Inflationszeit

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Im engeren Sinn sind mit Inflationszeit die Jahre 1921 bis 1923 gemeint. Dabei handelte es sich um eine Hyperinflation, die auf einen immer schnelleren Wertverfall des im Umlauf und auf Bankkonten befindlichen Geldes hinauslief. Der Begriff Inflation (von lat. inflatio „Schwellung“, „Anschwellen“) bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre zunächst eine allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen (Teuerung), gleichbedeutend mit einer Minderung der Kaufkraft des Geldes, insbesondere der Löhne.

Zur Inflation im Deutschen Reich zwischen 1919 bis 1923 kam es, weil die Reichsregierung nicht mehr in der Lage war, die Reparationen in angemessener Höhe zu bezahlen - es folgte eine von der Regierung betriebene Geldvermehrung. Die Reparationen (Tilgung von Kriegsschulden) waren eine Folge der Beschädigungen der Nachbarländer im 1. Weltkrieg.

Notgeld-Scheine

Notgeld-Scheine in München


Einführung der Rentenmark und das Ende der Inflation

Währungstechnisch wurden die Inflation und die damit verbundenen Spekulationen am 15. November 1923 durch die Ablösung der bis dahin geltendenen Papiermark (im Unterschied zu Geld aus Silber und Gold) mit Einführung der Rentenmark (diese ist wertgleich mit der späteren Reichsmark) durch die Reichsregierung beendet. Zugrunde liegt dem eine Abwertung der Währung. Jedoch mussten die am 15. November 1923 gültigen Papiermark-Scheine aber noch bis Anfang 1925 als wertstabiles Notgeld (Kurs: 1 Billion Mark = 1 Rentenmark) dienen, denn die neue Rentenmark-Scheine konnten nur langsam gedruckt und in Umlauf gesetzt werden. Die Reichsbank verfügte noch bis Oktober 1924 neben Rentenmark über offizielle Papiermark-Bestände.

Durch die (inflationäre) Geldentwertung wurden die ökonomischen und sozialen Lasten des verlorenen Krieges von der Masse der abhängig Beschäftigten und den Besitzerinnen und -ern reinen Geldvermögens getragen. Erst 1928 erreichten die Reallöhne im Durchschnitt wieder das Niveau des Jahres 1913 (nach den Zahlen der amtlichen Statistik). Ein wesentlicher Teil der Mittelschichten – die gewohnt waren, ihr Leben ohne Hilfe des Staates zu gestalten, fand sich in Armut wieder, waren durch die buchhalterisch/legal verursachte Enteignung der Regierung verarmt. Ihre finanziellen Rücklagen schmolzen aufgrund der Inflation fast vollständig weg. Daher wurde dieser Generation eine Vorliebe für Sachwerte statt Bankrücklagen eingeimpft. Ein ähnlicher Vorgang wiederholte sich in der Nachkriegszeit bis zur Währungsreform.

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