Stadtplan von Matthäus Merian
Der Stadtplan von Matthäus Merian ist eine Stadtkarte von München, die der Kupferstecher Matthäus MerianW im Jahr 1644 angefertigt hat.
Beschreibung
Überschriften: Monacium - München, links ein Wittelsbacher Wappen mit Kurhut, rechts das Stadtwappen
Zur Orientierung: links oben sind Hofgarten und Residenz eingezeichnet.
Unten links: Windrose, keine Datierung, ohne Signatur
Es wird das damalige Stadtbild widergegeben. Gut zu erkennen sind die rundum geschlossenen Wallanlagen mit gerade mal vier Durchlässen. Die beidseits mit Torgebäuden bewehrte Isarbrücke steht weit vor der Stadt etwa am Platz der heutigen Ludwigsbrücke.
Die rechts unten eingefügte Bild-Legende umfasst 31 Positionen. Gut zu erkennen sind z. B. die Frauenkirche (1) und die Mariensäule auf dem Markt (15)
Um 1640 malt er verschiedene Ansichten von Gebäuden der Stadt. Die Karte, wahrscheinlich im gleichen Zusammenhang entstanden, ist Teil seiner Edition schwäbischer Städte von 1643. Diese wiederum Teil der Topographia Germaniae, seinem in Einzellieferungen herausgegebenem Hauptwerk.
In der "Topographia Germaniae" (Atlas von Deutschland) von 1642 veröffentlichte Matthäus Merian der Ältere (auch M M Basileensis -also der Basler Merian- genannt, 1593–1650, ein Schweizer Kupferstecher und Verleger) einen Plan Münchens unter dem Titel "Monachium. München." in der Ausgabe Topographia Bavariae (1644—1657 und folgende) aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.
- Erkennbare Bauwerke, Beschriftungen
- 31 Ziffern mit den Namen der Tore und Hauptkirchen (Nr. 25 ist der Markt; es folgen die sechs Tore). Die Hauptstraßen sind nach den Zielorten bezeichnet: Salzburg, Augsburg, Nürnberg. 17 Basteien umgeben die von einem Wassergraben allseits geschützten Stadtmauern. Außerhalb der ehemals ummauerten Altstadt liegen zu diesem Zeitpunkt noch sechs "Viertel" innerhalb der Mauern. Jenseits der außerhalb der festen Stadt laufenden Isar sind verschiedene Ansiedlungen und landwirtschatliche Nutzungen erkennbar. Im Süden die “obere“ und im Norden die als “Untere Blaich“ bezeichneten Inselwiesen.
- Über die Topographia Germaniae
- Zur Topographia Germaniae, seinem Hauptwerk (ab 1642) schrieb der Reiseschriftsteller und Geograph Martin Zeiler (Ulm, 1589–1661) die Texte. Das Werk zeigte schließlich sehr detailliert mehr als 2.000 Ansichten von Städten, Klöstern und Burgen. Es war ein Nachfolgewerk des mehrbändigen Theatrum Europaeum' (1629−1650, von seinen Erben fortgesetzt), die sich beide natürlich gegenseitig ergänzten. Das Gesamtwerk enthielt schließlich in 30 Bänden insgesamt über 2.100 Einzelansichten und war damit eines der größten Verlagswerke jener Zeit. Erst seine Erben nahmen in dem Hauptregister von 1672 eine Zählung und Nummerierung der Abbildungen vor. Die Stadtansichten oder Karten dokumentieren häufig den Zustand der Städte vor den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges.
- Merian
- besaß zu der Zeit seine Werkstatt in Oppenheim und in Frankfurt ein erfolgreiches Verlagshaus. Aus seiner ersten Ehe stammen zwei Töchter und drei Söhne, darunter die auch in seiner Werkstatt tätigen Matthäus Merian der Jüngere und Caspar Merian und aus der zweiten Ehe die bekannte Maria Sibylla Merian (Blumen- und Insektenbilder). Das Unternehmen bestand bis 1727.
Weblinks
- zoombares Digitalisat eines Exemplars der Staatsbibliothek im Bavarikon.
- Digitalisat eines Exemplars des Münchner Stadtmuseums aus: Stadtatlas München - Karten und Modelle von 1570 bis heute. stadtatlas-muenchen.de, Hrsg. Franz Schiermeier Verlag München.