Dachau-Transporte der Gestapo aus Wien

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Es gab 1938 ganze Häftlings-Züge in Richtung nach München: die Dachau-Transporte der Gestapo aus Wien betrafen mehr als 7.800 Österreicher (überwiegend Männer). Sie wurden in Massentransporten von den Nazis nach der Einnahme Österreichs ("Anschluss") hierher ins Konzentrationslager verschleppt (deportiert).

Der erste Dachau-Transport aus Wien kam am 2. April 1938 an. Die ersten 151 Häftlinge waren mehrheitlich Repräsentanten des extrem rechtsorientierten österreichischen "Ständestaats" (politische Funktionäre, Polizei- und Justizfunktionäre, die nun als NS-Gegner behandelt wurden) und Juden, aber auch Sozialisten und Kommunisten.

Das Hauptziel der Nazis bei den Österreichern, die für sie als Juden galten, war vermutlich, Druck auszuüben und damit die Bereitschaft zu erhöhen, ins Exil zu gehen. Dabei kam es auch zu vielfachem Raub an den Opfern, ihren Angehörigen und zu so genannten Arisierungen ihres Besitzes an ihren Heimatorten in Österreich.

  • Mai 1938: Die Staatspolizeileitstelle Wien ergriff „blitzartig“ die Initiative und wies die Bezirkspolizeikommissariate am 24. Mai 1938 an, „unverzüglich unliebsame, insbesondere kriminell vorbelastete Juden festzunehmen und in das Konzentrationslager Dachau zu überführen.“[11] Die ersten beiden Transporte vom 31. Mai und vom 3. Juni umfassten annähernd 1200 Juden und werden von Wolf Gruner als „österreichische Sonderaktion“ bezeichnet.

Aus einem Gedenkbuch (Memorbuch) österreichischer jüdischer Gemeinden [1] [2] geht hervor, dass in und nach dem Novemberpogrom in und aus Wien ungefähr

  • 7.000 Juden eingekerkert wurden
  • 4.600 Juden davon nach München-Dachau verschleppt wurden
  •      27 Juden im KZ ermordet wurden
  •    680 Juden sich im Konzentrationslager Dachau das Leben genommen haben (sollen)
  •       94 Juden sich in Wien 1938 das Leben genommen haben
  •    832 Juden sich im Jahre 1939 das Leben genommen haben.

Gedenkkreuz von 1945

Gedenkkreuz für österreichische Todesopfer im KZ Dachau

Stifter ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten

Im 1. Bezirk, Kirche an dem Michaelerplatz

Historischer Bezug Nationalsozialismus

Thema der Erinnerung Haft, Tod

Gruppe GegnerInnen

Geschlechtsspezifik Beide

Siehe auch - Quelle POREM

Das Gedenkkreuz wurde am 13. März 1951 in der Michaelerkirche in 1, Michaelerplatz 5, in einer Seitenkapelle, rechts neben dem Eingang errichtet. Das Gedenkkreuz befand sich seit 1945 im Konzentrationslager Dachau und wurde nach der Errichtung eines Denkmals nach Wien verlegt. Stifter des Kreuzes, sowohl in Dachau als auch in der Kirche, war die ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich. An der Eröffnung 1951 wirkte Erzbischof-Koadjutor Franz Jachym mit.

Die auf dem Holzkreuz monteirte Tafel trägt die Inschrift:

"Dem Andenken der Österreicher ermordet und gestorben im K.Z. Dachau für Freiheit Recht u. Menschlichkeit Gewidmet von ihren Österreichischen Kameraden"


In Wien erläutert seither eine Gedenktafel die Versetzung des Gedenkkreuzes 1951 nach Wien nachdem in Dachau ein Mahnmal errichtet werden konnte.

Medien

Literatur

  • Wolf Gruner: Zwangsarbeit und Verfolgung – Österreichische Juden im NS-Staat 1938-1945. Innsbruck, 2000. ISBN 3-7065-1396-X

Weblinks

Siehe auch

Quellen

  1. Adunka: Österreichische Synagogen, Ein Gedenkbuch.
  2. Synagogue Memorial Jerusalem (Hrsg.): Gedenkbuch der Synagogen und jüdischen Gemeinden Österreichs. Berger, Wien 2012, 224 Seiten.