Michael Doeberl

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Michael Doeberl (* 15. Januar 1861 in Waldsassen, Oberpfalz; † 24. März 1928 in Partenkirchen, Oberbayern) war ein deutscher Historiker und Diplomatiker.

Doeberl legte 1880 an der Klosterschule Metten die Reifeprüfung ab. Das Studium der Geschichte absolvierte er dann an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), wo er sich dem Corps Germania anschloss. 1886 wurde er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen zum Dr. phil. promoviert. 1894 habilitierte er sich in München.

Doeberl war ab 1899 als Gymnasialprofessor beim Bayerischen Kadettenkorps tätig. 1903 wurde Doeberl zum außerordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt. 1904 wurde er Honorarprofessor an der LMU. 1908/1909 wechselte Doeberl von der Kadettenanstalt als Regierungsrat in die Schulverwaltung des Kultusministeriums, 1914 wurde er zum Ministerialrat befördert. 1917 übernahm Doeberl von dem erkrankten Sigmund von Riezler den Lehrstuhl für bayerische Landesgeschichte an der LMU, um den sich auch Karl Alexander von Müller beworben hatte. Doeberl bekleidete diese Stelle bis zu seinem Tod. Kurz zuvor gründete er 1927 die Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er hob auch die Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte aus der Taufe.

Grundlegend sind seine Studien über Bayern und Frankreich vornehmlich unter Kurfürst Ferdinand Maria (1900) und seine Arbeiten über Bayern und die Reichseinigung im 19. Jahrhundert. Zum Standardwerk wurde seine dreibändige Entwicklungsgeschichte Bayerns (1912–1926).

Doeberl sprach sich im Königreich Bayern für den Parlamentarismus aus. Die Nationalsozialisten griffen ihn im Völkischen Beobachter an, als er sich gegen antisemitische Äußerungen von Studierenden in der Vorlesung verwahrte.

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