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Der Ingenieur Gustav Bopp (1879 - 1941) starb als Glaubensopfer durch die NS-Verfolgung im [[ | Der Ingenieur '''Gustav Bopp''' ([[1879]]-[[1941]]) starb als Glaubensopfer durch die NS-Verfolgung im [[Konzentrationslager Dachau]] | ||
==Allgemeines zur Verfolgung der Gemeinschaft== | ==Allgemeines zur Verfolgung der Gemeinschaft== | ||
Unter dem NS-Regime verweigerten Jehovas Zeugen den Hitler-Gruß, den Fahneneid, den Kriegsdienst, politische Wahlen und den Beitritt zu Organisationen des Hitler-Regimes. Für ihren Glauben nahmen Jehovas Zeugen schwere Leiden, viele sogar die Todesstrafe, auf sich. Im Jahre 1933 gab es etwa 30.000 Zeugen Jehovas in Deutschland und Österreich. Diese, sowie noch weitere Zeugen Jehovas aus anderen besetzten Ländern in Europa, waren grausamer Verfolgung ausgesetzt. | Unter dem NS-Regime verweigerten ''Jehovas Zeugen'' (damals Ernste Bibelforscher) den Hitler-Gruß, den Fahneneid, den Kriegsdienst, politische Wahlen und den Beitritt zu Organisationen des Hitler-Regimes. Für ihren Glauben nahmen sie als Jehovas Zeugen schwere Leiden, viele sogar die Todesstrafe, auf sich. Im Jahre 1933 gab es etwa 30.000 Zeugen Jehovas in Deutschland und Österreich. Diese, sowie noch weitere Zeugen Jehovas aus anderen besetzten Ländern in Europa, waren grausamer Verfolgung ausgesetzt. | ||
Etwa 12.700 Zeugen Jehovas inhaftierte man in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Hier starben durch Misshandlung, medizinische Experimente, Hunger, Kälte, Krankheiten, sowie einige auch durch Hinrichtung, über 2.000 Zeugen Jehovas aus ganz Europa. Außerdem wurden mehr als 360 Zeugen Jehovas hingerichtet, dies größtenteils wegen Kriegsdienstverweigerung. Jehovas Zeugen leisteten gewaltlosen geistigen Widerstand aus christlicher Überzeugung. | Etwa 12.700 Zeugen Jehovas inhaftierte man in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Hier starben durch Misshandlung, medizinische Experimente, Hunger, Kälte, Krankheiten, sowie einige auch durch Hinrichtung, über 2.000 Zeugen Jehovas aus ganz Europa. Außerdem wurden mehr als 360 Zeugen Jehovas hingerichtet, dies größtenteils wegen Kriegsdienstverweigerung. Jehovas Zeugen leisteten gewaltlosen geistigen Widerstand aus christlicher Überzeugung. | ||
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==Biografie== | ==Biografie== | ||
Einer von ihnen war Gustav Karl Theodor Bopp aus Heidelberg. Er wurde am 10. Juni [[1879]] in Mühlhausen, damals Elsass, geboren. Er war verheiratet mit Maria Bopp und wohnhaft in | Einer von ihnen war '''Gustav Karl Theodor Bopp''' aus Heidelberg. Er wurde am 10. Juni [[1879]] in Mühlhausen, damals Elsass, geboren. Er war verheiratet mit Maria Bopp und wohnhaft in der Heidelberger Weststadt, Zähringerstraße 25. | ||
Ab 1914 war er als Ingenieur am Aufbau der bekannten Chemie-Werke Oppau und Leuna beteiligt. Im Jahre 1919 symbolisierte er dann seine Hingabe an | Ab 1914 war er als Ingenieur am Aufbau der bekannten Chemie-Werke Oppau und Leuna beteiligt. Im Jahre 1919 symbolisierte er dann seine Hingabe an Gott durch die Wassertaufe. Er hatte ein Ältestenamt inne und war von 1930 bis 1933 Dienstleiter der Zeugen Jehovas in Heidelberg. | ||
Wenige Monate nach Hitlers Machtergreifung wurde die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas verboten. Die an den Juden einsetzenden Diskriminierungen und Schikanen ließen Gustav Bopp nicht unberührt, weshalb er sich dem Ausschluss jüdischer Studenten aus dem [[Corps Bavaria]], einer Studentenverbindung, der er seit seinem Studium an der Technischen Hochschule Karlsruhe angehörte, widersetzte. | Wenige Monate nach Hitlers Machtergreifung wurde die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas verboten. Die an den Juden einsetzenden Diskriminierungen und Schikanen ließen Gustav Bopp nicht unberührt, weshalb er sich dem Ausschluss jüdischer Studenten aus dem [[Corps Bavaria]], einer [[Studentenverbindung]], der er seit seinem Studium an der Technischen Hochschule Karlsruhe angehörte, widersetzte. | ||
Was seine eigene Glaubensüberzeugung betraf, so blieb er dieser auch nach dem Verbot treu, weshalb er am 17. Februar 1937 verhaftet wurde. Er wurde vor das Sondergericht Mannheim gestellt, welches ihn zu fünf Monaten Gefängnis verurteilte. Noch der Haftverbüßung nahm ihn die [[Gestapo]] in die so genannte Schutzhaft, d.h. eine ungesetzliche Haft durch die SS; zunächst im KZ Kislau (bei Mannheim) und dann im KZ Dachau. | Was seine eigene Glaubensüberzeugung betraf, so blieb er dieser auch nach dem Verbot treu, weshalb er am 17. Februar 1937 verhaftet wurde. Er wurde vor das Sondergericht Mannheim gestellt, welches ihn zu fünf Monaten Gefängnis verurteilte. Noch der Haftverbüßung nahm ihn die [[Gestapo]] in die so genannte Schutzhaft, d. h. eine ungesetzliche Haft durch die SS; zunächst im KZ Kislau (bei Mannheim) und dann im KZ Dachau. | ||
== Die Haft/Folter im Konzentrationslager Dachau== | == Die Haft/Folter im Konzentrationslager Dachau == | ||
In den Konzentrationslagern wurden Jehovas Zeugen mit einem „Lila Winkel“ stigmatisiert. Im KZ Dachau begegnete Gustav Bopp weiteren Zeugen Jehovas aus seiner Heimat: Karl Rinklin und Heinrich Wesch sen. aus Heidelberg sowie Hans Gärtner aus Zwingenberg und Philipp Bold, Fritz Lehr und Ludwig Walther aus [[Speyer]]. | In den Konzentrationslagern wurden Jehovas Zeugen mit einem „Lila Winkel“ stigmatisiert. Im KZ Dachau begegnete Gustav Bopp weiteren Zeugen Jehovas aus seiner Heimat: Karl Rinklin und Heinrich Wesch sen. aus Heidelberg sowie Hans Gärtner aus Zwingenberg und Philipp Bold, Fritz Lehr und Ludwig Walther aus [[Speyer]]. | ||
Im Konzentrationslager Dachau starb Gustav Bopp | Im Konzentrationslager Dachau starb Gustav Bopp 62jährig am 12. Juli 1941. | ||
Auch | Auch diese Zeugen Jehovas Hans Gärtner, Fritz Lehr und Ludwig Walther kamen im KZ Dachau ums Leben. | ||
[[Kategorie:Person|Bopp]] | |||
[[Kategorie:Nationalsozialismus (Widerstand)|Bopp]] | |||
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