Franz Lachner: Unterschied zwischen den Versionen

1.534 Bytes hinzugefügt ,  26. Juni 2025
K
keine Bearbeitungszusammenfassung
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(5 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''Franz Paul Lachner''' (* 2. April [[1803]] in Rain (Lech); † 20. Januar [[1890]] in [[München]]) war ein zu seiner Zeit sehr geschätzter Komponist und Dirigent. Er wirkte in und ist [[Ehrenbürger]] der Stadt [[München]].
'''Franz Paul Lachner''' (* [[2. April]] [[1803]] in {{WL2|Rain (Lech)}}; † [[20. Januar]] [[1890]] in [[München]]) war ein zu seiner Zeit sehr geschätzter Komponist und Dirigent. Er wirkte in und ist [[Ehrenbürger]] der Stadt [[München]].


== Leben ==
== Leben ==
Franz Lachner wurde in eine musikalische Familie geboren. Die kleine Wohung mit zwei Zimmern musste 14 Kinder und den Eltern Herberge bieten. Sein Vater Anton war Organist und zugleich auch ein geschickter Uhrmacher. Das Wertvollste, was der Vater seinen vielen Kinder mit auf den Weg geben konnte, war das Verständnis des Musischen. So erhielt Franz seinen ersten Unterricht in der Wohnung. An die Wand waren alle Noten, Tonleitern, Notenschlüssel gezeichnet und auf der langen Zimmerbank waren mangels eines echten Pianos, Klaviertasten aufgemalt. Seine Brüder Ignaz und Vinzenz sowie sein Stiefbruder, eines der 7 Kinder aus der ersten Ehe, Theodor wurden ebenso wie Franz hervorragende Musiker und Komponisten.
Franz Lachner wurde in eine musikalische Familie geboren. Die kleine Wohnung mit zwei Zimmern musste 14 Kindern und den Eltern Herberge bieten. Sein Vater Anton war Organist und zugleich auch ein geschickter Uhrmacher. Das Wertvollste, was der Vater seinen vielen Kinder mit auf den Weg geben konnte, war das Verständnis des Musischen. So erhielt Franz seinen ersten Unterricht in der Wohnung. An die Wand waren alle Noten, Tonleitern, Notenschlüssel gezeichnet und auf der langen Zimmerbank waren mangels eines echten Pianos, Klaviertasten aufgemalt. Seine Brüder Ignaz und Vinzenz sowie sein Stiefbruder, eines der 7 Kinder aus der ersten Ehe, Theodor wurden ebenso wie Franz hervorragende Musiker und Komponisten.


Er besuchte das Gymnasium in Neuburg an der Donau, widmete sich aber daneben unter dem Lehrer Franz Xaver Eisenhofer dem Studium der Komposition. Nach dem Tod seines Vaters am 2. September 1820 verschlechterte sich die finanzielle Lage der Familie Lachner zusehens, und auch Franz konnte das Ableben seines Mentors, des Vaters, nicht ohne gewisse Abstriche verkraften. Mit nur mehr halber Entschlossenheit verblieb er noch bis zu seinem Abschluss am [[Gymnasium]]. Am 23. Mai 1822 trat er aus der Lehranstalt aus. Von nun an wollte er seine ganze Schaffenskraft der Musik widmen. Mit der Entschlossenheit, seine eigenen Kompositionen und sein musikalisches Können in die Welt hinauszutragen, zog es ihn in die Residenzstadt München. Aber München war zu jener Zeit musikalisch noch nicht so weit. Auch sein unglaubliches Talent an den Musikinstrumenten wie Orgel, Klavier, Geige und Cello konnte er nicht ausspielen. Seinen Unterhalt verdiente sich der nun 19-jährige fortan mit dem Unterrichten, nachts trat er in kleinen Theaterorchestern auf. An Sonn- und Feiertagen spielte er für weniger als 8 Kreuzer u.a. die Orgel in der [[Damenstiftskirche]].  
Er besuchte das Gymnasium in Neuburg an der Donau, widmete sich aber daneben unter dem Lehrer Franz Xaver Eisenhofer dem Studium der Komposition. Nach dem Tod seines Vaters am 2. September 1820 verschlechterte sich die finanzielle Lage der Familie Lachner zusehends, und auch Franz konnte das Ableben seines Mentors, des Vaters, nicht ohne gewisse Abstriche verkraften. Mit nur mehr halber Entschlossenheit verblieb er noch bis zu seinem Abschluss am [[Gymnasium]]. Am 23. Mai 1822 trat er aus der Lehranstalt aus. Von nun an wollte er seine ganze Schaffenskraft der Musik widmen. Mit der Entschlossenheit, seine eigenen Kompositionen und sein musikalisches Können in die Welt hinauszutragen, zog es ihn in die Residenzstadt München. Aber München war zu jener Zeit musikalisch noch nicht so weit. Auch sein unglaubliches Talent an den Musikinstrumenten wie Orgel, Klavier, Geige und Cello konnte er nicht ausspielen. Seinen Unterhalt verdiente sich der nun 19-jährige fortan mit dem Unterrichten, nachts trat er in kleinen Theaterorchestern auf. An Sonn- und Feiertagen spielte er für weniger als 8 Kreuzer u.a. die Orgel in der [[Damenstiftskirche]].  


