Ortszeit
Zonenzeit MEZ / MESZ |
Mittlere Ortszeit am Marienplatz | |
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Ortszeit kann unterschiedliche Bedeutungen haben:
- die ZonenzeitW eines Ortes gemäß seiner ZeitzoneW sowie
- die SonnenzeitW eines Ortes als
- mittlere Sonnenzeit = mittlere Ortszeit (MOZ) oder
- wahre Sonnenzeit = wahre Ortszeit (WOZ)
Zonenzeit
München liegt in der Zeitzone der Mitteleuropäischen ZeitW, die gegenüber der Koordinierten WeltzeitW (UTC) um eine Stunde vorgeht. Die Zonenzeit für München ist daher im Winter die Mitteleuropäische Zeit (MEZ = UTC + 1) und im Sommer zwischen dem letzten Sonntag im März und dem letzten Sonntag im Oktober die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ = MEZ + 1 = UTC + 2), in der die Uhren um eine Stunde vorgestellt sind.
Mittlere Ortszeit
Die Mitteleuropäische Zeit ist die mittlere Ortszeit für Orte mit 15 Grad östlicher Länge, das ist ungefähr mittig zwischen LinzW und WienW. Pro Längengrad westlich davon sind für die mittlere Ortszeit vier Minuten abzuziehen. München hat an der Mariensäule eine Längenkoordinate von 11,5755°. Damit unterscheidet sich die mittlere Ortszeit am Marienplatz etwa um -13 Minuten 42 Sekunden von der Mitteleuropäischen Zeit, die "Münchner Uhr" geht also knapp eine Viertelstunde nach. Um 12 Uhr MEZ ist es am Marienplatz demnach erst 11:46:18 Uhr mittlerer Ortszeit, und 12 Uhr mittlerer Ortszeit entspricht 12:13:42 Uhr MEZ.
Durch die große Ost-West-Ausdehnung Münchens vom Westen Aubings (11,37° Ost) bis in den Osten Riems (11,72° Ost) kommt es jedoch selbst im Stadtgebiet Münchens zu Unterschieden der mittleren Ortszeit von etwas mehr als einer Minute.
Wahre Ortszeit
Ebenso wie die Zonenzeit rechnet auch die mittlere Ortszeit mit einer konstanten Tageslänge. Die Länge eines SonnentagesW (beispielsweise zwischen zwei Zeitpunkten, in denen die Sonne genau im Süden steht), ist aber nicht konstant.
Durch die elliptische Form der Erdbahn ist die Erde einmal im Jahr in ihrer sonnennächsten Stellung, wobei sie sich mit einer höheren Geschwindigkeit bewegt, und einmal in ihrer sonnenfernsten Stellung, wobei sie sich mit einer niedrigeren Geschwindigkeit bewegt. Die Richtungsstabilität der auf der Erdbahn geneigten Erdachse im Weltraum bewirkt, dass die Erdachse bei einem Umlauf der Erde um die Sonne zweimal in der Bewegungsrichtung der Erde geneigt ist und zweimal quer dazu.
Beide Effekte beeinflussen die Länge eines Sonnentages. Die täglichen Zeitabweichungen summieren sich und führen zu einer Abweichung der wahren Ortszeit von der mittleren Ortszeit.
Zeitgleichung
Die ZeitgleichungW beschreibt diese Abweichung der wahren Ortszeit von der mittleren Ortszeit in Abhängigkeit vom Datum. Aus ihrer nebenstehenden grafischen Darstellung ist ersichtlich, dass die wahre Ortszeit in beide Richtungen um bis zu etwa 15 Minuten von der mittleren Ortszeit abweichen kann. Auch eine Sonnenuhr, die ja die wahre Ortszeit (= wahre Sonnenzeit) anzeigt, kann also im Verlauf eines Jahres bis zu einer Viertelstunde vor- oder nachgehen.
Diese datumsabhängige Abweichung kommt noch zu der Abweichung der mittleren Ortszeit von der Mitteleuropäischen Zeit hinzu, die ja ebenfalls etwa eine Viertelstunde beträgt. Je nach Datum liegt die wahre Ortszeit am Marienplatz daher ungefähr bei der Mitteleuropäischen Zeit oder geht ihr gegenüber bis zu etwa einer halben Stunde nach.
Siehe auch
Einzelnachweise
Weblinks
- Konstantin Bikos: Sonnenzeit – die wahre Ortszeit, timeanddate.de
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