Little Oktoberfest

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Von 1956 bis 2005 gab es das Little Oktoberfest, kurz Little O'Fest oder nur Little O, an der Lincolnstraße auf dem Gelände der US-Wohnsiedlung am Perlacher Forst in Giesing, zwischen der heutigen Kathedrale der Hl. Neumärtyrer und Bekenner Rußlands an der Leifstraße und der heutigen Berufsschule für Versicherungs- und Personalwesen.

Geschichte

1956–1992

Die amerikanischen Truppen feierten das Little Oktoberfest alljährlich in der Zeit um den US-amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. JuliW auf einem 17.000 Quadratmeter großen Gelände in der Soldatenwohnsiedlung am Rand des Fasangartens. Anfangs standen auf dem Fest vorwiegend US-Army-Zelte, die von GIs, AAFESW-Mitarbeitern und Zivilbediensteten der McGraw-Kaserne betreut und bewirtschaftet wurden. Im Lauf der Jahre kamen neben einem deutschen Brauerei-Bierzelt zunehmend mehr deutsche Schausteller hinzu.

Von einer Ladys-Night über Seniorentreff und Kindertag bis hin zu einem Pink-Monday, einer Rock-Night sowie Jeep- und Smart-Club, war immer viel geboten. Nie hat natürlich ein gigantisches Feuerwerk am letzten Tag gefehlt.

Auch Kinder konnten sich dort sehr wohl fühlen und jeder Besucher konnte sich darauf verlassen, dass er nicht von Betrunkenen belästigt wurde, weil die amerikanische Militärpolizei (MP) durch das Gelände patroullierte. Die MP hat den Ruf, nicht lange zu diskutieren, sondern sofort zuzugreifen - das reichte, dass niemand versuchte, die MP zu provozieren. Neben bayerischen Polizeibeamten gingen auch Feldjäger der Bundeswehr Streife, zeitweise begleitet von Sanitätssoldaten des damaligen Bundeswehrkrankenhauses München (jetzt DPMA-Zweigstelle).

Es gab neben den bayerischen Oktoberfestzutaten wie Bier und Hendl vor allem auch die Spezialitäten der amerikanischen Küche wie Hamburger und Hotdogs (in der Zeit vor McDonald's und Burger King eine echte Rarität in Deutschland), gegrillte Maiskolben und Donuts. Die Hamburger konnten sich die Gäste selbst mit Gurken, Ketchup, gerösteten Zwiebeln, Gurken-RelishW und Saucen garnieren.

Besonders beliebt bei den deutschen Besuchern waren auch US-amerikanische Eiscreme-Angebote sowie die Dosengetränke in hier damals wenig bekannten und offiziell nicht erhältlichen Geschmacksrichtung, wie Dr PepperW oder die FantaW-Sorten Orange Soda, Grape Soda und Root BeerW.

Für Kinder waren die Angebote reichlich. So konnte man per Ballwurf einen meist ulkig agierenden GI - sofern man gut gezielt hatte - in ein aufgestelltes Army-Tauchbecken stürzen lassen und sich schon in den 1970er Jahren T-Shirts mit verrückt gestalteten Motiven vor Ort bedrucken lassen. Wer sein Geschick zur Schau stellen wollen, versuchte sich möglichst lange auf einem mechanischen BullenW zu halten. Spätestens in den 1980er Jahren war das Fest überregional ähnlich bekannt wie heute das Sommer-Tollwood.

Nach 1992

Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen 1992 war das Little Oktoberfest von 1993 bis 2005 privat organisiert mit sinkender Resonanz bei den Besuchern, ein Wiederbelebungsversuch 2010 war erfolglos.

2012 wurde in der Traditionsfolge ein Little American Oktoberfest München in der Waldwirtschaft Großhesselohe veranstaltet.[1]


Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Little American Oktoberfest München, Deutsch-Amerikanisches Volksfest Grafenwöhr, 2012.