1816

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Dieses Jahr und das Folgejahr sind durch eine Klimabesonderheit gekennzeichnet:

ein extrem kalter Sommer 1816,W in dem weder Getreide noch Kartoffeln wuchsen, ging in einen eiskalten Winter über. Die Postschlitten kamen in den Bergen nicht mehr über die Pässe, die Menschen in den Tälern lebten „in der Ungewissheit, wie es auf der anderen lieben Gottes Welt zugeht“. Die Ursache: Ganz Europa, Teile Amerikas und Asiens hatten unter dem feuchtkalten Sommer gelitten, die Ernten konnten fast überall nicht eingebracht werden. Ausgelöst durch den (damals unbekannten) Ausbruch eines Vulkans im fernen Indonesien: 1815 war TamboraW auf SumbawaW explodiert und veränderte durch die Staubwolken nach seiner Eruption das Weltklima. Das Sonnenlicht konnte die Erde nicht erwärmen. Diese Ursache wurde erst ab 1920 richtig erforscht und bekannt.
Dem „Jahr ohne Sommer“ 1816W folgten der schreckliche Winter und das Hungerjahr 1817W. Die extremen Wetterbedingungen schlugen sich auch in vielen Kulturzeugnissen nieder: In Bildern mit seltsamen Himmels- und Lichtphänomenen bei William TurnerW und Caspar David FriedrichW und anderer oder in den Gruselgeschichten einer vom schlechten Wetter gelangweilten Gesellschaft um Lord ByronW am Genfer See (hier entstehen „Frankenstein“ und „Dracula“). Im „Wanderer“ von Franz SchubertW (Erstfassung von 1816) heißt es: „Die Sonne dünkt mich hier so kalt ...“ Unter diesen widrigen Umständen entstand in völlig eingeschneiter Einsamkeit und bitterer Not die sechs Strophen von Stille NachtW“, zu denen der Organist Franz Xaver GruberW zwei Jahre später Melodie und Harmonie erfand: Da die Orgel seiner Pfarrkirche nicht funktionierte, schrieb er es für Singstimme mit Gitarrenbegleitung. Vor diesem historischen Rahmen wurde das Weihnachtslied, das später in über 300 Sprachen übersetzt wurde, am Heiligabend 1818 in Oberndorf bei SalzburgW ur-aufgeführt.

ohne Datum