Wir schaffen das

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Wir schaffen das ist das berühmte Zitat von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland im September 2015.

Treffen mit dem Bundeskanzler von Österreich

15. September 2015, 16:12 Uhr - Treffen mit Österreichs Kanzler Werner Faymann (SPÖ)

Merkel zur Flüchtlingskrise: "Hier braucht es eine große europäische Kraftanstrengung". Die Regierungschefs aus Berlin und Wien fordern von den EU-Partnern mehr Menschlichkeit in der Flüchtlingsfrage. Merkel findet bemerkenswerte Worte.

(Von Matthias Kolb):

Das Verhältnis zwischen Angela Merkel und Werner Faymann wird in diesen Tagen immer enger. Gemeinsam setzen sich Deutschland und Österreich für mehr Humanität in der Flüchtlingskrise ein - und fühlen sich vom Rest der Europäischen Union ziemlich allein gelassen. Aber eines wird bei der Pressekonferenz der Kanzlerin mit dem österreichischen Regierungschef in Berlin klar: Die beiden bereuen nichts.
"Ich bin dir sehr dankbar, dass du in dieser Situation nicht zögerlich warst", sagt der Sozialdemokrat aus Wien in Richtung der "lieben Angela". Faymann spricht über die Entscheidung der Kanzlerin, am ersten September-Wochenende Tausende Flüchtlinge aufzunehmen, die unter erbärmlichen Umständen in Ungarn auf ihre Weiterreise warteten. Und die CDU-Chefin betont im Bundeskanzleramt nochmals: "Die Entscheidung war richtig, wir haben vielen Menschen geholfen."
Österreichs Kanzler Werner Faymann pocht bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf eine gemeinsame europäische Lösung der Flüchtlingsfrage.
Den Vorwurf, den neben den Christsozialen zuletzt auch Abgeordnete der CDU erhoben hatten, wonach sie dadurch dazu beigetragen habe, dass der "Strom an Flüchtlingen breiter" werde, weist die Kanzlerin selbstbewusst zurück. Sie habe schnell handeln müssen, was sie in Absprache mit Juristen und dem Außenminister getan habe. Von "Übertölpelung" oder einem "Überrennen" könne keine Rede sein.
Nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Sachsen habe sie entschieden, dass Deutschland hilft. "Die Bilder, die um die Welt gingen, waren nicht die von meinem Besuch in Heidenau in der Erstaufnahmeeinrichtung. Die Bilder kamen aus München und anderswo, wo Bürger am Morgen die Flüchtlinge am Bahnhof empfangen haben", sagt Merkel. Die Hilfsbereitschaft der Bürger sei eine "große Geste" gewesen, die "aus den Herzen der Bürger kommt". Und dann folgt ein noch deutlicherer Satz: "Wenn wir jetzt anfangen müssen, uns zu entschuldigen, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

bis .... zur Mülltrennung

Mülltrennung ist gut, Hitler schlecht: Ein Ratgeber will Flüchtlingen erklären, was sie in Deutschland tun sollten. Und was besser nicht.

  • Ein Ratgeber für Flüchtlinge: So funktioniert Deutschland. Ameen Alkutainy aus Syrien und Nikolaus von Wolff haben ein E-Book mit 99 Tipps für Flüchtlinge für das Verhalten im deutschen Alltag veröffentlicht. 99 Tipps. Artikel von Ulrike Heidenreich in der SZ darüber.

Denn die verschiedenen Welten prallen (mitunter auch) an der Mülltonne aufeinander. Man mag es kaum glauben, aber die Mülltrennung gehört zu den häufigsten Auslösern von Konflikten zwischen Migranten und Deutschen. Wer auf lebensgefährlichen Wegen die Flucht nach Deutschland geschafft hat, nimmt eine braune, blaue oder graue Tonne mitunter nicht so ernst, wie er vielleicht sollte.

"Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit, um das deutsche Entsorgungssystem zu verstehen. Es wird Ihnen helfen, Konflikte mit den Nachbarn zu vermeiden."

Dies ist deshalb einer von 99 Tipps für Zuwanderer, veröffentlicht auf Deutsch, Englisch und Arabisch.

Oder wenn es um die Zusammenarbeit mit Frauen, etwa mit Ärztinnen, Wohnungsmaklerinnen, Polizistinnen oder Behördenmitarbeiterinnen geht.

Sagen Sie niemals zu einer Frau: ,Ich möchte aber bitte mit einem Mann sprechen.'" (Regel 23)

Das würde als starke Diskriminierung aufgefasst werden.

Der Ratgeber soll Verständnis auf allen Seiten schaffen - und der Erfolg gibt ihm recht.

Die Autoren: Nikolaus von Wolff studierte Philosophie an der Universität Köln und ist seit 2002 Berater für internationale Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Von 2012 bis 2013 erlebte er als Professor an der Deutschen Universität Kairo die Umbrüche in Ägypten mit. Ameen Alkutainy graduierte im Fachbereich Marketing am Higher Institute of Business Administration in Damaskus. Er stammt aus Aleppo, arbeitete für den syrischen Tourismusverband und musste seine Heimat wegen des Bürgerkriegs schon 2013 verlassen. Momentan unterrichtet er arabische Studien an der Nationalen Universität der Mongolei in Ulan-Bator.

Titel:

  • Nikolaus von Wolff, Ameen Alkutainy: Wir schaffen das. 99 Tipps und Fakten für Zuwanderer und Einheimische; EAN: 9783739320212; Format: EPUB ohne DRM (Der umfassendste Ratgeber für die Integration von Zuwanderern in Deutschland in 3 Sprachen: arabisch, englisch, deutsch)

Historische Beispiele

Weblinks

  • So funktioniert Flüchtlingshilfe am besten. Es sind die kleinen Initiativen, die den Flüchtlingen am meisten helfen. Verbände und die Politik sind zunächst zweitrangig. In der SZ vom 4. Oktober 2015
  • Werner van Bebber: Flüchtlinge, der Staat und wir - Wir brauchen endlich Klarheit. Wie bewältigt Deutschland die Flüchtlingskrise? Notwendig wäre vor allem zu klären, wie viele Einwanderer dieses Land integrieren kann und was wir von ihnen erwarten. Ein Kommentar. Im tagesspiegel.de vom 1.11.2015.