Moabiter Sonette

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Albrecht Haushofer (1903-1945) war der Sohn des Geographieprofessors Karl Haushofer (1869-1946). Karl Haushofer hatte gute Beziehungen zu Japan und entwickelte die deutsche Geopolitik, an der die Nationalsozialisten großes Interesse zeigten. Denn mit geopolitischen Argumenten ließ sich die Expansionspolitik des Dritten Reiches rechtfertigen. Karl Haushofer galt als wichtigster Japan-Experte im Dritten Reich und beriet u. a. den NS-Botschafter Eugen Ott, den Journalisten und Spion Richard Sorge sowie den Philosophen Karlfried Graf Dürckheim.

Auch der in München aufgewachsene Albrecht wurde Geograph. Seit 1940 war er Professor an der Berliner Universität. Rudolf Heß war ein alter Freund seines Vaters und förderte ihn, obwohl Haushofers Mutter „Halbjüdin“ war. Doch 1941, nachdem Heß nach England geflogen war, sagte sich Haushofer von den Nazis los. Wegen seiner (möglichen) Verbindung zu den Verschwörern des 20. Juli 1944 wurde er im Dezember 1944 verhaftet und im Gefängnis Berlin-Moabit bis zu seiner Ermordung eingesperrt.

Im Gefängnis schrieb er heimlich 80 Gedichte in Sonettform. Am 23.4.1945 wurde er zusammen mit Klaus Bonhoeffer (dem Bruder von Dietrich Bonhoeffer) und dessen Schwager Rüdiger Schleicher von der SS ermordet. Sein Bruder Heinz fand bei der von ihm gefundenen Leiche die Gedichtsammlung im Mantel und veröffentlichte sie 1946 unter dem Titel „Moabiter Sonette“.

Titel der oben genannten fünf Beispiele:


  • Om Mani Padme Hum


  • Miyajima


  • Kami


  • Schuld


  • Untergang