Gestapo-Leitstelle München

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Zitat aus www.historisches-lexikon-bayerns.de: "Die Geheime Staatspolizei in Bayern (München) ging aus der 1933 Heinrich Himmler unterstellten Bayerischen Politischen Polizei hervor. Im Zuge der Zentralisierung der gesamten Polizei in Händen der SS erhielt sie 1936 den Namen "Geheime Staatspolizei Staatspolizeileitstelle München". Ihr seit 1935 amtierender Leiter, Dr. Walter Stepp, versuchte 1937 vergeblich, den direkten Zugriff der Berliner Gestapo-Zentrale auf die einzelnen bayerischen Staatspolizeistellen zu verhindern.

Im Zuge der "Machtergreifung" der NSDAP in Bayern gelang es Himmler, Schlüsselpositionen im Polizeiapparat zu besetzen: Am 15. März 1933 ernannte der kommissarische Innenminister, Adolf Wagner (1890-1944), Himmler zum politischen Referenten beim Staatsministerium des Innern. Am 1. April 1933 wurde er "Politischer Polizeikommandeur Bayerns". Himmler wurde damit die gesamte politische Polizei unterstellt und war gegenüber anderen Polizeibehörden weisungsbefugt. In seinen Händen lag seit dem 10. April 1933 die Zuständigkeit für die Verhängung der Schutzhaft.

Himmler baute die "Bayerische Politische Polizei" stark aus. Heydrich, der Leiter des Sicherheitsdienstes der SS, wurde sein Stellvertreter als Chef der Bayerischen Politischen Polizei. Gleichzeitig gelang es ihm, sich den Zugriffen der Staatsregierung und des Reichsstatthalters zu entziehen.

Zwischen November 1933 und Ende März 1934 wurde Himmler von Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick (1877-1946) nach und nach zum Kommandeur der politischen Polizei in allen Ländern ernannt.

Neben der Staatspolizeileitstelle München bestanden Gestapostellen in Augsburg, Nürnberg, Würzburg, Regensburg und Bayreuth. Sie organisierten im Auftrag der Berliner Zentrale u.a. die Judendeportationen. Trotz der Verflechtung mit der SS gehörten ihr die Kriminal- und Schutzp.beamten nicht kollektiv an. In Würzburg war nur rund ein Viertel in der SS. Die Mehrheit waren frühere Angehörige der Landes- und der Schutzpolizei. Auch aus der Kriminalpolizei kam eine größere Gruppe. Die Kriminalpolizei hatte ihre eigenen Leitstellen."

Leiter der Bayerischen Politischen Polizei bzw. der Gestapo-Leitstelle München

  • Jakob BeckW (1889-1989), zunächst Stellvertretung bei Reinhard Heydrich, Leiter von April 1934 bis Februar 1935. Nach der Ernennung von Heydrich zum Chef des Geheimen Staatspolizeiamtes in Berlin im April 1934 rückte Beck auf. In seine Amtszeit fällt die Organisation der politischen Verhaftungswelle im Raum München während des von der NSDAP so genannten Röhm-Putsches im Frühsommer 1934 (einer mörderischen parteiinternen "Säuberungswelle") sowie die Koordinierung der Maßnahmen gegen Thomas Mann.
  • Dr. Walter Stepp (1898-1972), Leiter Februar 1935-Dezember 1937. 1937 Ausscheiden wegen Auseinandersetzungen mit der Gestapo-Zentrale in Berlin über die Zentralisierung der Gestapo.
  • Lothar BeutelW (1902-1986), Leiter 1937-1939. Er war gleichzeitig auch Inspekteur der Sicherheitspolizei, des SD in Bayern und der örtlichen SD-Führer. Ab 1939 Leitung der Einsatzgruppe IV der Sicherheitspolizei
  • Dr. Erich IsselhorstW (1906-1948), Leiter Dezember 1939-November 1942. 1946 von einem britischen, 1947 von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt, 1948 hingerichtet.
  • Oswald SchäferW (1908-1991), Leiter 1942-1945. Ein Gerichtsverfahren Mitte der 1950er Jahre gegen ihn wurde eingestellt.

(Verweise auf die Personenartikel bei Wikipedia)

Siehe auch

Quelle

Literatur, Publikationen dazu: