Elisabethmarkt

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Der Elisabethmarkt (auch: Markt am Elisabethplatz) ist ein Markt für Lebensmittel und Blumen im Münchner Stadtteil Schwabing.

Geschichte

Benannt wurden der Elisabethplatz und die Elisabethstraße 1898 nach der Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sisi. Sie war die Tochter des Herzogs Max Joseph in Bayern und eine Cousine von König Ludwig II.. 1854 heiratete sie Kaiser Franz Joseph I., nach dem bereits 1894 die Franz-Joseph-Straße benannt worden war. Das Paar weilte des öfteren bei der Verwandtschaft in Schwabing.

Der Markt am Elisabethplatz wurde 1903 gegründet. Seine Wurzeln reichen allerdings viel weiter zurück, denn beim Elisabethmarkt handelt es sich um den ehemaligen Markt am Maffeianger, gegründet 1880, der jedoch wegen geplanter Straßenbauarbeiten vom Maffeianger auf den Elisabethplatz verlegt werden musste. So wurde am 1.10.1903 per Magistratsbeschluss der Markt am Elisabethplatz ins Leben gerufen. Bei der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg hatte der Markt ein eigenes Inskriptions-Büro, in dem Kriegsanleihen gezeichnet werden konnten. Der Markt selbst bestand aus ein paar ständigen Plätzen sowie aus Tagesverkaufsplätzen, die der Magistrat alle 5 Jahre versteigerte oder vom Marktinspektor verlosen ließ.

Die bereits 1903 errichtete Markthalle am Elisabethplatz fiel im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer, die auch den Markt insgesamt schwer beschädigten. Der Betrieb wurde aber, soweit als möglich, durch die Händler und die Stadtverwaltung aufrechterhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Markt wieder aufgebaut und man ersetzte die Markthalle durch Verkaufshäuschen, die noch heute das Bild des Elisabethmarktes prägen.

Verwaltung

Der Elisabethmarkt wird verwaltet von der Großmarkthalle München, einem Eigenbetrieb der Stadt München.

Die Nutzung des Marktes für Händler, Käufer und Passanten regelt sich über die Lebensmittelmarktsatzung. Diese Satzung gilt auch für den Viktualienmarkt, den Pasinger Viktualienmarkt und den Wiener Markt.

Die Händler des Marktes haben keinen Mietvertrag, sondern eine so genannte Zuweisung (Verwaltungsakt). Die Höhe der jährlichen Gebühren ist umsatzabhängig und richtet sich nach der Gebührensatzung für die Lebensmittelmärkte.

Anfragen nach einem Stand auf dem Markt kommen auf eine Vormerkliste. Wird ein Stand frei, werden die entsprechenden Vorgemerkten angeschrieben. Prinzipiell wird ein freiwerdender Stand wieder mit dem gleichen Sortiment besetzt, um das Marktgleichgewicht zu erhalten. Die Stände werden nach verschiedenen Kriterien vergeben wie Konzept, Erfahrung, wirtschaftlicher Hintergrund, usw. vergeben.

Sonstiges

Der zur Nordendstraße gelegene Pavillon, das Milchhäusl, stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Den Bau hatte der Arzt und Antialkoholiker Carl Brendel angeregt, der dann persönlich darüber wachte, dass hier jeden Morgen ab 5 Uhr früh Milch ausgegeben wurde. Er hatte sich die Gesundheit der Bevölkerung, speziell die "Eindämmung des Völkergifts Alkohol", zum Ziel gesetzt. Dies jedoch nur mit eingeschränktem Langzeiterfolg, denn heute ist hier ein kleines Lokal mit Biergarten eingezogen.

Strukturänderung 2017

Westschwabings Lokalpolitiker haben sich im März 2017 einstimmig dafür ausgesprochen, den Elisabethmarkt neu zu strukturieren - auf Basis der von der Stadtverwaltung vorgelegten Machbarkeitsstudie. Die Anhörung des Gremiums erfolgte in einer 30minütigen Sondersitzung des Bezirksausschusses (BA 04): Das Beschlusspapier zur Zukunft des Marktes soll am 23. März dem Kommunalausschuss des Stadtrates vorgelegt werden.

Zur Sitzung gekommen waren auch Unterstützer der Bürgerinitiative "Pro-Elisabethmarkt", BA-Chef Walter Klein (SPD) ließ mit Rückendeckung seines Gremiums keine Diskussion zu: "Wir haben heute keine Bürgersprechstunde." Für Debatten habe es die Informationsveranstaltung in der vergangenen Woche im Gisela-Gymnasium gegeben, das Votum nun sei ausschließlich Sache des Stadtteilgremiums. Die Befürworter einer Sanierung des Marktes im Bestand warfen dem Bezirksausschuss daraufhin "Arroganz" und "Ignoranz" vor: Das Verhalten der Politiker sei "peinlich und beschämend" und die Abstimmung eine "Farce", weil es nicht der Meinung der Bürger entspreche. Die Bürgerinitiative hatte kürzlich eine Petition für den Erhalt des Marktes mit 23 000 Unterschriften vorgelegt.

Lage

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