Gaffer verhaften

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Am 22. November 2017 berichtet die Süddeutsche Zeitung über eine große Zahl von gaffenden (=neugierig glotzenden und um einen Unfall mit Verletzten an der Kreuzung von Landwehr- und Paul-Heyse-Straße herumstehende) Mitmenschen, die in München die drei noch nicht versorgten Unfallopfer filmen und die Rettungskräfte dabei behindern, ein Opfer aus einem Autowrack zu bergen. Hilfeleistungen wurden nicht angeboten oder getätigt.


Wo bleibt die Konsequenz

Zum Beispiel könnten Gaffer wegen unterlassener Hilfeleistung für die Unfallopfer und das Behindern der Ersten Hilfe durch andere Rettungskräfte schnell von der Unfallstelle wegtransportiert werden und ihnen gegenüber sofort ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung eröffnet werden? Die zu Grunde liegende missachtete Bestimmung, die Pflicht zu helfen, steht ja nicht nur in der Bibel oder dem Koran sondern auch im deutschen Strafgesetzbuch.

Durch solches Handeln der Polizei wird in der nahen Zukunft dieser unerträgliche Skandal für die Opfer und deren Angehörigen vermutlich deutlich reduziert werden. Es scheint nicht mehr selbstverständlich zu sein, das Leid und die Persönlichkeit eines Verletzten zu respektieren.


Es häufen sich Berichte, dass Neugierige den Rettungskräften nach schweren Unfällen den Weg und die zur Hilfe nötige Arbeitsfläche versperren.

Natürlich ist Neugier kein neues Phänomen. Hier eine Aufnahme von 1909, Berlin

Das menschliche Problem ist vor allem der Widerspruch zwischen normaler Neugier und dem Behindern oder gar Verhindern von Hilfe. Darüber hinaus: Wer von diesen Gaffenden fragt sich dabei eigentlich, ob er von anderen gefilmt oder fotografiert werden möchte, während sein Blut auf die Straße rinnt und sein Leben von Minute zu Minute weniger wird.

Siehe auch

Weblinks

  • Th. Schmidt: Bis zu 250 Gaffer filmen in München Unfallopfer und behindern Rettungskräfte. SZ-online vom 22. November 2017, 17:49 Uhr. (Kernpunkte: In der Münchner Innenstadt ist ein schwerer Verkehrsunfall passiert. Noch bevor die Rettungskräfte eintrafen, sollen sich bis zu 250 Gaffer um die Autowracks und die Verletzen versammelt haben. Ob die Gaffer ungeschoren davonkommen, wird sich erst noch zeigen.)
  • Ein bayerisches Gericht hat einen Autobahngaffer zu einer Geldstrafe und einem einmonatigen Fahrverbot verurteilt. Spiegel online vom 12.12.2017 (Der Günzburger Amtsgerichtdirektor Walter Henle sagte, dass ein entsprechender Strafbefehl gegen den Lastwagenfahrer rechtskräftig geworden sei. Artikel-Überschrift: Gaffer filmt sterbenden Motorradfahrer - Geldstrafe Nach einem Unfall auf der A8 filmte ein Mann einen sterbenden Motorradfahrer. Jetzt ist der Gaffer verurteilt worden.)
  • Bericht zu diesem Verhalten auf den Autobahnen in Bayern: Die Gier der Gaffer.SZ vom 10. Mai 2017