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==Leben== | ==Leben== | ||
Er war der Sohn des Kunsthändlers Aron Schmaya Drey (1813–1891).<ref>Annette Hagedorn, Islamische Kunst im Besitz deutsch-jüdischer Privatsammler in München vor 1939, erschienen in HEFT 2·2012 der MÜNCHNER BEITRÄGE ZUR JÜDISCHEN GESCHICHTE UND KULTUR, Hrsg. Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur, an der LMU, Michael Brenner, Seiten 80- 94, [https://www.jgk.geschichte.uni-muenchen.de/muenchner-beitraege/2012_2/2012_2.pdf S. 747]</ref> | Er war der Sohn des Kunsthändlers Aron Schmaya Drey (1813–1891).<ref>Annette Hagedorn, Islamische Kunst im Besitz deutsch-jüdischer Privatsammler in München vor 1939, erschienen in HEFT 2·2012 der MÜNCHNER BEITRÄGE ZUR JÜDISCHEN GESCHICHTE UND KULTUR, Hrsg. Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur, an der LMU, Michael Brenner, Seiten 80- 94, [https://www.jgk.geschichte.uni-muenchen.de/muenchner-beitraege/2012_2/2012_2.pdf S. 747]</ref> | ||
Er heiratete Therese Cohen (*20. Mai 1860 in München † 30. März 1937 in München) Tochter von Clara Pflaum und Ludwig Cohen. Ihre Kinder waren Paul und Franz. Der Schwager seines Vaters war Adolf Stern. | Er heiratete Therese Cohen (*20. Mai 1860 in München: † 30. März 1937 in München) Tochter von Clara Pflaum und Ludwig Cohen. Ihre Kinder waren Paul und Franz. Der Schwager seines Vaters war Adolf Stern. | ||
Am 27. August 1910 wurde er zum Kommerzienrat ernannt. | Am 27. August 1910 wurde er zum Kommerzienrat ernannt. | ||
Von 1926 bis 5. April 1930 war er Handelsrichter am Landgericht München I. | Von 1926 bis 5. April 1930 war er Handelsrichter am Landgericht München I. | ||
<ref>Hedwig Pringsheim, Cristina Herbst, Tagebücher: 1905-1910 - 2015 [https://books.google.de/books?id=H5Z4DwAAQBAJ&pg=PA747&dq=Siegfried+Drey+(1859+-+1930)&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiHxv-Q9fbgAhUE2KQKHabKAwoQ6AEIKDAA#v=onepage&q=Siegfried%20Drey%20(1859%20-%201930)&f=false S. 747]</ref> | <ref>Hedwig Pringsheim, Cristina Herbst, Tagebücher: 1905-1910 - 2015 [https://books.google.de/books?id=H5Z4DwAAQBAJ&pg=PA747&dq=Siegfried+Drey+(1859+-+1930)&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiHxv-Q9fbgAhUE2KQKHabKAwoQ6AEIKDAA#v=onepage&q=Siegfried%20Drey%20(1859%20-%201930)&f=false S. 747]</ref> | ||
1911/1912 ließ Drey ein Geschäftshaus durch den Architekten [[Gabriel von Seidl]] an der Max-Joseph-Straße 2/Maximiliansplatz 7 erbauen, das er 1913 bezog. | 1911/1912 ließ Drey ein Geschäftshaus durch den Architekten [[Gabriel von Seidl]] an der Max-Joseph-Straße 2/Maximiliansplatz 7 (heute {{WL2|Haus für Handel und Gewerbe}}) erbauen, das er 1913 bezog. | ||
In den 1920er Jahren expandierte das Unternehmen, es wurden Filialen in New York und in London gegründet. | In den 1920er Jahren expandierte das Unternehmen, es wurden Filialen in New York und in London gegründet. | ||
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Er war Kunstberater des Ehepaares {{WL2|Hedwig Pringsheim}} und {{WL2|Alfred Pringsheim}}. | Er war Kunstberater des Ehepaares {{WL2|Hedwig Pringsheim}} und {{WL2|Alfred Pringsheim}}. | ||
Nachdem Pringsheims 1933 ihr [[Stadthaus Pringsheim]] an die NSDAP verloren hatten, wohnten sie eine zeitlang in Siegfried Dreys Wohnhaus in der Maximilianstraße 39. Doch nach seinem Tod fiel auch dieses Haus an die NSDAP.<ref>Emily Bilski: „Nichts als Kultur“ – Die Pringsheims. Sammelbilder 02, Jüdisches Museum München. München 2007, S. 33. Vgl. auch die Rezension von Inge und Walter Jens zu: Dies.: Katias Mutter. Reinbek bei Hamburg 2007. In: [http://m.vorwaerts.de/nachrichten/noch-besser-als-der-ae-schwiegertommy-ae]</ref> | Nachdem Pringsheims 1933 ihr [[Stadthaus Pringsheim]] an die NSDAP verloren hatten, wohnten sie eine zeitlang in Siegfried Dreys Wohnhaus in der Maximilianstraße 39. (heute: {{WL2|Regierung von Oberbayern (Gebäude)}}). Doch nach seinem Tod fiel auch dieses Haus an die NSDAP.<ref>Emily Bilski: „Nichts als Kultur“ – Die Pringsheims. Sammelbilder 02, Jüdisches Museum München. München 2007, S. 33. Vgl. auch die Rezension von Inge und Walter Jens zu: Dies.: Katias Mutter. Reinbek bei Hamburg 2007. In: [http://m.vorwaerts.de/nachrichten/noch-besser-als-der-ae-schwiegertommy-ae][https://archive.org/stream/mnchenunddiemnc00unkngoog/#page/n390/mode/1up]</ref> | ||
