Erster Weltkrieg: Unterschied zwischen den Versionen

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Außerdem akzeptierte das Militär nun Friedrich Ebert und sagte ihm seine Unterstützung zu für Ordnung im Reich zu sorgen. Das Militär war damals ein entscheidender Machtfaktor. Es war relativ selbständig gegenüber dem Staat. So war dies für Ebert ausschlaggebend, das Land vom Kriegszustand in den Frieden überführen zu können, obwohl es trotzdem nicht gelang, die bürgerkriegsähnlichen Zustände in den Straßen der Städte zu beenden.
Außerdem akzeptierte das Militär nun Friedrich Ebert und sagte ihm seine Unterstützung zu für Ordnung im Reich zu sorgen. Das Militär war damals ein entscheidender Machtfaktor. Es war relativ selbständig gegenüber dem Staat. So war dies für Ebert ausschlaggebend, das Land vom Kriegszustand in den Frieden überführen zu können, obwohl es trotzdem nicht gelang, die bürgerkriegsähnlichen Zustände in den Straßen der Städte zu beenden.


Am 10. November 1918 floh Kaiser Wilhelm II. ins holländische Exil. Es entstand unter der Führung der SPD der "Rat der Volksbeauftragten", der das Land übergangsweise regierte, bis durch die Nationalversammlung in Weimar 1919 eine demokratische Verfassung gegeben und somit ein neuer Staat, die sogenannte [[Weimarer Republik]] gegründet wurde. Im Januar 1919 fanden zur Nationalversammlung die ersten demokratischen Wahlen in Deutschland statt. Erstmals hatten auch Frauen das Recht zu wählen und sich als Abgrordnete wählen zu lassen. Wegen der Unruhen in Berlin tagte die Nationalversammlung in Weimar. Gab es in Deutschland während des Krieges keinerlei Kampfhandlungen (kein Feindsoldat war auf deutschen Boden) so wird in Folge der Konterevolution in einigen deutschen Städten wie in einem Bürgerkrieg gekämpft. Auch in München gab es durch die Reichstruppen die gegen die Aufstände vorgingen, hunderte Tote.  
Am 10. November 1918 floh Kaiser Wilhelm II. ins holländische Exil. Es entstand unter der Führung der SPD der "Rat der Volksbeauftragten", der das Land übergangsweise regierte, bis durch die Nationalversammlung in Weimar 1919 eine demokratische Verfassung gegeben und somit ein neuer Staat, die sogenannte [[Weimarer Republik]] gegründet wurde. Im Januar 1919 fanden zur Nationalversammlung die ersten demokratischen Wahlen in Deutschland statt. Erstmals hatten auch Frauen das Recht zu wählen und sich als Abgrordnete wählen zu lassen. Wegen der Unruhen in Berlin tagte die Nationalversammlung in Weimar.  
 
Gab es in Deutschland während des Krieges keinerlei Kampfhandlungen (kein Feindsoldat war auf deutschen Boden) so wird in Folge der Konterevolution in einigen deutschen Städten wie in einem Bürgerkrieg gekämpft. Auch in München gab es durch die Reichstruppen die gegen die Aufstände vorgingen, hunderte Tote.  
   
   
Doch die neue Regierung bzw. die Weimarer Republik hatte es mit vielen Feinden von links (Kommunisten) und von rechts (Nationalisten und militärischen Untergrundorganisationen) zu tun. Letztere verübten Attentate auf Politiker (z.B. auf Mathias Erzberger und Walter Rathenau). Außerdem verbreiteten Teile des Militärs die sogenannte Legende vom "Dolchstoß", in der behauptet wurde, "dass die deutschen Soldaten im Felde unbesiegt geblieben seien und sie durch Waffenstillstansverhandlungen einen Dolchstoß von vaterlandslosen Zivilisten in den Rücken erhalten hätten". Aber in Wahrheit waren die deutschen Soldaten ausgelaugt, am Ende ihrer Kräfte und deshalb kriegsmüde. Trotzdem hielt sich dieses Gerücht in einigen Teilen der Bevölkerung hartnäckig. Vor allem die republikfeindlichen Parteien nahmen diese Lüge wohlwollend auf. Die demokratischen Parteien wurden aufgrund der Dolchstoßlegende auch als "Novemberverbrecher" bezeichnet. Damit wurden die Attentate als gerechtfertigte Sache hingestellt. Somit wurde bewusst ein republikfeindliches Klima geschaffen. Auch der Friedensvertrag von Versailles trug dazu bei. Gegen Putschversuche musste die demokratische Regierung bestehen.
Doch die neue Regierung bzw. die Weimarer Republik hatte es mit vielen Feinden von links (Kommunisten) und von rechts (Nationalisten und militärischen Untergrundorganisationen) zu tun. Letztere verübten Attentate auf Politiker (z.B. auf Mathias Erzberger und Walter Rathenau). Außerdem verbreiteten Teile des Militärs die sogenannte Legende vom "Dolchstoß", in der behauptet wurde, "dass die deutschen Soldaten im Felde unbesiegt geblieben seien und sie durch Waffenstillstansverhandlungen einen Dolchstoß von vaterlandslosen Zivilisten in den Rücken erhalten hätten". Aber in Wahrheit waren die deutschen Soldaten ausgelaugt, am Ende ihrer Kräfte und deshalb kriegsmüde. Trotzdem hielt sich dieses Gerücht in einigen Teilen der Bevölkerung hartnäckig. Vor allem die republikfeindlichen Parteien nahmen diese Lüge wohlwollend auf. Die demokratischen Parteien wurden aufgrund der Dolchstoßlegende auch als "Novemberverbrecher" bezeichnet. Damit wurden die Attentate als gerechtfertigte Sache hingestellt. Somit wurde bewusst ein republikfeindliches Klima geschaffen. Auch der Friedensvertrag von Versailles trug dazu bei. Gegen Putschversuche musste die demokratische Regierung bestehen.
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