All diese Enttäuschungen konnten sein Herz aber nicht brechen, und so setzte er seine Studien in der Musik und Komposition, unterstützt von Johann [[Kaspar Ett]], damaliger Hoforganist der [[St. Michael]]s Kirche, fort und wurde auch beim [[AGV München|Akademischen Gesangverein München]] aktiv. Im Herbst des Jahres [[1823]] beendete er diesen vorerst aussichtslosen Weg und begab sich mit neuer Entschlossenheit nach [[Wien]]; dort gewann er den Musikwettbewerb an der Lutherischen Stadtkirche, um den Posten des Organisten annehmen zu können.  
All diese Enttäuschungen konnten sein Herz aber nicht brechen, und so setzte er seine Studien in der Musik und Komposition, unterstützt von Johann [[Kaspar Ett]], damaliger Hoforganist der [[St. Michael]]s Kirche, fort und wurde auch beim [[AGV München|Akademischen Gesangverein München]] aktiv. Im Herbst des Jahres [[1823]] beendete er diesen vorerst aussichtslosen Weg und begab sich mit neuer Entschlossenheit nach {{WL2|Wien}}; dort gewann er den Musikwettbewerb an der Lutherischen Stadtkirche, um den Posten des Organisten annehmen zu können.  


In Wien traf er auf Simon Sechter, der sich um ihn wie ein Vater kümmerte und der ihn als Berater heranzog. Der Opernkomponist Josef Weigl schulte ihn in Harmonielehre und Kontrapunkt. Er fand Aufnahme in den Künstlerkreis um Franz Schubert und [[Moritz von Schwind]] und wurde ein enger Freund Schuberts. Auch mit Beethoven stand er in Kontakt.
In Wien traf er auf Simon Sechter, der sich um ihn wie ein Vater kümmerte und der ihn als Berater heranzog. Der Opernkomponist Josef Weigl schulte ihn in Harmonielehre und Kontrapunkt. Er fand Aufnahme in den Künstlerkreis um Franz Schubert und [[Moritz von Schwind]] und wurde ein enger Freund Schuberts. Auch mit Beethoven stand er in Kontakt.


===Erste Erfolge===
Franz Lachner ist auf dem [[Alter Südlicher Friedhof|Alten Südlichen Friedhof]] beigesetzt (vgl. Bild vom Grabmal).
 
