Altes Hackerhaus: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Muehackerhaussendlistr092018c90.jpg|thumb|Alte Hackerhaus, 2018.]]
Das '''Alte Hackerhaus''' in der [[Sendlinger Straße|Sendlinger]]- und Ecke [[Hackenstraße]] gelegen. Eine Brauereigeschichte.
Das '''Alte Hackerhaus''' in der [[Sendlinger Straße|Sendlinger]]- und Ecke [[Hackenstraße]] gelegen. Eine Brauereigeschichte.


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Das ursprüngliche "Haggenprew" hatte sich in ''Hackerbrauerei'' umgewandelt und der  Familienname Hackher wurde im Laufe der Jahre in Hacker geschliffen. Jahrzehntelang führte einer der Söhne Hackers, Peter Paul Hacker, das Geschäft, erweiterte es durch den Ankauf von benachbartem Grund und übergab seinen Gesamtbesitz mit Unterschrift am 23. September 1739 seinem Schwiegersohn [[Joseph Pschorr]]. Dieser unterzog seinen Besitz einem gründlichen Umbau und modernisierte seinen technischen Betrieb. Unter anderem richtete er das erste doppelte Sudwerk der Stadt ein, ferner vergrößerte er seinen Besitz durch Ankauf des ehemaligen Pollingeranwesens, der noch heute, nach Kriegszerstörung wieder errichtete Hackerkeller an der [[Theresienwiese]].  
Das ursprüngliche "Haggenprew" hatte sich in ''Hackerbrauerei'' umgewandelt und der  Familienname Hackher wurde im Laufe der Jahre in Hacker geschliffen. Jahrzehntelang führte einer der Söhne Hackers, Peter Paul Hacker, das Geschäft, erweiterte es durch den Ankauf von benachbartem Grund und übergab seinen Gesamtbesitz mit Unterschrift am 23. September 1739 seinem Schwiegersohn [[Joseph Pschorr]]. Dieser unterzog seinen Besitz einem gründlichen Umbau und modernisierte seinen technischen Betrieb. Unter anderem richtete er das erste doppelte Sudwerk der Stadt ein, ferner vergrößerte er seinen Besitz durch Ankauf des ehemaligen Pollingeranwesens, der noch heute, nach Kriegszerstörung wieder errichtete Hackerkeller an der [[Theresienwiese]].  


Es war die Zeit, in der jene "neumodische" poesiebehaftete Namen aufkamen, wie ''Bock'', ''Weizen'' und andere Spezialbiere, in deren Erzeugung und Herstellung die Brauereien der Stadt wetteiferten. Neue Impulse gewann diese ''volkstümliche Erscheinung'' durch das erste [[Oktoberfest]], das zur Erinnerung an die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig, des späteren König [[Ludwig I.]], und der Prinzessin [[Therese von Bayern|Therese von Sachsen-Hilburghausen]] 1812 auf der später nach ihr benannten Theresienwiese stattfand. Seitdem hat dieses einmal jährlich stattfindende Volksfest als ständige Einrichtung der Stadt tiefe Wurzeln geschlagen.
Es war die Zeit, in der jene "neumodische" poesiebehaftete Namen aufkamen, wie ''Bock'', ''Weizen'' und andere Spezialbiere, in deren Erzeugung und Herstellung die Brauereien der Stadt wetteiferten. Neue Impulse gewann diese ''volkstümliche Erscheinung'' durch das erste [[Oktoberfest]], das zur Erinnerung an die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig, des späteren König [[Ludwig I.]], und der Prinzessin [[Königin Therese|Therese von Sachsen-Hilburghausen]] 1812 auf der später nach ihr benannten Theresienwiese stattfand. Seitdem hat dieses einmal jährlich stattfindende Volksfest als ständige Einrichtung der Stadt tiefe Wurzeln geschlagen.


Laut dem Kaufbrief vom 28. März 1835 übernahm [[Mathias Pschorr]], der Sohn des Vorbesitzers, das Gesamtanwesen an der Sendlinger- und Hackenstraße mit '''Bräuer- und Tafernrecht''' nebst allen beweglichen und unbeweglichen Utensilien sowie den Sommerkeller auf der Theresienhöhe um 130.000 Gulden. Es ließ die Braugebäude abreißen und an gleicher Stelle das neue Hackerbräuhaus, mit doppeltem Sudwerk, verbesserter Mälzerei und allen für die damalige Zeit modernen maschinellen Einrichtungen. Das Zeitalter technischer und wissenschaftlicher Fortschritte hatte begonnen, die Stadt erhielt die ersten [[Eisenbahn|Gleisstränge]], auch die Maschinenbranche nahm eine gewaltige Entwicklung, ebenso die Entdeckungen auf dem Gebiet der chemischen Zusammensetzung der Stoffe. In kluger Wahl wurden die brauchbarsten Errungenschaften für die Verbesserung des Hacker-Bräu-Betriebs nutzbar gemacht, so dass dieser als mustergültig bekannt wurde. Dank dem neuen Verkehrsmittel, der Eisenbahn, begann der Versand über die Grenzen der Stadt hinaus, so dass die Brauerei sich bald als zu klein erwies.
Laut dem Kaufbrief vom 28. März 1835 übernahm [[Mathias Pschorr]], der Sohn des Vorbesitzers, das Gesamtanwesen an der Sendlinger- und Hackenstraße mit '''Bräuer- und Tafernrecht''' nebst allen beweglichen und unbeweglichen Utensilien sowie den Sommerkeller auf der Theresienhöhe um 130.000 Gulden. Es ließ die Braugebäude abreißen und an gleicher Stelle das neue Hackerbräuhaus, mit doppeltem Sudwerk, verbesserter Mälzerei und allen für die damalige Zeit modernen maschinellen Einrichtungen. Das Zeitalter technischer und wissenschaftlicher Fortschritte hatte begonnen, die Stadt erhielt die ersten [[Eisenbahn|Gleisstränge]], auch die Maschinenbranche nahm eine gewaltige Entwicklung, ebenso die Entdeckungen auf dem Gebiet der chemischen Zusammensetzung der Stoffe. In kluger Wahl wurden die brauchbarsten Errungenschaften für die Verbesserung des Hacker-Bräu-Betriebs nutzbar gemacht, so dass dieser als mustergültig bekannt wurde. Dank dem neuen Verkehrsmittel, der Eisenbahn, begann der Versand über die Grenzen der Stadt hinaus, so dass die Brauerei sich bald als zu klein erwies.
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== Quellen und Nachweise ==
== Quellen und Nachweise ==
* Häuserbruch, Hackenviertel. (Hackenstraße, Sendlinger Straße 75).
* Häuserbruch, Hackenviertel. ([[Hackenstraße]], Sendlinger Straße 75).
* Stahleder: (Hackerbräu S.451)
* [[Helmuth Stahleder]] u.a.: (zum Hackerbräu S. 451)
* E. Heckhorn, H. Wiehr: ''München und sein Bier'' (alles zu Hacker und Pschorr).
* E. Heckhorn, H. Wiehr: ''München und sein Bier'' (alles zu Hacker und Pschorr).
* B. Rietzsch, W. Huller: ''Das Alte Hackerhaus''. (1984)
* B. Rietzsch, W. Huller: ''Das Alte Hackerhaus''. (1984)
* H. Haberl, K. Merten, M. Petzet: ''Münchener Fassaden''. (1974)
* H. Haberl, K. Merten, M. Petzet: ''Münchener Fassaden''. (1974)
*''Siehe auch:'' [[Bücherbrettl]]


[[Kategorie:Brauerei]]
[[Kategorie:Brauerei]]
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