Bahnhof München Ost

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Übersichtsaufnahme
Fernzug-Bahnsteige und rückwärtige Ansicht des Hauptgebäudes

Der Bahnhof München Ost ist ein Personenbahnhof für den Fern- und S-Bahnverkehr im Stadtteil Haidhausen/Steinhausen, der seit 1871 besteht. Es ist der kleinste der drei Fernbahnhöfe in München (der größte ist München-Hauptbahnhof, der zweitgrößte München-Pasing). Im Fernverkehr fahren hauptsächlich EC/IC-Züge aus und in Richtung Salzburg (weiter Richtung Wien) bzw. Innsbruck (weiter in Richtung Brenner und Italien). Siehe auch: Maximiliansbahn.

Lage

Nordwestlich des Bahnhofs befindet sich der Orleansplatz, wenige 100 Meter im Südosten liegt die Kultfabrik, ehemals Kunstpark Ost (Grafinger Straße), sowie das Optimolgelände (Friedenstraße). Vom Haupteingang gesehen links befindet sich ein Verwaltungsgebäude der S-Bahn München GmbH und eine Kantine.


Name des Bahnhofes bei den verschiedenen Verkehrsmitteln

Der Bahnhof ist je nach Verkehrsmittel verschieden benannt: Im S-Bahn-, Bus- und U-Bahn-Verkehr heißt der Haltepunkt Ostbahnhof, im Fernverkehr (Deutsche Bahn) jedoch Bahnhof München Ost (Abkürzung der Bahn: Bf München Ost). Die Straßenbahnhaltestelle heißt wiederum Orleansplatz (ca. 2 Min. Fußweg vom Haupteingang).

Blick auf den Orleansplatz und das ursprüngliche Bahnhofsgebäude. In der Bildmitte auf dem Vorplatz der Brunnen von Voith und Michael Reiffenstuel aus dem Jahr 1854, früher im ehemaligen Ausstellungsgebäude an der Elisenstraße, heute am Weißenburger Platz.

Anlage

Das ursprüngliche im Neorenaissancestil errichtete Gebäude geht auf einen Entwurf von Friedrich Bürklein zurück. Nach dessen Tod übernahm der Stadtbauingenieur Jakob Graff die vorhandenen Entwürfe und ließ das Bauwerk mit einigen Veränderungen in den Jahren 1872 bis 1876 errichten. Dieses Bahnhofsgebäude, damals als Bahnhof Haidhausen geführt, wurde im Zweiten Weltkrieg durch einige Treffer stark beschädigt. Anschließend blieb der Bahnhof ein Provisorium.

Der 1985 eröffnete Zweckbau zählt nicht zu den städtebaulichen Schmuckstücken Münchens. Er besteht aus einer schlichten Fassade (weißer Verputz, braune Fenster), die gleich zur Front hin durch das mehrstöckige und breite Gebäude auffällt.

Es gibt keinen einzigen Warteraum, daher muss man entweder im halb überdachten Freien oder in einem der Gastronomiebetriebe warten.

Dem Bauwerk vorgelagert ist der Busbahnhof (kaum bebauter Vorplatz, der als Verkehrsfläche genutzt wird. Auf dem Vorplatz wird etwas Jugendstil ("Retro-Look") durch die Laternen und die Form der Bus-Wartehalle vermittelt. Dies korrespondiert jedoch in keiner Weise mit den übrigen Bauwerken des Ostbahnhofes. Einzig das Gebäude, in dem sich unter anderem eine Postfiliale befindet, ist architektonisch im gleichen Stil gehalten.

Der Ostbahnhof gliedert sich in den Bahn- und in den Busbereich. Abgesehen von den Bahnsteigen bewegen sich die Fahrgäste im Untergrund, der lieblos gestaltet ist. Es gibt keinerlei Lichtschächte oder Beschallung. An der Ostseite des U-Bahn-Bahnhofes findet man Abbildungen der früheren Gebäude des Bahnhofes.