==Erste Erfolge==
[[1826]] wurde Lachner Vizekapellmeister und [[1828]] Erster Kapellmeister am Kärntnertor-Theater in Wien, danach von [[1834]] bis [[1836]] Hofkapellmeister in Mannheim. 1836 kehrte er nach München zurück, wo er Dirigent der [[Nationaltheater|Hofoper]], der Konzerte der [[Hochschule für Musik und Theater München|Musikalischen Akademie]] und der Königlichen Vokalkapelle war. Diese Berufung zum Hofkapellmeister erfolgte aus Anlass seiner ''Sinfonia passionata'', die in Wien [[1835]] den großen Preis gewann.  
[[1826]] wurde Lachner Vizekapellmeister und [[1828]] Erster Kapellmeister am Kärntnertor-Theater in Wien, danach von [[1834]] bis [[1836]] Hofkapellmeister in Mannheim. 1836 kehrte er nach München zurück, wo er Dirigent der [[Nationaltheater|Hofoper]], der Konzerte der [[Hochschule für Musik und Theater München|Musikalischen Akademie]] und der Königlichen Vokalkapelle war. Diese Berufung zum Hofkapellmeister erfolgte aus Anlass seiner ''Sinfonia passionata'', die in Wien [[1835]] den großen Preis gewann.  


[[1852]] wurde er Generalmusikdirektor. Als König [[Ludwig II. (Bayern)|Ludwig II.]] allerdings [[Richard Wagner (Komponist)|Wagner]] nach München rief, ging Lachner [[1865]] in den Ruhestand. Zu seinen Schülern gehörten Joseph Rheinberger und Franz Wüllner. Lachners Beethoven-Interpretationen galten als exemplarisch; er führte auch erfolgreich Wagners Opern auf, obwohl er dessen Musik ablehnend gegenüberstand.  
[[1852]] wurde er Generalmusikdirektor. Als König [[Ludwig II. (Bayern)|Ludwig II.]] allerdings [[Richard Wagner (Komponist)|Wagner]] nach München rief, ging Lachner [[1865]] in den Ruhestand. Zu seinen Schülern gehörten Joseph Rheinberger und Franz Wüllner. Lachners Beethoven-Interpretationen galten als exemplarisch; er führte auch erfolgreich Wagners Opern auf, obwohl er dessen Musik ablehnend gegenüberstand.  


===Auszeichnungen===
== Auszeichnungen ==
Franz Lachner ist [[Ehrenbürger]] der Stadt München.
Franz Lachner ist [[Ehrenbürger]] der Stadt München.


In den Jahren von [[1853]] bis [[1867]] war Lachner bereits mit einer Hand voll Auszeichnungen bedacht worden. Das waren: ''Commandeur des mexikanischen Quadalupe-Ordens'', ''Ritter des Verdienst-Ordens vom heiligen Michael'', Mitglied des ''[[Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst|Maximilians-Ordens für Wissenschaft und Kunst]]'', ''Ritter des Großherzoglich Hessischen Ordens Philipps des Großmütigen und des Herzogl. Sächsischen Ernestinischen Hausordens''.
In den Jahren von [[1853]] bis [[1867]] war Lachner bereits mit einer Hand voll Auszeichnungen bedacht worden. Das waren: ''Commandeur des mexikanischen Quadalupe-Ordens'', ''Ritter des Verdienst-Ordens vom heiligen Michael'', Mitglied des ''[[Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst|Maximilians-Ordens für Wissenschaft und Kunst]]'', ''Ritter des Großherzoglich Hessischen Ordens Philipps des Großmütigen und des Herzoglich Sächsischen Ernestinischen Hausordens''.


Seine Geburtsstadt Rain würdigt ihn mit einem Straßennamen, dem Gebrüder-Lachner-Museum, das im Geburtshaus untergebracht ist sowie der Benennung der Gebrüder-Lachner-Mittelschule. An der Fassade des Gebäudes blickt uns Lachner in Halbrelief an. Eine Tafel berichtet über Lachner.  
Seine Geburtsstadt Rain würdigt ihn mit einem Straßennamen, dem Gebrüder-Lachner-Museum, das im Geburtshaus untergebracht ist sowie der Benennung der Gebrüder-Lachner-Mittelschule. An der Fassade des Gebäudes blickt uns Lachner in Halbrelief an. Eine Tafel berichtet über Lachner.  
Zeile 28: Zeile 30:


==Familie==
==Familie==
Mit knapp 30 Jahren, in der Zeit als Franz Lachner als Kapellmeister in Kärnten tätig war, heiratet Lachner Julie Royko. Zusammen zieht es die beiden erst nach Mannheim und weiter nach München.  
Mit knapp 30 Jahren, in der Zeit als Franz Lachner als Kapellmeister am Wiener Kärntnertortheater tätig war, heiratet Lachner Julie Royko. Zusammen zieht es die beiden erst nach Mannheim und weiter nach München.  


