Schoa

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Shoa auf hebräisch, Schriftzug einer Gedenkstätte in Österreich
Zur Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 vorbereitete Liste der jüdischen Bevölkerung in Europa zur Durchführung der Schoa.

Die Shoah oder eingedeutscht Schoa (hebräisch הַשּׁוֹאָה, für „Katastrophe“, „großes Unglück/Unheil“) war der nationalsozialistische Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden. Deutsche und ihre Helfer führten ihn von 1941 bis 1945 systematisch, ab 1942 auch mit industriellen Methoden durch, mit dem Ziel, alle Juden im deutschen Machtbereich zu vernichten. Mit dem Sieg des Nationalsozialismus über die Demokratie war 1933 der Antisemitismus Staatsdoktrin in Deutschland geworden. Mit den Novemberpogromen 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 – begannen vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden in Deutschland und Österreich. Dabei wurden vom 7. bis 13. November etwa 800 Juden ermordet, 400 davon in der Nacht vom 9. auf den 10. November. Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in die Schoa mündete. Die Vernichtungsmaschinerie begann mit den Beschlüssen der Wannseekonferenz. Auf der Wannseekonferenz kamen am 20. Januar 1942 in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin fünfzehn hochrangige Vertreter der nationalsozialistischen Reichsregierung und SS-Behörden zusammen, um unter dem Vorsitz des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich in seiner Funktion als Chef der Sicherheitspolizei und des SD den begonnenen Holocaust an den Juden im Detail zu organisieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Instanzen zu koordinieren.

Als Synonym wird der Begriff Holocaust verwendet. Dieser stammt vom griechischen Partizip ὁλόκαυστος (holókaustos, als Neutrum ὁλόκαυστον – holókauston)‚ das „vollständig verbrannt“ bedeutet und seit etwa 2500 Jahren bekannt ist. Als „der Holocaust“ (nun auch im Englischen mit bestimmtem Artikel und Großbuchstabe H) wird seit etwa 1960 in den Vereinigten Staaten und seit 1978 auch in vielen Staaten Europas, darunter der Bundesrepublik Deutschland, üblicherweise jenes Ereignis bezeichnet, das die Nationalsozialisten selbst „Endlösung der Judenfrage“ nannten. In Deutschland wurde der Begriff insbesondere durch "Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss", einer vierteiligen US-amerikanische TV-Mini-Serie aus dem Jahr 1978 von Marvin J. Chomsky eingeführt. Die Amtskommission für die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 lehnte die eingedeutschte Schreibweise „Holokaust“ 1995 ab.

Das erste Parlament (die Knesset) im neuen Staat Israel hat in ihrer Resolution vom 12. April 1951 den hebräischen Begriff institutionalisiert. In Europa und Amerika wurde die Bezeichnung erst 1985 einer weiteren Öffentlichkeit bekannt, durch den Film «Shoah» des jüdischen französischen Regisseurs Claude Lanzmann. Die starke Beachtung, die der Dokumentarfilm fand, machte auch den Begriff Shoah in Europa bekannt. Heute wird er in den Medien ab und zu an Stelle des allgemeiner verbreiteten Begriffs Holocaust gebraucht. Im Unterschied zu diesem stammt der Begriff Shoah eindeutig aus dem Sprachschatz der Opfer der nationalsozialistischen Judenvernichtung.

Siehe auch

Weblinks

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Das Thema "Schoa" ist auf Grund der überregionalen Bedeutung des Themas auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten — dort:
erreichbar über diesen Link: Holocaust.