion München|Direktion München]] integriert.
[[1971]] wurde die Bundesbahndirektion Augsburg in die [[Bundesbahndirektion München|Direktion München]] integriert.


== Streckenartikel ==
== Betreibergesellschaften ==
 
Das bayerische Eisenbahnnetz wird unter Federführung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) verwaltet. Während es früher üblich war, dass die Nah- und Fernverkehrszüge von der Deutschen Bahn bedient werden, ist es heute eher ein großes Geflecht aus vielen privaten Eigentümern, wie zum Beispiel der [[BOB]] oder der "Bayerischen Regiobahn"
Hier eine Übersicht zu den Bahnstrecken. Diese werden in den aufgeführten Artikeln näher beleuchtet:


== Siehe auch ==
* [[Regionalzug]]
* [[S-Bahn]]
* [[Bayerische Eisenbahngesellschaft]]
* [[Bayerische Regiobahn]] (BRB)
* [[Hauptbahnhof]]
* [[Deutsches Museum]] — [[Verkehrszentrum]], [[Theresienhöhe]], [[Lokwelt Freilassing]]
* Öffentlich (Schau-) [[Modelleisenbahnanlage]]n im Raum München
* [[Ludwig-Süd-Nord-Bahn]]
* [[Ludwig-Süd-Nord-Bahn]]
* [[Lechfeldbahn]]
* [[Lechfeldbahn]]
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* [[TEE Bavaria (München-Lindau)|München - Lindau]]
* [[TEE Bavaria (München-Lindau)|München - Lindau]]
* [[Maximiliansbahn]]
* [[Maximiliansbahn]]
== Betreibergesellschaften ==
Zum größten Teil wird das Eisenbahnnetz in Bayern, angesichts dieser historischen Entwicklung von der [[DB AG]] betrieben. Daneben existieren aber auch heute noch Privatunternehmen wie die „Augsburger Localbahn GmbH“ oder die „[[Bayerische Regiobahn]]“.
== Siehe auch ==
* [[Regionalzug]]
* [[S-Bahn]] München
* [[Bayerische Eisenbahngesellschaft]]
* [[DB-App Streckenagent]] informiert über Störungen und SEV auf Ihrer Wunsch-Route
* [[Bayerische Oberlandbahn]] (BOB und Meridian)
* [[Bayerische Regiobahn]] (BRB)
* [[Hauptbahnhof]]
* [[Deutsches Museum]] — [[Verkehrszentrum]], [[Theresienhöhe]], [[Lokwelt Freilassing]]
* [[:Kategorie:Bahnhof in München|Kategorie zu den Bahnhöfen in München]]
* Öffentlich (Schau-) [[Modelleisenbahnanlage]]n im Raum München
* [[Johann Ulrich Himbsel]] (1787–1860)


== Medien ==
== Medien ==
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=== Ausstellungen ===
=== Ausstellungen ===
* [[Deutsches Museum]]
* [[Deutsches Museum]]
* Ausflug nach Neuenmarkt, [[Deutsches Dampflokomotiv Museum]]
* Unter dem komplizierten Titel ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Hofzüge_der_Regenten_von_Bayern Hofzüge der Regenten von Bayern]'' (1850 bis 1918) werden bei Wikipedia berühmte Eisenbahnwagen bzw. Wagenzusammenstellungen aus dem Fahrzeugpark diverser bayr. Bahngesellschaften vorgeführt. (Suchbegriffe: Ludwigswagen, Salonwagen, Hofzug, Königswagen)
* Unter dem komplizierten Titel ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Hofzüge_der_Regenten_von_Bayern Hofzüge der Regenten von Bayern]'' (1850 bis 1918) werden bei Wikipedia berühmte Eisenbahnwagen bzw. Wagenzusammenstellungen aus dem Fahrzeugpark diverser bayr. Bahngesellschaften vorgeführt. (Suchbegriffe: Ludwigswagen, Salonwagen, Hofzug, Königswagen)


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[[Kategorie:Technikgeschichte]]
[[Kategorie:Technikgeschichte]]
[[Kategorie:Geographie]]
[[Kategorie:Geographie]]
[[Kategorie:Umland]]
[[Kategorie:19. Jahrhundert]]
[[Kategorie:Hauptbahnhof]]
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