Georg Hirschmann

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Georg Hirschmann (* 6. Mai 1888; † 26. Mai 1927 in München) war ein Schuster und Mitglied der SA-Gruppe „Hochland“.

Hirschmann und fünf andere SA-Männer wurden am Abend des 25. Mai 1927 nach Wortgefechten, auf die sie tätlich reagiert hatten, von einigen Dutzend politischen Gegnern, darunter Angehörige des Reichsbanners-Schwarz-Rot-Gold, über eine Stunde lang durch die Giesinger Straßen gehetzt und mit Füßen und Holzlatten traktiert. Ein 17-jähriger Hilfsarbeiter, der kurz zuvor von einem Nazionalsozialisten angegriffen worden war, schlug in einem spontanen Racheakt Hirschmann nieder. Er trug eine schwere Gehirnerschütterung davon, an der er tags darauf in der Chirurgischen Klinik verstarb.

Die Polizeidirektion München nahm den Vorfall zum Anlass einen vom Reichsbanner für den 29. Mai 1927 geplanten Süddeutschen Republikanischen Tag, sowie Protestveranstaltungen der Nationalsozialisten und der Vaterländischen Verbände aus Gründen der öffentlichen Sicherheit zu verbieten. Hirschmann wurde am 30. Mai 1927 auf dem Ostfriedhof beigesetzt. Zur Trauerfeier waren Adolf Hitler und Rudolf Heß gekommen, Hitler hielt die Trauerrede.

Nach ausgedehnten Ermittlungen und der Vernehmung von über 100 Zeugen wurde der Haupttäter in der Berufungsverhandlung am 18. Februar 1928 vor dem Landgericht München I zu rund zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Darüber hinaus verteilte es einmal zwei Jahre und zweimal vier Jahre Haft zur Bewährung.

Gedenken

In München wurde später der Schyrenplatz in Georg-Hirschmann-Platz umbenannt. Die Umbenennung wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufgehoben. Im Mai 1933 wurde das beschlagnahmte Vereinsheim des TSV München-Ost zum SA-Heim Georg Hirschmann umfunktioniert. In Freising wurde die spätere Kesselschmiedstraße nach ihm bezeichnet, in Siebenlehn (Sachsen) die Reichsfachschule der Schumacher nach ihm benannt.

Literatur

  • Wolfgang Benz (Hg.): Politik in Bayern 1919-1933: Berichte des württembergischen Gesandten Carl Moser von Filseck, Berlin/Boston: De Gruyter, 1971
  • Mathias Rösch: Die Münchner NSDAP 1925–1933: Eine Untersuchung zur inneren Struktur der NSDAP in der Weimarer Republik, München: Oldenbourg, 2002, S. 420 f.