Autoreisezugbahnhof

Seit 1972 gibt es einen S-Bahn-Anschluss und seit 1988 einen U-Bahn-Haltepunkt. Über den Ostbahnhof verkehren im MVV fast alle S-Bahnen (Linien S1 bis S8, Beginn/Ende der Stammstrecke) sowie die U-Bahn-Linie U5. Desweiteren existiert ein großer Busbahnhof für den Linienverkehr, der sich zwischen dem Haupteingang und der Orleansstraße befindet. An den Gleisen 16 und 17 befindet sich ein Autoreisezug-Bahnhof der Deutschen BahnW (Zufahrt über die Friedenstraße). Er besteht seit 1959 und ist der einzige in München.

Haupteingang

Der Bahnhof hat zwei Ein-/Ausgänge für Fahrgäste: Der Haupteingang befindet sich am Orleansplatz. Der andere Eingang befindet sich in der Friedenstraße. Es gibt nur eine Unterführung unter den Gleisen innerhalb des Bauwerkes, die zur Friedenstraße führt. Desweiteren gibt es einen Verbindungsgang zwischen den S-Bahn-Gleisen. Eine weitere Fußgängerunterführung befindet sich nahe des S-Bahn-Verwaltungsgebäudes außerhalb des Bauwerks.

Daneben gibt es im 1. UG zwei Verbindungsgänge zur U-Bahn sowie mehrere Straßenunterführungen für Fußgänger zum Orleansplatz. Es gibt zahlreiche Rolltreppen und Aufzüge. Die Rolltreppen zu den Bahnsteigen der S-Bahn sind auf die Gleise 1 bis 4 beschränkt.

Für die Bahnsteige der S-Bahn gibt es zwei Aufgänge, wovon nur diejenigen per Rolltreppe erreichbar sind, die sich im westlichen Tunnel befinden.

Das Bauwerk wird vom Unternehmen Deutsche Bahn Station & Service AG, eine Tochter der Deutschen Bahn AG, verwaltet.

Bahnbetrieb

Es gibt sechs Bahnsteige für den Personenverkehr. Die meisten Gleise verlaufen jedoch nicht an den Bahnsteigen, sondern dienen der Durchfahrt von Güterzügen. Desweiteren nutzt die Bahn bahnsteigähnliche Anlagen für den Autozug.

Der gesamte Schienenstrang verläuft in Ost-West-Richtung.

S-Bahn

Manche S-Bahnen, die von stadtauswärts kommen, ändern vor der Weiterfahrt ihre Richtung. Die Stammstrecke beginnt bzw. endet hier, auch endet bzw. beginnt hier die Untertunnelung der S-Bahn. Der Ostbahnhof ist demnach der erste Bahnhof der Stammstrecke unter freien Himmel nach dem Haltepunkt Hackerbrücke.

Die S-Bahnen werden auf fünf Bahnsteigen (Gleis 1 bis 5) abgefertigt.

Verspätungen bei der S-Bahn

Eisenbahn

Neben der S-Bahn verkehren Regional- und Fernzüge. Ankommende Regionalzüge fahren in der Regel über die Südspange bis zum Hauptbahnhof weiter. Auch die Autoreisezüge und einige Nachtreisezüge starten und enden in München Ost. Der ehemals angegliederte Güter-und Rangierbahnhof erstreckte sich bis weit östlich des S-Bahnhofs Berg am Laim. Selbst ein eigenes Bahnbetriebswerk hatte der Bahnhof von 1821 bis Mitte der 1980er Jahre. Personenzüge verkehren auf den Gleisen 6 bis 8 und 11 bis 19. Die Gleise 16 und 17 sind für Autoreisezüge.

Eisenbahnunglück

  • 24. Mai 1926: Bisher schwerstes Eisenbahnunglück in München, an einem Pfingstsonntag sterben 28 Personen und 95 werden verletzt.

