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Quasi vom ''Ständchen'' zum ''Aufstand'' kam es [[1962]], als die Münchner Polizei fünf Teenager zur Feststellung der Personalien und Weiterem festnahm, weil sie auf der Straße russische Lieder spielten. Die Streife und schließlich die ganze Münchner [[Polizei]] hatte Zehntausende gegen sich. Auf der breiten Allee folgten Nacht auf Nacht Szenen wie aus einem Bürgerkrieg: waren es am ersten Abend vor allem protestierende Studenten, zogen schon am zweiten Tag junge Leute aus der ganzen Stadt in die abendliche Schlacht: Die | Quasi vom ''Ständchen'' zum ''Aufstand'' kam es [[1962]], als die Münchner Polizei fünf Teenager zur Feststellung der Personalien und Weiterem festnahm, weil sie auf der Straße russische Lieder spielten. Die Streife und schließlich die ganze Münchner [[Polizei]] hatte Zehntausende gegen sich. Auf der breiten Allee folgten Nacht auf Nacht Szenen wie aus einem Bürgerkrieg: waren es am ersten Abend vor allem protestierende Studenten, zogen schon am zweiten Tag junge Leute aus der ganzen Stadt in die abendliche Schlacht: Die „Lederjacken“ und die „Weißhemden“ waren darunter, auch Lehrlinge, Arbeiter und Angestellte. Fünf Tage dauerten die durchaus auf Seiten der Jugendlichen auch blutigen Interventionen zwischen Zivilisten und Uniformierten. | ||
Als die Polizei am 26. Juni mit Doppelstreifen auf der [[Leopoldstraße]] (Rue de Galopp) patrouillierte, war die Flaniermeile plötzlich wie leergefegt. Denn die Temperaturen hatten sich zufälligerweise von 30 auf 13 Grad abgekühlt - und mit ihnen offenbar die Gemüter. Man kann sagen, dass das Wetter das beendete, was Hundertschaften nur mit Mühe herstellten, das | Als die Polizei am 26. Juni mit Doppelstreifen auf der [[Leopoldstraße]] (Rue de Galopp) patrouillierte, war die Flaniermeile plötzlich wie leergefegt. Denn die Temperaturen hatten sich zufälligerweise von 30 auf 13 Grad abgekühlt - und mit ihnen offenbar die Gemüter. Man kann sagen, dass das Wetter das beendete, was Hundertschaften nur mit Mühe herstellten, das „Chaos.“ | ||
== Folgen == | == Folgen == | ||
Die Münchner Staatsanwaltschaft leitete [https://books.google.de/books?id=GY8-AQAAIAAJ&q=%22Die+M%C3%BCnchner+Staatsanwaltschaft+leitete+248+Ermittlungsverfahren%22&dq=%22Die+M%C3%BCnchner+Staatsanwaltschaft+leitete+248+Ermittlungsverfahren%22&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiw1tHR6qXZAhXNDuwKHQolCDEQ6AEIKzAB 248 Ermittlungsverfahren] ein, in den meisten Fällen wegen {{WL2|Aufruhr}} und {{WL2|Landfriedensbruch}}. Es entstanden hohe Sachschäden. Insgesamt wurden von der Münchner Polizei etwa 400 Personen festgenommen. Einige wurden später zu geringen Geld- oder Freiheitsstrafen verurteilt. Die zahlreichen Anzeigen gegen angeblich prügelnde Polizisten blieben praktisch folgenlos. Die Münchener Polizei lernte erstmals ein neues Wort: Deeskalation | Die Münchner Staatsanwaltschaft leitete [https://books.google.de/books?id=GY8-AQAAIAAJ&q=%22Die+M%C3%BCnchner+Staatsanwaltschaft+leitete+248+Ermittlungsverfahren%22&dq=%22Die+M%C3%BCnchner+Staatsanwaltschaft+leitete+248+Ermittlungsverfahren%22&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiw1tHR6qXZAhXNDuwKHQolCDEQ6AEIKzAB 248 Ermittlungsverfahren] ein, in den meisten Fällen wegen {{WL2|Aufruhr}} und {{WL2|Landfriedensbruch}}. Es entstanden hohe Sachschäden. Insgesamt wurden von der Münchner Polizei etwa 400 Personen festgenommen. Einige wurden später zu geringen Geld- oder Freiheitsstrafen verurteilt. Die zahlreichen Anzeigen gegen angeblich prügelnde Polizisten blieben praktisch folgenlos. Die Münchener Polizei lernte erstmals ein neues Wort: Deeskalation | ||
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