Aus dieser Ehe gehen zwei Söhne und die im Jahre 1844 geborene Tochter Marie hervor. Nur Marie überlebt die Eltern. Sie wird später in die wohlbekannte Münchner Familie [[Anton Riemerschmid|Riemerschmid]] einheiraten.  
Aus dieser Ehe gehen zwei Söhne und die im Jahre 1844 geborene Tochter Marie hervor. Nur Marie überlebt die Eltern. Sie wird später in die wohlbekannte Münchner Familie [[Anton Riemerschmid|Riemerschmid]] einheiraten.  
Zeile 89: Zeile 91:
* [http://www.digitale-sammlungen.de/index.html?c=autoren_index&l=de&ab=Lachner,%20Franz%20Paul Eintrag zu Franz Paul Lachner] auf [http://www.digitale-sammlungen.de/ Münchner Digitalisierungszentrum] ([[Bayerische Staatsbibliothek]])
* [http://www.digitale-sammlungen.de/index.html?c=autoren_index&l=de&ab=Lachner,%20Franz%20Paul Eintrag zu Franz Paul Lachner] auf [http://www.digitale-sammlungen.de/ Münchner Digitalisierungszentrum] ([[Bayerische Staatsbibliothek]])
* [http://www.klassika.info/Komponisten/Lachner/wv_gattung.html Werkeverzeichnis] bei [http://www.klassika.info/ Klassika] - die deutschsprachigen Klassikseiten
* [http://www.klassika.info/Komponisten/Lachner/wv_gattung.html Werkeverzeichnis] bei [http://www.klassika.info/ Klassika] - die deutschsprachigen Klassikseiten
* ''[https://www.theaterkompass.de/beitraege/850-jahre-munchen-grosser-geister-stunde-auf-dem-alten-sudfriedhof-30315 850 Jahre München: Grosser Geister Stunde auf dem Alten Südfriedhof.]'' (Auf dem Alten Münchner Südfriedhof, Freitag, 6. und Samstag, 7. Juni 2008,  Zwei ungewöhnliche Friedhofsnächte lassen berühmte Münchner Persönlichkeiten, … ; bei theaterkompass.de )<!--
die auf Münchens historischem Südfriedhof ruhen, musikalisch und in Theaterszenen wieder aufleben.  Es ist verblüffend, wie viele bedeutende Persönlichkeiten im Stadtzentrum vereint auf dem Alten Südfriedhof liegen. Namen wie Reichenbach, Baader, Fraunhofer, Gärtner, Klenze oder Gabelsberger klingen weit über München hinaus. Wenn am 6. und 7. Juni dieser Großer Geister Stunde schlägt, werden 35 dieser Berühmtheiten wieder „zum Leben erweckt“.  Klaus J. Neumann zeichnet verantwortlich für dieses ungewöhnliche Kulturprojekt im Rahmen des 850. Münchner Stadtgeburtstages.  In zahlreichen Theaterszenen auf neun verschiedenen Bühnen auf dem Alten Südfriedhof geht er dem Leben und Wirken der dort ruhenden Persönlichkeiten nach (Autorin: Johanna Stephan). Musiker des Orchesters des Staatstheaters am Gärtnerplatz lassen an verschiedenen „Lichtinseln“ die Kammermusiken dort begrabener Komponisten wie Lachner, von Winter oder Aiblinger erklingen.
-->


{{Wikipedia-Artikel}}
{{Wikipedia-Artikel}}
34.695

Bearbeitungen