Am 7. April wird die Räterepublik ausgerufen

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Zur Erinnerung:


Räte­republik



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April 1919 in München

Am 4. April wurden Erich Mühsam und Gustav Landauer vom revolutionären Zentralrat beauftragt, eine Proklamation der Räterepublik abzufassen.


Am 6. April wählten die Mitglieder des Zentralrates und des Revolutionären Arbeiterrates die Volksbeauftragten (Minister). Am 7. April wurde die Räterepublik ausgerufen. Die Regierung unter Joh. Hoffmann zog sich nach Bamberg zurück.


7. April: Mit der Ausrufung des Freistaats Bayern durch Kurt Eisner am 7. Nov. 1918, den im Februar ermordeten ersten Vorsitzenden des Ministerrats, wurde der Weg zur Demokratie weiter beschritten. Es folgt der nächste Schritt mit dieser Proklamation :

Die Entscheidung ist gefallen. _ B a i e r n _ i s t _ R ä t e r e p u b l i k.
Das werktätige Volk ist Herr seines Geschickes. Die revolutionäre Arbeiterschaft und Bauernschaft Baierns, darunter auch all unsre Brüder, die Soldaten sind, durch keine Parteigegensätze mehr getrennt, sind sich einig, dass von nun an jegliche Ausbeutung und Unterdrückung ein Ende haben muss. Die Diktatur des Proletariats, die nun zur Tatsache geworden ist, bezweckt die Verwirklichung eines wahrhaft sozialistischen Gemeinwesens [...] Zum Zeichen der freudigen Hoffnung auf eine glückliche Zukunft für die ganze Menschheit wird hiermit der 7. April zum Nationalfeiertag erklärt [...]
Es lebe das freie Baiern!


Es lebe die Räterepublik!


Es lebe die Weltrevolution! ....




8. April: Die Regierung in Bamberg besteht darauf, die "einzige Inhaberin der höchsten Gewalt Bayerns" zu sein. Ihre Legitimierung bezieht sie aus ihrer Wahl durch den im Januar 1919 erstmals demokratisch gewählten Landtag.


9. April: die Neusten Münchner Nachrichten wurde Organ des Zentralrates. Artikel über neue Kunst, Proklamationen und Bekanntmachungen wurden neben Berichten über Russland, die Räterepublik in Ungarn und auch weiter existierenden Anzeigen von Geschäftsleuten abgedruckt.



Weiterer Verlauf:

  • Die Ereignisse am 13. April 1919 werden in der hist. Literatur allgemein als "Palmsonnstagsputsch" benannt. Diese Bezeichnung ist jedoch in mehrerlei Hinsicht problematisch: Sie eröffnet einerseits Raum für Missverständnisse, da sich der Umsturzversuch ja nicht gegen die parlamentarisch legitimierte Staatsregierung richtete, sondern gegen die Räterepublik Baiern in München, die ihrerseits aus einem revolutionären Akt entstanden war. Der Begriff Palmsonnstagsputsch ist keine historisch verbürgte Wortschöpfung, sondern etablierte sich erst in der Revolutionsforschung der 1960er und 1970er Jahre, als der Bedarf für eine allgemein anerkannte Sprachregelung vorhanden war. Zeitgenössisch eher gab es etwa Namen wie "Eintagsdiktatur der Münchner Garnison" (Gerstl) oder "Putsch Gutmann und Walter Löwenfeld" (Kandlbinder) oder: die "Republikanische Schutztruppe" für die von Bamberg aus ins Land gerufenen Henker

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