Die ''Kunsthandlung A.S. Drey'' wurde nach dem Berufsverbot für Franz Drey, der Deutschland eben | Die ''Kunsthandlung A.S. Drey'' wurde nach dem Berufsverbot für Franz Drey, der Deutschland eben | ||
falls 1936 verlassen musste, von Walter Bornheim übernommen, arisiert und zunächst unter dem Namen Galerie für Alte Kunst weitergeführt. Die Lagerbestände der Kunsthandlung | falls 1936 verlassen musste, von Walter Bornheim übernommen, arisiert und zunächst unter dem Namen Galerie für Alte Kunst weitergeführt. Die Lagerbestände der Kunsthandlung wurden veräußert,<ref>„Als der bekannte Münchener Kunsthändler Franz Drey von der Kunsthandlung A.S. Drey, Deutschland 1936 aufgrund seiner jüdischen Abstammung verlassen musste, trat dessen Anwalt Dr. Alexander Spengler an Bornheim mit dem Vorschlag heran, die Firma A.S. Drey zu übernehmen. | ||
wurden veräußert,<ref>„Als der bekannte Münchener Kunsthändler Franz Drey von der Kunsthandlung A.S. Drey, Deutschland 1936 aufgrund seiner jüdischen Abstammung verlassen musste, trat dessen Anwalt Dr. Alexander Spengler an Bornheim mit dem Vorschlag heran, die Firma A.S. Drey zu übernehmen. | |||
Bornheim, der nie der NSDAP angehörte, übernahm zusammen mit seiner Frau die Firma und das Lager mit Kunstgegenständen im Wert von RM 300.000.-. 1935 [sic] wurde die Firma A.S. Drey nach erfolgtem Berufsverbot an die Industrie- und Handelskammer in München verkauft. 1936 durch Walter Bornheim als ‚Galerie für Alte Kunst‘ übernommen. Lagerbestände wurden versteigert.“ Zitiert nach: Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung). In: [http://www.lost-art.de/Content/051_ProvenienzRaubkunst/DE/Sammler/D/Drey,%20Sieg-fried.html?nn=5144&lv2=5660&lv3=8666]; siehe auch: Wolfram Selig: „Arisierung“ in München. Die Vernichtung jüdischer Existenz 1937–1939, Berlin 2004, S. 622–624.</ref> ebenso wie Dreys private Kunstsammlung.<ref>Werner Ebnet, Sie haben in München gelebt: Biografien aus acht Jahrhunderten, [https://books.google.de/books?id=vwBdDAAAQBAJ&pg=PA157&dq=Aron+Siegfried+Drey+(1859&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwirqb-gg_jgAhUJr6QKHcpMB_wQ6AEIMDAB#v=onepage&q=Aron%20Siegfried%20Drey%20(1859&f=false S. 157]</ref> | Bornheim, der nie der NSDAP angehörte, übernahm zusammen mit seiner Frau die Firma und das Lager mit Kunstgegenständen im Wert von RM 300.000.-. 1935 [sic] wurde die Firma A.S. Drey nach erfolgtem Berufsverbot an die Industrie- und Handelskammer in München verkauft. 1936 durch Walter Bornheim als ‚Galerie für Alte Kunst‘ übernommen. Lagerbestände wurden versteigert.“ Zitiert nach: Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung). In: [http://www.lost-art.de/Content/051_ProvenienzRaubkunst/DE/Sammler/D/Drey,%20Sieg-fried.html?nn=5144&lv2=5660&lv3=8666]; siehe auch: Wolfram Selig: „Arisierung“ in München. Die Vernichtung jüdischer Existenz 1937–1939, Berlin 2004, S. 622–624.</ref> ebenso wie Dreys private Kunstsammlung.<ref>Werner Ebnet, Sie haben in München gelebt: Biografien aus acht Jahrhunderten, [https://books.google.de/books?id=vwBdDAAAQBAJ&pg=PA157&dq=Aron+Siegfried+Drey+(1859&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwirqb-gg_jgAhUJr6QKHcpMB_wQ6AEIMDAB#v=onepage&q=Aron%20Siegfried%20Drey%20(1859&f=false S. 157]</ref> | ||
==Fußnoten== | ==Fußnoten== | ||
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