Der Metzgersprung ist ein Brauch, der von Metzgerlehrlingen nach Ende ihrer Ausbildung abgehalten wird.

Der Metzgersprung um 1830 (Lithographie von Albrecht Adam)
Der Marienplatz, der Fischbrunnen beim Metzgersprung in der Zeit um 1870

Geschichte des Münchner Metzgersprungs

Alle drei Jahre findet in München der historische Münchner Metzgersprung statt. Wie der Schäfflertanz ist auch der Metzgersprung aus einer schrecklichen Zeit heraus geboren worden. Vor 450 Jahren, als eine Pestepidemie in München gewütet hatte, zogen die Zünfte der Metzger und Schäffler in fröhlichem Tanz und mit klingendem Spiel durch die noch verödeten Gassen der Stadt, um die ängstlichen Bürger wieder aus ihren Häusern heraus auf die Straße zu locken. Dadurch gelang es ihnen, die verängstigten und in den Häusern vergrabenen Menschen herauszulocken und das Leben zu normalisieren.

Als Lohn erhielt die Metzger-Innung das Privileg zugesprochen, diesen Umzug alljährlich am Fastnachtsmontag wiederholen zu dürfen. Heute wird diese Tradition am letzten Feriensonntag durchgeführt. Die Metzger verbanden damit einen alten Zunftbrauch: die Freisprechung der Lehrlinge. Nach dem Umzug mussten die Lehrlinge in den Fischbrunnen am Marienplatz springen, warfen Nüsse, Äpfel und Münzen unter die herbeieilende Jugend, die dann mit Wasser begossen wurde. Auch die umstehenden Gaffer bekamen ihren Teil ab.

Allzu lustiges Treiben führte oft zu Ausschreitungen, sodass 1793 der Metzgersprung durch den Kurfürsten verboten wurde. Maximilian II. aber ließ diesen alten Volksbrauch wiederaufleben, und seitdem zogen die mit Kälberschwänzen behangenen Metzgerbuben wieder alljährlich am Faschingsmontag zur Taufe an den Fischbrunnen, die dort in althergebrachter Weise erfolgte.

Nach den Kriegswirren wurde der Münchner Metzgersprung 1954 letztmalig wieder aufgeführt. Die Metzger-Innung München führte den alten Brauch in Abständen von 3 Jahren wieder ein[1].

Die Metzger-Lehrlinge stürzen sich, nachdem sie freigesprochen worden waren - also ihre Ausbildung beendet hatten - vor Freude und Übermut in den Fischbrunnen auf dem Marienplatz in München. Dort werden sie kräftig untergetaucht und aus Kübeln noch zusätzlich mit Wasser übergossen.

Den Brauch gibt es in ähnlicher Form bei Druckerlehrlingen bzw. neuen -Gesellen und heißt dort: GautschenW.

2025 findet der Metzgersprung am Sonntag, 14. September statt[2].

Einzelnachweise