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Anna Kappelmeier (geborene Fuchs; * 7. Januar 1928 in Hilgertshausen; † 27. April 2020 in Ziegelberg bei Petershausen) war eine Kunsthandwerkerin und autodidaktische Heimatkünstlerin aus dem Landkreis Dachau. Sie wurde bekannt für Holzpuppen in bayerischer Tracht, Engel aus Holz und Stoff, Schnitzereien aus Gasbeton sowie Aquarell und Ölmalerei mit Motiven aus ihrer Heimatregion.
Leben
Anna Kappelmeier wurde 1928 in Hilgertshausen auf dem Anwesen Schlosspeter geboren und wuchs in einer bäuerlichen Familie auf. Ihr Vater starb früh nach russischer Kriegsgefangenschaft im Ersten Weltkrieg. Ein Nachbar weckte bereits in ihrer Kindheit das Interesse an handwerklichen und künstlerischen Tätigkeiten.
Durch die Verantwortung für den elterlichen Hof und später für ihre eigene Familie trat die Kunst zunächst in den Hintergrund. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Otto Kappelmeier, Angestellter der Isar Amperwerke, lebte sie in Petershausen. Otto unterstützte ihre gestalterischen Arbeiten. Nach seinem Tod im Jahr 1981 begann ihre intensivste kreative Phase. Ermutigung und Unterstützung durch ihre Tochter Anna wirkten dabei besonders wichtig.
Im späteren Leben bereiste sie verschiedene Länder Europas sowie Marokko und Norwegen. Eindrücke dieser Reisen fanden Eingang in ihre Malerei und erweiterten ihr thematisches Spektrum. Anna Kappelmeier blieb bis ins hohe Alter aktiv und schuf ein umfangreiches Werk, das in Familienbesitz, im regionalen Umfeld und in Privathaushalten der Region erhalten ist. Sie verstarb am 27. April 2020 in Ziegelberg.
Anna Kappelmeier hinterließ ihre Tochter Anna Lachmann, ihren Schwiegersohn Horst Lachmann sowie ihre Enkel Bernhard Lachmann und Anna Kathrin Lachmann.Anna Kappelmeier blieb bis ins hohe Alter künstlerisch aktiv und arbeitete bis kurz vor ihrem Tod im Jahr 2020 in ihrem Wohnort Ziegelberg.
Werk und künstlerische Ausdrucksformen
Das Werk von Anna Kappelmeier umfasst eine große Vielfalt an Materialien und Techniken. Dazu gehören
- Holzschnitzereien, darunter kleine Madonnenfiguren
- Puppen in bayerischer Tracht
- textile Figuren und Engel
- Plastiken und Reliefs aus Gasbeton
- Aquarelle, Ölgemälde und Blumenbilder
- Arbeiten mit Naturmaterialien wie Blütenblättern
Ihre Motive spiegeln ländliche Szenen, religiöse Darstellungen, regionale Traditionen und persönliche Reiseeindrücke wider. Viele ihrer Werke zeigen Orte und Stimmungen aus dem Dachauer Land.
Ausstellungen und öffentliche Erwähnungen
Anna Kappelmeier präsentierte ihre Arbeiten über mehrere Jahrzehnte hinweg auf regionalen Kunstausstellungen. Dazu gehören unter anderem
- Ausstellung der Sonntagskünstler des Indersdorfer Kulturkreises im Jahr 1979
Berichterstattung in den Dachauer Nachrichten Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung, Ausgabe vom 7. Dezember 1979, Seite II
- Ausstellung der Sonntagskünstler im Jahr 1980
Bericht mit Fotodokumentation in der Süddeutschen Zeitung, Ausgabe vom 5. Dezember 1980, Seite III
- Hobby und Kunstausstellung Petershausen im Jahr 1994
Bericht in der Süddeutschen Zeitung, Ausgabe vom 18. November 1994, Seite 4
Diese Presseberichte würdigen sowohl die Vielfalt als auch die handwerkliche Qualität ihrer Arbeiten.
Bedeutung für die Region
Anna Kappelmeier zählt zu den regional verankerten Kunsthandwerkerinnen des Dachauer Landes. Ihre Werke dokumentieren ländliche Lebenswelten, religiöse Ausdrucksformen und kulturelle Traditionen im nördlichen Oberbayern. Solche Beiträge gelten als wichtig für die lokale Identität kleiner Gemeinden. Ihre Puppen, Holzarbeiten und Dorfmotive werden im Umfeld von Petershausen geschätzt und tragen zur Erinnerungskultur der Region bei.
Literatur und Quellen
- Dachauer Nachrichten, Ausgabe vom 5. Dezember 1979
- Süddeutsche Zeitung, Ausgabe vom 7. Dezember 1979, Seite II
- Süddeutsche Zeitung, Ausgabe vom 5. Dezember 1980, Seite III
- Süddeutsche Zeitung, Ausgabe vom 18. November 1994, Seite 4