U-Bahn

Bahnsteig der U-Bahn

Die U-Bahn wurde erst lange nach dem S-Bahn-Anschluss gebaut. Sie befindet sich unter der Orleansstraße bzw. unter dem Orleansplatz.

Busbetrieb

Der Busbahnhof stammt ebenfalls aus den 1980er Jahren. Es ist nur für Linienbusse im MVV zugänglich. Für Busfahrgäste befindet sich vor dem Haupteingang eine große Freiluft-Wartehalle (auch "Busplatte" genannt).

Trambahn

Auf dem Orleansplatz (nordwestlich des Bahnhofsgebäudes) war bis 1988 eine große mehrgleisige Wendeanlage für die Trambahn. Bis zum Bau der S-Bahn fuhr eine Linie vom Ostbahnhof über die Rosenheimer Straße weiter zum Marienplatz. Von 1970 bis 1980 fuhr die Tram bis Neuperlach. Nach deren Stilllegung mussten die noch verkehrenden Trambahnen zur St.-Veit-Straße durch die große Schleife, bis diese mit der Neugestaltung des Orleansplatz auf eine einfache Kurvendurchfahrung nördlich des Platzes rückgebaut wurde. Heute verkehrt die Linie 19 zur St.-Veit-Straße bzw. Pasinger Marienplatz.

Einrichtungen

Dienstleistungen

Im ersten Untergeschoss befindet sich das S-Bahnkunden-Center Ostbahnhof [1] sowie ein Reisezentrum der Deutschen Bahn.

Rechts neben dem Rischart-Ladengeschäft befindet sich der Aufgang zur Bundespolizeiinspektion im Erdgeschoss. Fast die gesamte Gebäudefront, die zum Orleansplatz hin ausgerichtet ist, ist als Arkadengang ausgestaltet. Hier führt auch die einzige (Einbahn-)Straße für den regulären Straßenverkehr hindurch.

Geschäfte

Es gibt etwa 20 kleine Geschäfte im und am Ostbahnhof, wobei sich der Großteil im ersten Untergeschoss (Einkaufspassage) befindet. Desweiteren befinden sich einige Geschäfte im Erdgeschoss an der Seite zum Orleansplatz und zur Friedenstraße. Die Geschäfte im Bahnhof sind meist auch sonn- und feiertags geöffnet. Neben dem Einzelhandel sind vor allem gastronomische Einrichtungen vorhanden. Es gibt daneben zahlreiche Verkaufsautomaten, z.B. für Fahrkarten, Süßigkeiten, Getränke und Passfotos.

Erdgeschoss

  • Haupteingang (Haupthalle)
    • Blumengeschäft (Blumen Knauer)
    • Kartenvorverkauf
    • Müller-Brot mit Stehimbiss und sehr kleinem Sitzbereich
    • Burger King (Lizenznehmer: Rubenbauer)
    • Restaurant (Zirbel-Stuben, Rubenbauer) einfach und rustikal, täglich 6 – 24 Uhr, warme Küche bis 21:30 Uhr [2]
    • Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker der Stadtsparkasse München
  • Arkadengang
    • Subway seit 11. November 2007
    • Lebensmittelgeschäft (asiatisch)
    • Fahrschule Krieger
    • Erste-Hilfe-Kurs notfallmedizin.de
    • Internetcafé und Telefonstube
    • Mobilfunk-Geschäft
  • Ausgang Friedenstraße

