Prosa und Lyrik

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Minka, Bier

(aus dem Gedichtsband "AbSzesse" von Wendel Heiß, Edition Ludwig im Tale, ISBN 3-927890-38-3)
In der Isarmetropole
drink i gern a Maß zum Wohle.
Bin i grad amoi dabei,
kannt's scho aa a zwoate sei,
und weil's oiwei besser duat,
schmeckt a dritte gar so guat.
Bei der viertn, des kanns'd glaum,
hoaßt's no lang ned: Aus der Traum.
Soitn's eppa fümfe sei
und mi fragt wer, sag i "Mei,
wanns'd no wartst bis nach der sechstn,
nacha fui i mi am hechstn!"
Und weil's grad schee griabig is,
kummt de siebte Maß ganz gwiss.
Wern's na achte oder neine,
geh i hoam und leg mi eine
in mei Bett und draam vo Minga,
wia schee ma do des Bier ko dringa.

Grantln

(aus dem Gedichtsband "AbSzesse" von Wendel Heiß, Edition Ludwig im Tale, ISBN 3-927890-38-3)

Herrschaftzeitnsaxndi,
wo hab jetzt i mei Rotzduach hi?!
Kruzitürkn überanand,
i hab des Duach ja in da Hand!
Kruzinesn Herrgottsa,
laaft da Rotz scho awi, ha!
Himmiherrgottsakrament,
jetzt war i boid an d'Wand hi grennt!
Bluadskardharrh, akrat beim Niaßn
hob i aa no biesln miassn!
Zäfix, jetzt laaft's in d'Hosn nei!
Jetzad glangt's ma nacha fei!

Der Himmel muss ein Biergarten sein

(aus dem Gedichtsband "AbSzesse" von Wendel Heiß, Edition Ludwig im Tale, ISBN 3-927890-38-3)

Die Brotzeit im Korb, der Durst gewaltig
nach einer Maß Bier, alkoholhaltig.
Nachdem im Biergarten der Tisch gedeckt,
die Maß mit jedem Schluck besser schmeckt,
fangen die Sinne sich an zu weiten;
man schaut sich um nach allen vier Seiten
und besonders, wenn man nach links sich wendet,
entdeckt man: der Biergarten niemals nicht endet.
Bis Horizont glaubt man dass er sich erstreckt:
Die Unendlichkeit des Biergartens ist somit entdeckt.
Mit jeder Maß Bier sich der Horizont weitet,
was noch mehr zum Trinken des Bieres verleitet;
man sitzt und schaut und trinkt und trinkt,
bis irgendwann man im Nirwana versinkt.


An Kasse 3 eines Münchner Supermarkts

(aus dem Gedichtsband "AbSzesse" von Wendel Heiß, Edition Ludwig im Tale, ISBN 3-927890-38-3)

Kundin 1 trifft Kundin 2
an der Kasse Nummer 3
-
"Ja griaß Eana God, Frau Feigl!
Ham'S heit beinand scho Eana Zeigl?"
"Ja Frau Moser, habe d'Ehre!
Bei mir dahoam herrscht große Leere
im Gfrierfach und aa in der Kammer.
Drum hob i jetzt mei Zeigl zammer.
Mei Mo mag heit auf d'Nacht an Brodn,
drum muaß i no zu Metzgerlodn,
weil s'Fleisch ned frisch had's gebm do heit,
wos Diafgfrorns is doch aa ned gscheit.
Mei Dochter liaba Pizza mog,
aber doch ned an jedn Dog!
Drum mach i iahra heit Spaghetti,
Fleischsoß mit Tomaten hätt i
oder Rahmsoß mit am Lachs.
I zreiß ma äh oiwei an Hax
dass i an jedn zfriedn stäi,
nacha basst's eana äh ned, gäi!
-
Manchmoi kannt i's scho derschlogn,
mog doch ned mei Oider sogn,
zletzt am Pfinsda - do hod's gebm:
a Schweinerts, Kraut uns Gnedl ebm -
sogd a: 'D'Gnedl de sand zaach,
i moan oiwei, du kochst as z'gaach.'
Der Doagaff der, s'Mai aufreißn,
aber n'Gnedl ned derbeißn.
Mei Dochter aber: 'Mama, hoach,
d'Gnedl sand mia heit vui z'woach!'
-
I moan des gäht jetzt ned so weida,
i bau ma jetzt a Gnedlschleida,
damit i's dann derschiaßn ko!"
"Frau Feigl, schaugn'S, Se sand jetzt dro
mit'n Zoin, und na kumm i."
"Ah ja, entschuidigen'S, wia vui?"
"Hundertdreizehn Mark und acht."
... "Wer hod jetzt in mein Korb nei gmacht?
Der is ganz feicht und stinga duada.
War des Eana Hund, des Luada?"
"Mein Hund, sog i, der ist stets reinlich;
auf des gib i acht recht peinlich.
I lass mi vo Eana ned verdriaßn!
Vielleicht ham'S säiba bießln miassn.
Wia Eana d'Schnadern ganga is
ham'S ned gspannt, wia's glaffa is!"


Faschingsdingsda in Münchens Innenstadt

(aus dem Gedichtsband "AbSzesse" von Wendel Heiß, Edition Ludwig im Tale, ISBN 3-927890-38-3)

Am Fasching geh ma mit da Blosn,
a jäda mit ana foischn Nosn,
auf'n Viktualienmarkt.
D'Autos wern am Stadtrand parkt,
weils'd im Inneren vo Minga
drei Stund lang suachst, des daad da stinga.
Drunka hast na äh dass's kracht,
da stengans besser über Nacht.
-
Gspaßig gäht's do oiwei zua,
vom Singa griagsd na äh ned gnua
und vom Danzn und vom Sauffa,
aa amoi a bisserl Rauffa
oiwei zwengs da Gaudi hoit,
bis oana moi auf'd Nosn foit.
Aber mit da foischn Nosn
bassiert eam äh nix auf der Stroßn.
Sogd er dann zu oam: "I hau di!",
werd des glei a Fetzn Gaudi;
kimmt er nacha hoam auf d'Nacht,
hot si a bisserl in d'Hosn gmacht,
und ziagt sei foische Nosn aus,
kummt a gschwoine Nosn raus.


Oiss. In einem Münchner Kramerladn

(aus dem Gedichtsband "AbSzesse" von Wendel Heiß, Edition Ludwig im Tale, ISBN 3-927890-38-3)

"Grüaß God, Frau Lallinger, wia gehts'n?"
"Guad! I griagad heit drei Brezn
und an Butter und a Wurscht
und drei Flaschn Bier für'n Durscht,
an Emmentaler und aa, boi'S
an Presssack ham, den aa no." "Oiss?"


Was dua i'n jetzt?

(aus dem Gedichtsband "AbSzesse" von Wendel Heiß, Edition Ludwig im Tale, ISBN 3-927890-38-3)

Nach'm Flagga, des is gwiß,
oiso wenn ma ausglaggd is,
hat ma so an grechtn Drang
nach am gscheitn Neianfang.
Na hockst di hi und duasd da denga,
wohi dei Tatendrang duasd lenga.
Do foit da aber gar nix ei,
oder kunntat's ebba sei,
dass da gar nix eifoin ko,
weil im Hirn, des is hoit so
nach'm flagga, gäht no nix,
weil beim Flagga hinterrix
's Hirn im Belli owifoit
und hint im Koopf na flaggad hoit?
Boi's a so is, na war's grad guad,
a jeds moi wenn ma flagga duad,
hintnach si no umidraht
und am Bauch no flagga dad;
a Stund lang oder länger hoit,
bis's Hirn na wieder viare foit.