Encyclopédie ou dictionnaire raisonné

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1751 erschien: L' Encyclopédie ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers.

Als moderner Nachdruck und Auswahl von Text-Beispielen auf deutsch gibt es heutzutage

  • Diderots Enzyklopädie (Mit Kupferstichen aus den Tafelbänden)
  • Neu ediert von Anette Selg und Rainer Wieland; übersetzt aus dem Französischen von Holger Fock, Theodor Lücke, Eva Moldenhauer, Sabine Müller
  • Bei Die andere Bibliothek, 2013, 508 Seiten. ISBN 9783847700135

Die Enzyklopädie oder das vernünftig durch­dachte Lexikon der Wissenschaften, Künste und Gewerbe wurde zum Synonym für das, was wir heute Aufklärung nennen. Die Wikipedia ihrer Zeit. Oder historisch in der richtigen Reihenfolge: die Wikipedia ... setzt die E.r. im Internet fort.

Als die ersten Bände dieses von Denis Diderot und seinem Freund Jean Baptiste le Rond d’Alembert angestrebten Kompendiums allen Wissens ihrer Zeit 1751 erschienen, trafen sie auf ein überwältigendes und europaweites Interesse.

Denis Diderot beschrieb selbst das immer wieder ökonomisch, politisch, juristisch bedrohte Mammut­unter­nehmen in einem lexikalischen Eintrag unter E – wie Enzyklopädie:

»Tatsächlich zielt eine En­zy­klopädie darauf ab, die auf der Erd­ober­fläche verstreuten Kenntnisse zu sammeln, das allgemeine System dieser Kennt­nisse den Men­schen darzulegen, mit denen wir zu­sammen­leben, und es den nach uns kommen­den Menschen zu überliefern, damit die Arbeit der vergangenen Jahrhunderte nicht nutzlos für die kommenden Jahrhunderte gewesen sei ...«

Die Enzyklopädie enthält Beiträge von 142 namentlich bekannten weiteren Bearbeitern – darunter d’Holbach, Montesquieu, Rousseau und Voltaire und als einziger Frau von Susanne-Marie de Vivans.


1759, nach Erscheinen des siebten Textbandes, wurde die Encyclopédie vorläufig gestoppt und von Papst Clemens XIII. offiziell verdammt. Doch fanden die Enzyklopädisten immer wieder Unterstützung in hochgestellten Kreisen. Der Verleger Le Breton nutzte die erzwungene Pause, um 1762 mit der Herausgabe der Tafelbände zu beginnen (zwischen 1762 und 1772). Die elf Bildtafel-Bände mit 2.885 Kupferstichen und 2.575 Erläuterungen auf etwa 7.000 Seiten ergänzten die alphabetisch ge­ord­neten Textbände. Diese Trennung von Text und Bild war ja vor allem der Drucktechnik geschuldet und konnte also separat erfolgen. Der Druck der Textbände 8 – 17 wurde dann heimlich in Paris weiter betrieben. 1765 erschienen sie auf einen Schlag, mit dem fingierten Druckort Neufchatel.

Im Laufe der Jahre wuchs die Encyclopédie weit über den Plan von 1751 hinaus. Statt der ursprünglichen 8 Text- und Tafelbände, die bis 1754 vorliegen sollten, kamen bis 1780 bereits 35 Bände zusammen. Die Encyclopédie wurde auch ein kommerzieller Erfolg. Raubdrucker erschienen in Lucca und Livorno. Der Verleger Panckoucke strebte eine grundlegende Neubearbeitung an, die Encyclopédie méthodique, ein gigantisches Werk, bei dem der Stoff auf 50 Sachgebiete verteilt werden sollte. Trotz seiner zwischen 1782 und 1832 erschienenen rund 200 Bände blieb es ein Torso.

Die Bibliothek des Deutschen Museums besitzt drei unterschiedliche Ausgaben , die originale Pariser Folioausgabe, die Quartausgabe von Yverdon sowie die späte Oktavausgabe der Sociétés typographiques.

Die "kurze" Neuedition (2013) von Anette Selg und Rainer Wieland folgt der Überlegung: Was interessiert heute jemanden aus diesem gewaltigen Steinbruch des Lebens? Beigegeben sind dem Text einige ausgewählte Kupferstiche aus den Tafelbänden.


Literatur, Weblinks

In der Bibliothek des Deutschen Museums München vorhandene Ausgaben etc.

  • Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers. T.1-17. Planches T.1-11. Suppl. T.1-4. Planches. Table analytique. T.1.2. Paris: Le Breton [u.a.] 1751-1780. (Originale Folioausgabe, zusammen 35 Bänden)
  • Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des connoissances humaines. T.1-42. Suppl. T.1-6. Planches T.1-10. Yverdon: de Felice 1770-1780. (Die Quartausgabe mit zusammen 58 Bänden, grundlegend überarbeitet.) Sign.: 1937 B 17
  • Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers. T.1-36 [Doppelbände]. Planches T.1-3. Lausanne: Sociétés typographiques 1780-1782. Die Oktavausgabe mit zusammen 75 Bänden, textgleich mit der Genfer Quartausgabe. Der Tafelteil stark gekürzt und von geringer Druckqualität. Sign.: 1927 A 170
  • Encyclopédie méthodique. Marine. T.1-3. Planches. Paris: Panckoucke 1783-1787. (Die Bibliothek besitzt nur dieses kleine Teilstück des großen Werkes. Sign.: 1900 B 84
  • Bret, Patrice: Lavoisier et l'Encyclopédie méthodique. Firenze 1997. (Sign.: SA 5501 (28 , Unpublizierter Entwurf Lavoisiers für die Encyclopédie méthodique)
  • Collison, Robert: Encyclopaedias: their history through the ages. New York 1964. Darin S.114-137: Diderot and the Encyclopédistes. (Sign.: 1965 A 639)
  • The Encyclopédie and the Age of Revolution. Ed.: Clorinda Donato. Boston, Mass. 1992. (Sehr informativer Ausstellungskatalog. Sign.: 1995 B 635)
  • Darnton, Robert: Glänzende Geschäfte. Die Verbreitung von Diderots Encyclopédie. Berlin 1993.(Sign.: 1993 A 784)
  • Kafker, Frank A.: The Encyclopedists as individuals: a biographical dictionary of the authors of the Encyclopédie. Oxford 1988. (Sign.: Gesch. 113.847)
  • Lepape, Pierre: Denis Diderot. Eine Biographie. Frankfurt 1994. (Sign.: Gesch. 099.192)