I. UG

  • Rischart mit kleinem Sitzbereich
  • 3 Bücher-/Zeitschriftenläden
  • Internationale Apotheke, Welfen-Apotheke Mo–Fr 6–20 Uhr, Sa 9–16 Uhr, Tel. 089/487777
  • 2 Banken (Western Union und sparda-Bank)
  • Lotto-/Tabakgeschäft (Arnold)
  • Reformhaus (Vitalia)
  • Geschenkebedarf (Dritte Welt)
  • Sportartikelgeschäft (Sport Scheck Hot Spot)
  • Mini-Supermarkt (Rubenbauer), Mo-Fr von 8 bis 1 Uhr, Sa-So von 12 bis 21 Uhr
  • Imbissstände (Rubenbauer)
  • Restaurant-Bar-Cafe Boulevard (Rubenbauer)
  • Backwarengeschäft und Café Le Crobag, modern eingerichtet, große Fensterfront [3]
  • Espressobar Illy
  • Arko (Süßwarengeschäft)
  • Billard World (noch eine halbe Etage tiefer, 24 Tische, mit Bar)
  • Pizza-Imbiss
  • IhrPlatz-Drogeriemarkt, Lebensmittel, usw (Mo - Fr 7 - 22 Uhr, Sa, So 8 - 22 Uhr)
Arkade am Orleansplatz

Vorplatz, Stadtverwaltung

Am Vorplatz befindet sich ca. 20 m links vom Haupteingang eine Postfiliale.

Ein großer Teil des Hauptgebäudes wird von der Landeshauptstadt München - Sozialreferat (zugleich eines der Sozialbürgerhäuser) genutzt - Eingänge im EG und I. UG [4]. Rechts vom Haupteingang gesehen befindet sich eine Außenstelle des Bürgerbüros der Stadtverwaltung (Orleansplatz 13), ehemals "Meldestelle" genannt ([5]).

Betriebswerk

Das Bahnbetriebswerk 4 stellte 1992 seinen Betrieb ein, der zum Rangierbahnhof München-Nord verlagert wurde. Für das ehemalige Bahngrundstück an der Baumkirchner Straße wurde Anfang 2010 ein städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt, um das Gebiet einer neuen Nutzung zuzuführen. Auf dem westlichen Areal wird eine ökologische Vorrangfläche entstehen, im Osten wird die neue Bebauung realisiert. Neben allgemeinen Wohngebieten im Inneren des Bauareals entstehen entlang der Baumkirchner Straße ein Mischgebiet, ein Sondergebiet mit Einzelhandelsnutzung sowie ein Kerngebiet im Nordosten mit einem baulichen Hochpunkt am Zugang zum neuen Quartier. Im südlich bestehenden Gewerbegebiet ist der neue Standort für den ESV vorgesehen. Eine öffentliche Grünfläche konzentriert sich auf dem ehemaligen Bahndamm südlich der geplanten Bebauung mit Anschluss an die ökologische Vorrangfläche. Im gesamten Planungsgebiet entstehen zirka 560 Wohneinheiten. Es sind zwei Kindertageseinrichtungen geplant, die den Bedarf durch die neue Bebauung decken sollen.

Sonstiges

Vor dem Haupteingang befindet sich ein Taxenstandplatz, der praktisch immer besetzt ist.

Im Quergang des I. UG befinden sich die Schließfächer der Deutschen Bahn.

Die einzige sanitäre Anlage für Fahrgäste befindet sich im I. UG zwischen dem Haupttrakt und dem Durchgang zu den U-Bahnen. Die stets saubere und moderne Anlage ist kostenpflichtig (80 Cent) und wird vom Schweizer Unternehmen "McClean" betrieben (geöffnet 6_24 Uhr, [6]).

Es gibt kaum Parkplätze am Ostbahnhof, die einzigen befinden sich am Arkadengang, sie sind kostenpflichtig und bewacht.

Anschriften

Die Postanschrift lautet

Orleansplatz 10 und Orleansplatz 11
81667 München

Der Busbahnhof hat die Anschrift

Orleansplatz 10a

Weblinks


Wikipedia.png Bahnhof München Ost ist von überregionaler Relevanz.

Informationen von überregionaler Bedeutung können bei Wikipedia unter Bahnhof München Ost gefunden werden.