Ernst Krenek

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Vom Komponisten Ernst Krenek wird 2019 „Karl V.“ als fesselnde Oper im Münchner Nationaltheater vom katalanischen Regiekollektiv „La Fura dels Baus“ inszeniert. Geboren am 23. August 1900 in Wien — 22. Dezember 1991 in Palm Springs, Kalifornien; ursprünglicher Name Křenek, war Krenek ein US-amerikanischer Komponist österreichischer Herkunft. Er war auch Librettist, Schriftsteller, Dirigent, Pianist und Hochschullehrer. Ende 1923 zog er auf Einladung des Winterthurer Mäzens Werner Reinhart zusammen mit Anna Mahler in die Schweiz und unternahm ausgedehnte „Bildungsreisen“, u. a. nach Paris. All das ließ ihn auch zu einem internationalen Künstler werden.

In München aufgeführte erste 12-Ton-Oper

Nein, eine gefällige Oper ist Kreneks frühe Komposition „Karl V.“ keinesfalls. Sie ist die erste Oper in Zwölftontechnik. Kaiser Karls (fiktive) traumatischen Erinnerungen und all die Machenschaften seiner Widersacher werden in verstörenden Klangbildern widergegeben.

Ungemein effektvoll und spektakulär ist auch die Münchner Inszenierung des katalanischen Regiekollektivs „La Fura dels Baus“ unter der Leitung von Carlus Padrissa: da folgen einander hinreißend choreografierte Szenen mit dem zur amorphen Volksmasse verschmolzenen Menschenknäuel, das vom Schnürboden herabschwebt und sich langsam auflöst, um im Wasser des Bühnenbodens zu landen, in dem die Flammen der Inquisition bedrohlich züngeln.

Dazu apokalyptische Endzeitvisionen als Bühnenbild hinter den unaufhörlich wie von Geisterhand sich drehenden Spiegeln, die all die realen Angstträume des Kaisers gespenstisch vervielfachen.

Karls "Anhänger" werben im Parkett für Luthers Thesen und klettern durch die Zuschauerreihen, um für des Kaisers und den heutigen Weltfrieden zu werben. Spektakuläre Regieeinfälle und eine opulente Bilderflut, die der Dirigent Erik Nielsen, Leiter des Sinfonieorchesters in Bilbao, ungemein packend begleitet.

Wunderschön filigran ließ Krenek die zarten Partien strömen gegen dominante Kompositionselemente der Zwölfton-Partitur, die Karls Psyche und die seiner Widersacher eingefangen.

Werke, Rezeption

Seit der Oper Jonny spielt auf in den 1920ern wurde Krenek von den Nationalsozialisten verfolgt und nach ihrer Machtübernahme 1933 wurden seine Werke im Deutschen Reich als „entartet“ verboten.

Krenek komponierte in der Zeit von 1930 bis 1933 die Zwölfton-Oper Karl V., deren Uraufführung in Wien 1934 aus politischen Gründen verhindert wurde und die erst 1938 in Prag stattfinden konnte.

1938 emigrierte er in die USA.Trotz einer Reihe von Rufen an deutsche und österreichische Musikhochschulen nach 1947 (z. B. Berlin, Köln, Frankfurt, Detmold, Salzburg, Wien) konnte sich Krenek nicht wieder zu einer dauerhaften Rückkehr nach Europa entschließen. Er starb in Palm Springs und wurde im Januar 1992 in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof der Stadt Wien beigesetzt.

Im Wikipedia-Artikel auch ein Werkverzeichnis. Werke für Orchester und Ballett, für Bühne und TV darunter.

Medien

Literatur

Zahlreich, vergl. Wikipedia

  • Claudia Maurer Zenck, Sophie Fetthauer: Ernst Krenek, in: Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit

Weblinks

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Das Thema "Ernst Krenek" ist auf Grund der überregionalen Bedeutung des Themas auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten — dort:
erreichbar über diesen Link: Ernst Krenek.